Nummer 150
eigenes Verschulden getötet worden, weil sit
die Warnungsvorschriften nicht beachtet und sich
nicht in einen grnügeno Schuh bietenden Naum
begeben hatten.
Am Sonntag vormillag gegen 9 Uhr warsen
mehrere seindliche Flieger auf die ofsene Stadt
Lanoau in der Pfal; Bomben ab. Es entstand
geringer Häuserschaden. Personen wurden.
nicht getroffen.
Die Jnvasion Fra nkreichs durch
"1 farbige Hilfsvöller.
s Genf, 1. 7. Dentschland wird sich in
den nächsten Jahrzehnten der Tatsache gegenüber
finden, daß Frankreich in der nächsien Generation
nicht mehr als ein von Menschen weißer
Nasse bewohntes Land sein wird. Wie weil die
Inmasion Frankreichs durch exotische Bundesgenossen
bereits sortgeschritten ist, geht aus den
latistischen Angaben hervor, die lürrlich vom
Minister Olwoeille im Parlament verteilt worden
sind. Die Bevölierung von Bordeaur ist
von 210000 auf 325.000 Einwohner gesliegen,
jene Lnons von 530 000 auf 740,000, Nankes
von 170 000 auf 190000, Toulouse von
150 000 auf 210 Olh, Saint Etienne von
146 000 auf 210U000, Nirza von 142 000 auf
180 000, Le Haure von 136000 auf 100 000.
Toulon von I#lOO auf 120 000. Bourges von
49 000 auf 110 000, Poitiers von 41.0000 auf
51.000, Argouleme von 35 000 auf 55 000., Arbares
von 72 000 auf 1100000. IJn diesen JZissern
ist nicht der Bevolferungsenwachs enthalten,
der durch die Räumung von Paris und der
durch den deutschen Vormarsch auf Amiens und
die Marne für die gesamte fran'ösische Provinz
Lesultierte. Marseille endlich bal schon seit Jahresfrist
die Million uberschritten und hat nach
neuesten Angaben ungefähr 11. Millionen Ein
wohner genen 500 000 vor Krieg##beginn. Der
gesamt: Venöllerung-#uwach= Frankreichs ist nalürlich
anesschlieslich aufs Cinwanderung
crotischer Bundergenossen zuruckzufüh
ren. Besonders muß hervorgehoben werden, daß
die Mehr-ahl der Einwanderer nicht der
weisssen Nüsse angehbd'rt und daß in
großen Zeniren, wie — B. in Marseille, die
überwiegende Mehrheit der Benöllerung bereitls
sarlig in. Naturgemaß vermehren sich auch
die (beburten von Mischlingen und es lann ruhig
behauptlel werden, daß in 20 bies 20 Zahren die
[Farbe der Bewohner Manireic hell lupferbraun
sein irird. Cin tranriges Eude der „glande
nation“
Die Bedeukung der Presse.
München. 30. Juni.
Jahrerversammlung der Pensionsanttalt
deusscher Journali ten und Schriftileller,
ugleich Feier d des 2 75 fjährigen Beftehens
der Anf#lalt, erhielt ihre Viondere Bedeutung
durch die Anuesenbeit des Königs und durch
eine Auiprache de- Miniitte tes de Innern v.
Brettreich uber die Vedeutung der Presse.
Obieltiver undo keebisuled verständnisvoller
und lonaler ist die Wichtigleit und besonders
die Kriegrarbeit der Presie von solcher Seile
mohl laum jemalb uneriannt worden, als es
in den hocherfreuiichen Worten des Minitters.
geschehen iit.
Der Redner führte u. a. aus, gerade im Kriege
sei die Bedentung der Presse und des Schrift-#umo
besonbers. hervorgeiret en, hade doch die
Presse die Aili#nl. aie michtiges Kriege mittel
mil'nneisen, den Krieg iu gewinnen.
Zunächit ionne die Krosi: der polilischen Kricg.
führung nertrollile Hilje leisten, um im neutralen
und feindlichen Auslaud polilische Wirlungen
uu eriielen. Das Hauplverdienst der
Presie aber licge in der allgeimeinen Aufllarung,
die in den welieilen Volleireisen das Verlländ
nis für unere #ienlliche ewirlichaflung erweckt
hat. Durch unermudliche Arbeit sei ecs
der Tages presse gelungen, die allgemeine Ueber-»engung
wachzurufen. dah cinschneidende Mast
nahmen zum Wohle des Volleganzen nolwendig
sind, daß e zu ihrer erfolnreichen Hurch
führung der Mitarbeit aller ledarf. daß E
ceuger und Verbraucher, Stadl und Land, anf
einander angemiesen sind, genenseitig Opfer
bringen müssen. Alr ein Ruhmesblatt der Presse
bezichnete der Minister die Mitarbeit der Presse
für die Krieg#auleihen und die ausge. reichucten
Leiflungen fur die Kriegem oblfahrtssammlungen.
Von besonderer Bedentung sei die Winlishuck
des Schrifttums für die ungeschwächte Erhal
tung der Oeimalfront und des slahlharten
Willens, durch- uhailen, bis ein guter
Friede gesichert ifl. Der deulsche Jdealiomus,
ohne den wir den Krieg nicht gewinnen klonnen,
finde eine starle Stutze in Ocutschlands Schrifttum
und Presse. Niemand sei berufener als sie.
den Geist der Einigleit, der Deutschland
unüberwindlich machl, immer mieder en flärten.
Der Minisler schloß mit der Betonung. nachdem
die Kriegrarbeit Regierung und Presse
näher usammengeführt, das gegenseilige Vertrauen
gestärlt habe, werde cs auch im Frieden
eine wichtige Ausgahe sein, daß die Regierung
mit Schrifttum und Presse, den Vertretern des
sreien deutschen Wortes, einmütig zusammenarbeitet.
Der Minister hat in seinen Worten
eine vorbildliche Auffassung von den Aufgaben
und der Bedentung der Presse in Stadt und
Land belundet. Gern nimmt die Presse davon
Kenntnis. Sie wird auch künftig ihre Pflicht
für Voll und Valerland getreu erfüllen!
Die heutige
Rosenheimer Anzelger
Gel- und Mevs#te#machrichten.
Mühnchen. 2. Juli.
Köniain Maria Therese von Bayern
uusete nulige uno allverehrte Landesmutter, tritt
can Dienstag, den 2. Juli, in ihr siebeigstes Lehens
jahr ein. Gott möge Bayerns Königin, dem
edlen Vorbild für deutsche Frauen und Mütter,
noch eine lange Reihe von glücklichen Tagen
schenken!
HMschener Neuigkeiten.
* Künchen, 2. Juli.
Die spanische Krankheit, die nichts
anderes ist als Jufluenza, gewinnt immer mehr
an Ausdehnung, sodaß, wie die „Vayerische
Staalseilung“ schreibt, von einer Epidemie gesprochen
werden lann. Der Kranlheitsstand itt
in den letzte Tagen ein sehr hoher geworden.
Hatie die K#rntheit bereits vor wei Wochen
da und dorl verein:elt Leute ergriffen, so brei.
let sie sich in den letzten Tagen bedeulend aus.
Eine genaue Zahl der Erkrankten an: ugeben ist
nicht möglich: schätzungsweise hat die Krankheit
wohl mehr als 1500 Personen ergriffen.
Om meisten erkrankten jene Leute, die der Beruf
in grösßerer Zahl vereinigt, also besonder
Arbeiter und Arbeiterinnen der großen Industriebetriebe.
Aber auch andere Personen werden
von der Krankheit heimgesucht, die Anlaß en
den abentenerlichsten Gerüchten gibt. Ziemlich
hoch ist der Kranlen#land beim Fahrpersonal der
Straßenbahn. Im Telephonamt sind 30 Beamtinnen
erlrankt. Eine weitere Ausdehnung der
Kranlheil würde die Durchsührung des Telephondieniles
beeinträchtigen. Von der Schut
mannschaft besinden sich 65 Mann wegen Influenn
in Vehandlung. Auch der Pos#tzur feell.
dienst leidelt infolge der Erlranlungen de: Pollpersonals.
Ddas Verfahren gegen die
der Aurstandsbewegung. Die Voruntersuchung
gegen die Urheber und Leiter der
Arbeileran#ilande in mehreren Münchner Betrieben
der Rüsiungeindustrie Ende Jaimar sieht
vor dem Alschluß. Außer den während des
Aurilandes Verhaftelen wurde auf Grund der
behördlichen Erhebungen noch eine größere An-#ill
von Personen in das Verfahren verwickelt
und un Teil auc; verhastet. Die Borunter—
suchug ertreckte fi.) #ülezt gegen 17 Beschuldigte.
Die Anschuldigung laulel auf Landesverrat.
(Geistesgestört. Samstag nachts wurde
am Marximiln ausplag ein geistesltanler Mann
aufgegriffen, der auf dem Stier am Wittelsba—
cherbrunnen jezend, mit laul tönender Siimme
andauernd: „Gloria Villoria!“ sang. Man
brachte ihn in die Isoihiatriche Kliuil.
FIrerische —
Der Baperische Müllerbuno hielt am
Sonntag in München seine ordentliche Hauptversammlung.
Den Geschäftsbericht erstattete der
Vorsitzende Vauer Landehnt. Er wies hin auf
die Notwendigleit, den Absichten der österreichischungarischen
Mühlenindustrie entgegenzutreten, die
Deutschlano auf dem Wege der Jollfreiheit mit
ihren Mahlprodulten überschwemnen wolle,
marnte sodann besonders die Selbstversorger vor
allzu fruhem Schnitt des Getreides um der Frühdruschprämie
willen und erörierle serner die den
behordlichen Siellen hinsichtiich der Gestaltung
der Lager und ahlverträge für 1918 19 sowie
Dinsichlli vo0t Velämpfung der Schwarzmullerei
umttbreileten Vorschlüge. Gegenüber
den Absichte# der Uaucrischen Großzmühlen, sich
an den 1nmenden Wasserstraßen Monopole zu
sichern, murde auf die Schaden für die Mitlelund
Kleinbetriche verwiesen. Gegen die Aufhebung
der Nachtarbeit in den Müllereien wurde
in F##m einer §.1 Aan nachorucklich Widerspruch
erhoben. Im Verlauf der Versammung
sprach auch Herr J. Freisl: Jandenmühle über
das mitelsländische Müllergewerbe im Kriege.
Dar Getreide Einfuhrscheinsystem, die Ungleichheit
der Mahllöhne, des Vermahlungsverhältnisser
und der Kommissionsgebühren bildeten die
Harptpunlle seiner Kritil. Ueber die Belämpsung
der Mehlmolle reserierte Dr. Fridlhinger=Muuchen.
Tödlicher Absltur= Am Ausgange vom
Hollenlanserner beim Aufuieg auf die Zugspitze
sind am Samoetag der 13 Jahre alte Eisenoreher
Fritz Sesler und die 21! Jahre alte Arbei
terin Theodore Kugner, bei e aus München, *
gestür:t und waren sofort jot.
Isarst ädte-Verband. Nachdem sich
lür: inPd in Nosenheim ein Zwedverband zur Hebung
der Junschiffahrt gebildet hat, wurde auch
ein sarstädte= erband ins Leben getresen,
der den zweil hat, die gegenseilige Fühiungnahme
bieser Städle im Hinblick auf die
Cussichtsreichen Wasserstraßenprojelle in die Wege
zu leiten, die zur Ausn###zung der Isarwasserlräfte
im Gange sino. Außerdem soll die Vereinigung
sich um die Verbesserung der Verkehrverhällnisse
annehmen les ist auch der Bau
einer Industriebahn längs der Isar von München
bis zur Mündung in die Donau geplant)
und dabei die Frage zu prüfen, ob und inwiewei
die Errichtung eines Schiffsverlehrs mit
8 500 Tonnenschissen auf der Isar möglich
ist. E—
Führer
——
Pfaffenhofen a. Inn, 1. 6. Silbernes
Priesterjubiläu m. Vergangenen Samstag
konnte H. H. Kämmerer und Pfarrer Josef
Allmer von Pfassenhofen auf sein 25 jähriges
Wirken als Priester eurüdbliden. Die Gemeinde
ließ es sich nicht nehmen, diesen Ehrentag ihres
geliebten Pfarrherrn am darauffolgenden Sonnlag
in seierlicher Weise zu begehen. Nach oer von
H. H. P. Quardian von Nosenheim gehaltenen
GEestpredigt zelebrierte der H. H. Jubilar in der
schön geschmückten Pfarrlirche ein seierliches
Hochamt. Am Nachmittag beehrte die Pfarrei
ihren Hochw. Psarrherru durch eine kleine, aber
überaus herrliche Feier, wobei der Kirchenchor
unter Leilung de: H. Hauptlehrers Walser herrliche
Lieder um Vortrag brachte. Möge der
Wunsch seiner Psarrkinder sich erfüllen und H.
H. Kämmerer auch dereinst in gleicher Gesundheit
sein goldenes Priesterjubiläum feiern können.
Brannenburg, 1. 7. Volksversammlung.
Die Münchener Post berichtel: In einer
nun Männern und besonders von Frauen zahlreich
besuchten Versammlung im Gailhaus zur
Hege hielt am Sonntag Nedalteur M. Gruber-*wüchen
einen recht beisällig ausgenommenen
Vortrag über So zialdemolratie Frieden —
Vresteil. Nach einer Pause behandelle Arbeiler#ekretär
(H5öpfert-Nosenheim in sehr cindrucksuüOv#n,
Wiederhont von stürmischen Zustimmungsuuicnt
unterbrochenen Ausführungen die Lebensmittelre
rĩoraung in Brannenburg und Umgemnz.
An der lebhaften Aussprache beleiligten
fih - Herrn R echts ranwalt Drechsler auch
meßtere Francn, die eine Reihe von Klagen über
Mahlnäuche und Uebelstände in der Zuweisung
und Verleilung von Lebensmitteln vorbrachten.
Schließlich wurde Arbeitersekretär Karl Göpsert
von der Versammlung beauftragt, beim
Baairlramt Nosenheim dahin zu wirken, daß
me h Lebensmittel namentlich für die arbeiteme
Vevollerung in Brannenburg.Degeradorf an-Lewiesen
und in gerechter Weise verteilt werden.
Stephanskirchen, 30. Juni. Das 25.
jährige Priesterjubilcum unseres geliebten
Psarrherrn, H. H. Dekan Heinrich Feller
murde am Peter= und Paultage in festlicher
Weise gesciert. Schulkinder unter Führung von
Frl. Lehrerin Fausiner empfingen den Jubilar
mit Gesang am Pfarrhof. Herr Huptle ehrer
K. Hofbauer feierte in her;lichem Glückwunsch
den Jubilar ale warmen Freund der Schule und
der Rinder, Herr Kirchenpfleger Th. Wesiner
überreichte ein hochansehnliches Geschenk der
dankbaren Psarrei. Nun sormte sich der statt.
liche F Feil: ug mit Kindern und Jungfrauen, Vereinen
und Fahnen, militärischen Wachmamschaften,
Vertretern der Gemeinde und des Klerus,
den eigenen Angehörigen, die den Herrn Jubilar
zum feierlichen Dankgoitesdienst in die selllich
geschmückte Kirche geleiteten. Herr Stadtpfarrchorregent
M. Haider behandelte in seiner
Predigt „das Apostolat des Kreures und der
Liebe“. Nach dem Festgottesdienst und Te Deum
dankte der Jubilar tief gerührt, gedachte auch
insbesondere der Kämpfer und Gesallenen, für
die besonders gebetet wurde. Ter Nachmittag
vereinte die Erstteilnehmer bei H. Antreter.
Möge dem H. H. Dekan eine noch recht lange,
segensreiche Wirksamkeit in seinem heiligen
Amie bewieden seint
Uschau, 1. 7. Einbruch. Zn die Ablieferungsstelle
den- Kommunalverbandes Aschau
wurde eingebrochen. Die Diebe wurden dabei
überrascht, wie sie mehrere Kisten Eier, einen
Jeniner Schmal= , Fleisch, Wein usw. fortschafjen
wollten. Die Einbrecher slüchteten unter
Jrurücllassung von zwei Schubkarren in ein nahes
Kornseld. Vie auf eine Kiste Eier konnte alles
geborgen werden.
Aschau, 1. 7. Der Bischof von Chur
weilte zu Besuch auf dem Schlosse des Frhrn.
v. Cramer-Klett in Hohenaschau. In der Schloßlapelle
ging das jüngste Tochierchen der Familie
v Cramer -Klett, die 9 jährige Annemaria, mit
neun gleichaltrigen Kindern aus den hiesigen
Kinderheimen zum erstenmal zum Tisch des
Herrn.
schau, 1. 7. Hunderttausend Markspende.
Rreicher Freiherr von Cramer-Kleit
hat dem Zweigverein Bayern des Bundes deutscher
Offiriersfrauen als Stiftung den Betrag
von 100000 Mark überwiesen.
prien, 1. 7. Goldenes Priesterjubiläum.
Ein im gan'ien Chiemgau bekannter
und geschätzter Priester, der freiresign. Dekan
und langjährige Pfarrer von Breitbrunn, Ehrenmitglied
des Kapitels Höslwang, Geistlicher Rat
Johann Baptist Kraherr, feiert in seiner Heimatstadt
Freising sein goldenes Priesterjubiläum.
Der Jubilar wirkte auch als Pfarrer in Hohenlinden,
Graßau, Au am Inn, wo er ebenfalls in
gutem Andenken steht.
Traunstein, 30. 6. Ihr silbernes
Priesterjubiläum feierten am Feste der
Upostelfürften folgende Jubilare des Dekanals
Traunslein: Professor dͤr. Berger in Traunstein,
Pfarrer Ficker in Ruhpoloing, Pfarrer
Genghammer von Reit im Winkel, Pfarrer
Imhof# Inull, Pfarrer Gebhard in Chieming,
Salinkaplan Stadlhuber in Traunstein.
Mühlborf, 1. 7. Jnfolge ungesignesn
ter Vodenverhältnisse muß der B u des
Werkkanals in Garching eine andere Einiene
mittwoch, 3. Jull 1918
führung erfahren. Die den Kanalbau ausführende
Tiefbau= und Eisenbetongesellschaft kann
sich nun mit einem. Bauern H. nicht einigen.
Als troßdem Geleise gelegt wurden, verbarrikadierte
H. den durch seine Grundstüde führenden
Weg und es kam nach der Inn reilung zu einem
regelrechten Handgemenge mit Schießerei. H.
sordert nun endlich Abschließung eines Vertrags
oder Einstellung der Arbeiten durch gerichtliche
Verfügung Die Firma droht unter Berufung
auf das Notstandsgeseh die Enleignung zu erewingen.
HBolzkirchen, 1. 7. Die Sammlung für die
Ludendorff-Spende hat hier 3697 Mk.
ergeben.
Thunstetten, 30. 6. Vom Blitze getötet.
Am Feste Peter und Paul wurde die
19 jährige Maria Huber, Höhenwallnertochter
dahier, als sie das Tennentor öffnen wollte,
vom Blitze gelötet.
Reichersbeuern, 1. 7. Jrrsinnig geworden
ist die 47. jährige Hauabesihzerin Anna
Niggl. Sie mußte sofort ins Krankenhaus Töl:
gefahren werden. Geslern wurde sie in die Psnchiatrische
Klinik verbracht. Die Vedauernswerte
wollte alles eerftören, was ihr in die Hände
kam und jammerte fortgesetzt um ihren einigen
Sohn, der im Felde sieht.
Bad Rcichenhall, 30. 6. Die Versuche
der Fremden, die eugelassene Aufenthaltsdauer
von 4 Wochen auf alle mögliche Weise
eu umgehen, mehren sich nach einer Mitteilung
des Be irksamte derartig, daß strengere Maßnahmen
erforderlich geworden sind. Nach Umfluß
der Aufenthaltsdauer haben Fremde, die
den Berirk nicht freiwillig verlassen, sofortige
Wegueisung en gewärligen. Eventuelle Strafeinschreitung
neben der Fortschaffung trifft neben
den Fremden auch die Wirte, die den Gast
länger 44 erlaubt beherbergen. Theaterdirektor
Joseph Meth kaufte um
18000 Mk. die Villa Dr. Bährmann und das
Schwimmbad Kailtl.
Aus dem Ralhaus.
Oeffsentliche Sigung des Kollegiums
der
Gemeindebevollmächtigten
Mittwoch- den 3. Juli, nachm. 1. 4 Uhr.
Tagesordnung: l. Belanntgabe magaistratischer
Zuschristen, 2. Ludendorff Spende
für Kriegsbeschäoigle, 3. Zuschuß zur Auschaffung
eines Fahrrades, 4. Erhöhung des Schulgeldes
an der slädt. höheren Mädchenschule u.
Neuregelung der Pensionspreise im Mädchen-Er:iehungeinstitut,
5. Erhöhung des Gaspreises.
Geheime Sitzung. 1 Anstellung einer
Hilsekrast für den Kartoffelverlauf, 2. Geschäftsaushilse
im Stadtbauamt. J. Prüfung der
wirtschaftlichen und sinaniellen Tätigteit des
Kommunalverbandes.
Lotalmscheichten.
*7 Rosenheim, 2. Juli.
Uebergroße Begehrlichkeit.
Kaum reist im Wald der Segen der Berrenernte
heran, machen sich schon in gewissen Kreisen
Bestrebungen bemerlbar, die darauf abtielen,
die Waldbeeren der Allgemeinheit zu
centeiehen. Großbeerenhändler streben an,
daß künstig die gesamte Beerenernte
gröherer oder kleinerer Waldungen im Wege der
Verfteigerung, Aerpachlung oder freihändiger
Ueberlassung unmittelbar an (Großhänoler
abgegeben werde. Der Großhändler will dann
Aufläuser und Sammler aufsiellen und letzteren
bestimmte Sammelgebiele zuweisen. Die
Preise für die Waldbeeren würden sich hiebei geneuuber
den jetzigen (sehr hohen!! Preifen nicht
erhöhen, wohl aber würden dem Waldbesitzer, in
erster Linie dem Staat, erhebliche Einnahmen
zufließen.
Zur Begründung ihrer Forderung sühren die
Großhändler an, daß bei dem jetzigen Sammelpersahren
ungefähr ein Driltel des Beerenertrages
verloren gehe, das bei richtiger Organisation
des Sammelgeschäfts ersaßt und nutzbar
gemacht werden könnte. Wir wissen nicht,
ob die Mengen wirklich so groß sind, die jene
Kreise alo für die Allgemeinheit verlustiggehend
bezeichnen. Vorerst möchten wir das fuglich bezueifeln.
Was aber soll mit den tausenden Familien
gescheben, die bisher Veeren für den
ei genen Haushalt gesammelt haben? Die
sollen ihren Bedarf um teures Geld wohl auch
bei den Großhändlern decken! Will man den
Minderbemittelten wirtlich den lethzten bescheideneu
Rest einer Annehmlichkeit ent-iehen, zum
Vorteil einiger Großhändler? Soll das deutsche
Volk etwa gar noch mit einer „Neichs-Beerenverwerlungsgesellschaft
mit dem Sitz in Berlin“
beglückt werden? Vom Segen des Staatsr
ialismus haben wir wahrhaftig die Nase voll.
Seine Ausdehnung auf den letzten Rest von Bodenerzeugnissen,
auf die Waldbeeren, mühte man
gan) energisch ablehnen!
l*!
Auszeichnungen im Felde. Heinrich
Wiesender, Sohn des verstorbenen approb. Badero
August Wiesender, wurde mit dem Eiserne
Kreuie 2. Kl. an gechet Früher schon wur
de ihm das Verdi reuz mit n ver
liehen. Sein Bruder Stefan Wiesender wurd
mit dem Eis. Kr. 2. Kl. und dem Verdienstkreug