960 Spezieller Teil.
treibbare öffentliche Schuldverbindlichkeit konstituiert wird —
zu erfordern.1!) Desgleichen ist auch die Polizeibehörde nicht
befugt, durch Versagung des Baukonsenses oder durch
Auferlegung besonderer Bedingungen in diesem den Bauberrn
zur Erfüllung oder Sicherung der im §& 15 des Baufluchtlinienges.
vom 2. Juli 1875 vorgesehenen Leistungen anzuhalten: derartige
baupolizeiliche Verfügungen sind auf Klage des Bauenden
stets aufgehoben worden.?) Durch beides wird jedoch eine dritte Art
des Vorgehens zur Sicherheitsbestellung für die Gemeinde nicht
ausgeschlossen. Beim Bestehen eines Bauverbots im Sinne des
8 12 aa O. kann der Bauende vorhersehen oder befürchten, daß die
Polizeibehörde zum Bau eines Wohnhauses an der Straße, von
der es gewiß oder auch nur fraglich ist, ob sie noch nicht polizeimäßig
fertiggestellt, den Konsens dann versagen wird, wenn die
Gemeinde nicht vorher eine Ausnahme von jenem Verbote bewilligt
haben sollte. Eine solche bei der Gemeinde zu beantragen,
liegt dann im Interesse des Unternehmers, während die Gemeinde
— falls ihr freies Belieben nicht ortsstatutarisch beschränkt
worden — durchaus in der Lage ist, nur unter der Bedingung, daß
vorgängig der künftige Anteil an den Straßenh gskosten
bar in die Gemeindekasse gezahlt oder anderweit sicher gestellt
wird, jene Ausnahme zu bewilligen. Dabei hat auch der
Unternehmer die völlig freie Wahl, ob er die Bedingung erfüllen,
ob er leisten will oder nicht. Letzerenfalls mag er
entweder den Bau unterlassen oder — wenn er auf denselben
das aus + I2 ergangene Ortsstatut für nicht anwendbar erachtet
— die Erteilung des Baukonsenses durch Antrag bei der
Polizei bezw. durch Beschwerde und Klage aus §§ 127 u. 128
LBG. verfolgen. Wenn er dagegen im ersteren Falle die
Zahlung oder Sicherstellung an die Gemeinde geleistet, und
wenn er vielleicht ferner als (G##egenleistung die Ausnahme vom
Bauverbot von der Gemeinde und demnächst den Baukonsens
von der Polizei erhalten hat, so liegt in dem bedingungsweise
gestellten Verlangen der Gemeinde nicht eine „Heranziehung“
im Sinne des §& 31 Zustin.; denn durch jenes ist keinerlei
Rechtspflicht zu irgendwelcher öffentlichen Leistung gegen ihn
!1 Entsch. d. OVes. 15 lo# 2 ?„ ?) Entsch. des OVG. 4 304.