Metadata : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

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im  Kopf  sei,  er  mußte  das  kaum  empfangene  Portefeuille
wieder  abgeben,  hatte  zwar  noch  lichte  Verioden,  aber
auch  sehr  schwarze,  wo  er  darauf  bestand,  daß  des  Königs
  Majestät  ihn  zum  Fürsten  ernannt  habe  und  daß
er  demgemäß  Heyducken  haben  müsse;  so  starb  er  ohngefähr
  ein  Jahr  nach  Aufgabe  seines  Portefeuilles.

Die  bedenklichste  Form  der  in  dem  Geschlechte
Maltzahn  erblichen  Ertravaganz  hat  sich  in  dem
Grafen  Alfred  Maltzahn-Wedell  manifestirt:
im  Jahre  1855  saß  derselbe  wegen  Meineids  in  der
Stadtvoigtei  zu  Berlin.

„Die  Maltzahn's  haben  alle  einen  Strich.  Das
prächtigste  Eremplar  wohnt  jetzt  in  dem  benachbarten
Pommern,  bei  Demmin,  auf  Utzadel,  Toisin,  er  haue
srüher  auch  Kriessow  in  Mecklenburg,  ist  aber  heruntergekemmen.
  Er  reiste,  um  seinen  Kunstsinn  zu  wecken,
da  er  nie  ordentliche  Bilder  gesehen,  um  die  Galerie
des  Louvre  zu  betrachten,  nach  Paris,  mit  Kutscher
und  zwei  Pferden  täglich  fünf  Meilen  machend.  Nachher
  heirathete  er  die  Chambremaill  seiner  Mutter,
durch  wiederhelle  nächtliche  Erscheinungen  veranlaßt;
sebr  lange  weigerte  er  die  Tranung,  unter  dem  Erbieten:
  „er  mache  alles  schriftlich  ab“;  die  weiteren  dissolving
  views  machten  ihn  endlich  mürbe.  Er  fährt  täglich
  spazieren,  nimmt  aber  niemanden  mit,  als  seinen
—  hot  de  cchamberte;  Referent  börte  das  ven  ihm
seltst  und  sab  das.  Ein  östers  in  Berlin  einsrrechender
  Landschaftedirecter  Maltzahn-Vollrathsrube
ist  Directer  des  vatrictischen  (landwirtbschaftlichen)
Vereins  —  ein  Direrter  ohne  Directien,  bles  kerüh-