Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Nummer  150

eigenes  Verschulden  getötet  worden,  weil  sit
die  Warnungsvorschriften  nicht  beachtet  und  sich
nicht  in  einen  grnügeno  Schuh  bietenden  Naum
begeben  hatten.

Am  Sonntag  vormillag  gegen  9  Uhr  warsen
mehrere  seindliche  Flieger  auf  die  ofsene  Stadt
Lanoau  in  der  Pfal;  Bomben  ab.  Es  entstand
  geringer  Häuserschaden.  Personen  wurden.
nicht  getroffen.

Die  Jnvasion  Fra  nkreichs  durch
"1  farbige  Hilfsvöller.
s  Genf,  1.  7.  Dentschland  wird  sich  in

den  nächsten  Jahrzehnten  der  Tatsache  gegenüber
finden,  daß  Frankreich  in  der  nächsien  Generation
  nicht  mehr  als  ein  von  Menschen  weißer
Nasse  bewohntes  Land  sein  wird.  Wie  weil  die
Inmasion  Frankreichs  durch  exotische  Bundesgenossen
  bereits  sortgeschritten  ist,  geht  aus  den
latistischen  Angaben  hervor,  die  lürrlich  vom
Minister  Olwoeille  im  Parlament  verteilt  worden
  sind.  Die  Bevölierung  von  Bordeaur  ist
von  210000  auf  325.000  Einwohner  gesliegen,
jene  Lnons  von  530  000  auf  740,000,  Nankes
von  170  000  auf  190000,  Toulouse  von
150  000  auf  210  Olh,  Saint  Etienne  von
146  000  auf  210U000,  Nirza  von  142  000  auf
180  000,  Le  Haure  von  136000  auf  100  000.
Toulon  von  I#lOO  auf  120  000.  Bourges  von
49  000  auf  110  000,  Poitiers  von  41.0000  auf
51.000,  Argouleme  von  35  000  auf  55  000.,  Arbares
  von  72  000  auf  1100000.  IJn  diesen  JZissern
  ist  nicht  der  Bevolferungsenwachs  enthalten,
der  durch  die  Räumung  von  Paris  und  der
durch  den  deutschen  Vormarsch  auf  Amiens  und
die  Marne  für  die  gesamte  fran'ösische  Provinz
Lesultierte.  Marseille  endlich  bal  schon  seit  Jahresfrist
  die  Million  uberschritten  und  hat  nach
neuesten  Angaben  ungefähr  11.  Millionen  Ein
wohner  genen  500  000  vor  Krieg##beginn.  Der
gesamt:  Venöllerung-#uwach=  Frankreichs  ist  nalürlich
  anesschlieslich  aufs  Cinwanderung
crotischer  Bundergenossen  zuruckzufüh
ren.  Besonders  muß  hervorgehoben  werden,  daß
die  Mehr-ahl  der  Einwanderer  nicht  der
weisssen  Nüsse  angehbd'rt  und  daß  in
großen  Zeniren,  wie  —  B.  in  Marseille,  die
überwiegende  Mehrheit  der  Benöllerung  bereitls
sarlig  in.  Naturgemaß  vermehren  sich  auch
die  (beburten  von  Mischlingen  und  es  lann  ruhig
behauptlel  werden,  daß  in  20  bies  20  Zahren  die
[Farbe  der  Bewohner  Manireic  hell  lupferbraun
  sein  irird.  Cin  tranriges  Eude  der  „glande
nation“

Die  Bedeukung  der  Presse.
München.  30.  Juni.

Jahrerversammlung  der  Pensionsanttalt
  deusscher  Journali  ten  und  Schriftileller,
  ugleich  Feier  d  des  2  75  fjährigen  Beftehens
der  Anf#lalt,  erhielt  ihre  Viondere  Bedeutung
durch  die  Anuesenbeit  des  Königs  und  durch
eine  Auiprache  de-  Miniitte  tes  de  Innern  v.
Brettreich  uber  die  Vedeutung  der  Presse.
Obieltiver  undo  keebisuled  verständnisvoller
und  lonaler  ist  die  Wichtigleit  und  besonders
die  Kriegrarbeit  der  Presie  von  solcher  Seile
mohl  laum  jemalb  uneriannt  worden,  als  es
in  den  hocherfreuiichen  Worten  des  Minitters.
geschehen  iit.

Der  Redner  führte  u.  a.  aus,  gerade  im  Kriege
sei  die  Bedentung  der  Presse  und  des  Schrift-#umo
  besonbers.  hervorgeiret  en,  hade  doch  die
Presse  die  Aili#nl.  aie  michtiges  Kriege  mittel
  mil'nneisen,  den  Krieg  iu  gewinnen.
Zunächit  ionne  die  Krosi:  der  polilischen  Kricg.
führung  nertrollile  Hilje  leisten,  um  im  neutralen
  und  feindlichen  Auslaud  polilische  Wirlungen
  uu  eriielen.  Das  Hauplverdienst  der
Presie  aber  licge  in  der  allgeimeinen  Aufllarung,
die  in  den  welieilen  Volleireisen  das  Verlländ
nis  für  unere  #ienlliche  ewirlichaflung  erweckt
  hat.  Durch  unermudliche  Arbeit  sei  ecs
der  Tages  presse  gelungen,  die  allgemeine  Ueber-»engung
  wachzurufen.  dah  cinschneidende  Mast
nahmen  zum  Wohle  des  Volleganzen  nolwendig
  sind,  daß  e  zu  ihrer  erfolnreichen  Hurch
führung  der  Mitarbeit  aller  ledarf.  daß  E
ceuger  und  Verbraucher,  Stadl  und  Land,  anf
einander  angemiesen  sind,  genenseitig  Opfer
bringen  müssen.  Alr  ein  Ruhmesblatt  der  Presse
bezichnete  der  Minister  die  Mitarbeit  der  Presse
für  die  Krieg#auleihen  und  die  ausge.  reichucten
Leiflungen  fur  die  Kriegem  oblfahrtssammlungen.
Von  besonderer  Bedentung  sei  die  Winlishuck
des  Schrifttums  für  die  ungeschwächte  Erhal
tung  der  Oeimalfront  und  des  slahlharten
  Willens,  durch-  uhailen,  bis  ein  guter
Friede  gesichert  ifl.  Der  deulsche  Jdealiomus,
ohne  den  wir  den  Krieg  nicht  gewinnen  klonnen,
finde  eine  starle  Stutze  in  Ocutschlands  Schrifttum
  und  Presse.  Niemand  sei  berufener  als  sie.
den  Geist  der  Einigleit,  der  Deutschland
unüberwindlich  machl,  immer  mieder  en  flärten.

Der  Minisler  schloß  mit  der  Betonung.  nachdem
  die  Kriegrarbeit  Regierung  und  Presse
näher  usammengeführt,  das  gegenseilige  Vertrauen
  gestärlt  habe,  werde  cs  auch  im  Frieden
eine  wichtige  Ausgahe  sein,  daß  die  Regierung
mit  Schrifttum  und  Presse,  den  Vertretern  des
sreien  deutschen  Wortes,  einmütig  zusammenarbeitet.
  Der  Minister  hat  in  seinen  Worten
eine  vorbildliche  Auffassung  von  den  Aufgaben
und  der  Bedentung  der  Presse  in  Stadt  und
Land  belundet.  Gern  nimmt  die  Presse  davon
Kenntnis.  Sie  wird  auch  künftig  ihre  Pflicht
für  Voll  und  Valerland  getreu  erfüllen!

 

Die  heutige

 

 

Rosenheimer  Anzelger

Gel-  und  Mevs#te#machrichten.
Mühnchen.  2.  Juli.
Köniain  Maria  Therese  von  Bayern
uusete  nulige  uno  allverehrte  Landesmutter,  tritt
can  Dienstag,  den  2.  Juli,  in  ihr  siebeigstes  Lehens

  jahr  ein.  Gott  möge  Bayerns  Königin,  dem

edlen  Vorbild  für  deutsche  Frauen  und  Mütter,
noch  eine  lange  Reihe  von  glücklichen  Tagen
schenken!

HMschener  Neuigkeiten.
*  Künchen,  2.  Juli.

Die  spanische  Krankheit,  die  nichts
anderes  ist  als  Jufluenza,  gewinnt  immer  mehr
an  Ausdehnung,  sodaß,  wie  die  „Vayerische
Staalseilung“  schreibt,  von  einer  Epidemie  gesprochen
  werden  lann.  Der  Kranlheitsstand  itt
in  den  letzte  Tagen  ein  sehr  hoher  geworden.
Hatie  die  K#rntheit  bereits  vor  wei  Wochen
da  und  dorl  verein:elt  Leute  ergriffen,  so  brei.
let  sie  sich  in  den  letzten  Tagen  bedeulend  aus.
Eine  genaue  Zahl  der  Erkrankten  an:  ugeben  ist
nicht  möglich:  schätzungsweise  hat  die  Krankheit
  wohl  mehr  als  1500  Personen  ergriffen.
Om  meisten  erkrankten  jene  Leute,  die  der  Beruf
  in  grösßerer  Zahl  vereinigt,  also  besonder
Arbeiter  und  Arbeiterinnen  der  großen  Industriebetriebe.
  Aber  auch  andere  Personen  werden
  von  der  Krankheit  heimgesucht,  die  Anlaß  en
den  abentenerlichsten  Gerüchten  gibt.  Ziemlich
hoch  ist  der  Kranlen#land  beim  Fahrpersonal  der
Straßenbahn.  Im  Telephonamt  sind  30  Beamtinnen
  erlrankt.  Eine  weitere  Ausdehnung  der
Kranlheil  würde  die  Durchsührung  des  Telephondieniles
  beeinträchtigen.  Von  der  Schut
mannschaft  besinden  sich  65  Mann  wegen  Influenn
  in  Vehandlung.  Auch  der  Pos#tzur  feell.
dienst  leidelt  infolge  der  Erlranlungen  de:  Pollpersonals.


Ddas  Verfahren  gegen  die

der  Aurstandsbewegung.  Die  Voruntersuchung
  gegen  die  Urheber  und  Leiter  der
Arbeileran#ilande  in  mehreren  Münchner  Betrieben
  der  Rüsiungeindustrie  Ende  Jaimar  sieht
vor  dem  Alschluß.  Außer  den  während  des
Aurilandes  Verhaftelen  wurde  auf  Grund  der
behördlichen  Erhebungen  noch  eine  größere  An-#ill
  von  Personen  in  das  Verfahren  verwickelt
und  un  Teil  auc;  verhastet.  Die  Borunter—
suchug  ertreckte  fi.)  #ülezt  gegen  17  Beschuldigte.
  Die  Anschuldigung  laulel  auf  Landesverrat.

(Geistesgestört.  Samstag  nachts  wurde
am  Marximiln  ausplag  ein  geistesltanler  Mann
aufgegriffen,  der  auf  dem  Stier  am  Wittelsba—
cherbrunnen  jezend,  mit  laul  tönender  Siimme
andauernd:  „Gloria  Villoria!“  sang.  Man
brachte  ihn  in  die  Isoihiatriche  Kliuil.

FIrerische  —

Der  Baperische  Müllerbuno  hielt  am
Sonntag  in  München  seine  ordentliche  Hauptversammlung.
  Den  Geschäftsbericht  erstattete  der
Vorsitzende  Vauer  Landehnt.  Er  wies  hin  auf
die  Notwendigleit,  den  Absichten  der  österreichischungarischen
  Mühlenindustrie  entgegenzutreten,  die
Deutschlano  auf  dem  Wege  der  Jollfreiheit  mit
ihren  Mahlprodulten  überschwemnen  wolle,
marnte  sodann  besonders  die  Selbstversorger  vor
allzu  fruhem  Schnitt  des  Getreides  um  der  Frühdruschprämie
  willen  und  erörierle  serner  die  den
behordlichen  Siellen  hinsichtiich  der  Gestaltung
der  Lager  und  ahlverträge  für  1918  19  sowie
  Dinsichlli  vo0t  Velämpfung  der  Schwarzmullerei
  umttbreileten  Vorschlüge.  Gegenüber
den  Absichte#  der  Uaucrischen  Großzmühlen,  sich
an  den  1nmenden  Wasserstraßen  Monopole  zu
sichern,  murde  auf  die  Schaden  für  die  Mitlelund
  Kleinbetriche  verwiesen.  Gegen  die  Aufhebung
  der  Nachtarbeit  in  den  Müllereien  wurde
in  F##m  einer  §.1  Aan  nachorucklich  Widerspruch
  erhoben.  Im  Verlauf  der  Versammung
sprach  auch  Herr  J.  Freisl:  Jandenmühle  über
das  mitelsländische  Müllergewerbe  im  Kriege.
Dar  Getreide  Einfuhrscheinsystem,  die  Ungleichheit
  der  Mahllöhne,  des  Vermahlungsverhältnisser
  und  der  Kommissionsgebühren  bildeten  die
Harptpunlle  seiner  Kritil.  Ueber  die  Belämpsung
  der  Mehlmolle  reserierte  Dr.  Fridlhinger=Muuchen.


Tödlicher  Absltur=  Am  Ausgange  vom
Hollenlanserner  beim  Aufuieg  auf  die  Zugspitze
sind  am  Samoetag  der  13  Jahre  alte  Eisenoreher
  Fritz  Sesler  und  die  21!  Jahre  alte  Arbei
terin  Theodore  Kugner,  bei  e  aus  München,  *
gestür:t  und  waren  sofort  jot.

Isarst  ädte-Verband.  Nachdem  sich
lür:  inPd  in  Nosenheim  ein  Zwedverband  zur  Hebung
  der  Junschiffahrt  gebildet  hat,  wurde  auch
ein  sarstädte=  erband  ins  Leben  getresen,
  der  den  zweil  hat,  die  gegenseilige  Fühiungnahme
  bieser  Städle  im  Hinblick  auf  die
Cussichtsreichen  Wasserstraßenprojelle  in  die  Wege
  zu  leiten,  die  zur  Ausn###zung  der  Isarwasserlräfte
  im  Gange  sino.  Außerdem  soll  die  Vereinigung
  sich  um  die  Verbesserung  der  Verkehrverhällnisse
  annehmen  les  ist  auch  der  Bau
einer  Industriebahn  längs  der  Isar  von  München
  bis  zur  Mündung  in  die  Donau  geplant)
und  dabei  die  Frage  zu  prüfen,  ob  und  inwiewei
  die  Errichtung  eines  Schiffsverlehrs  mit
8  500  Tonnenschissen  auf  der  Isar  möglich
  ist.  E—

 

Führer

 

——

Pfaffenhofen  a.  Inn,  1.  6.  Silbernes
Priesterjubiläu  m.  Vergangenen  Samstag
  konnte  H.  H.  Kämmerer  und  Pfarrer  Josef
Allmer  von  Pfassenhofen  auf  sein  25  jähriges
Wirken  als  Priester  eurüdbliden.  Die  Gemeinde
ließ  es  sich  nicht  nehmen,  diesen  Ehrentag  ihres
geliebten  Pfarrherrn  am  darauffolgenden  Sonnlag
  in  seierlicher  Weise  zu  begehen.  Nach  oer  von
H.  H.  P.  Quardian  von  Nosenheim  gehaltenen
GEestpredigt  zelebrierte  der  H.  H.  Jubilar  in  der
schön  geschmückten  Pfarrlirche  ein  seierliches
Hochamt.  Am  Nachmittag  beehrte  die  Pfarrei
ihren  Hochw.  Psarrherru  durch  eine  kleine,  aber
überaus  herrliche  Feier,  wobei  der  Kirchenchor
unter  Leilung  de:  H.  Hauptlehrers  Walser  herrliche
  Lieder  um  Vortrag  brachte.  Möge  der
Wunsch  seiner  Psarrkinder  sich  erfüllen  und  H.
H.  Kämmerer  auch  dereinst  in  gleicher  Gesundheit
  sein  goldenes  Priesterjubiläum  feiern  können.


Brannenburg,  1.  7.  Volksversammlung.
  Die  Münchener  Post  berichtel:  In  einer
nun  Männern  und  besonders  von  Frauen  zahlreich
  besuchten  Versammlung  im  Gailhaus  zur
Hege  hielt  am  Sonntag  Nedalteur  M.  Gruber-*wüchen

  einen  recht  beisällig  ausgenommenen
Vortrag  über  So  zialdemolratie  Frieden  —
Vresteil.  Nach  einer  Pause  behandelle  Arbeiler#ekretär
  (H5öpfert-Nosenheim  in  sehr  cindrucksuüOv#n,
  Wiederhont  von  stürmischen  Zustimmungsuuicnt
  unterbrochenen  Ausführungen  die  Lebensmittelre
  rĩoraung  in  Brannenburg  und  Umgemnz.

  An  der  lebhaften  Aussprache  beleiligten
fih  -  Herrn  R  echts  ranwalt  Drechsler  auch
meßtere  Francn,  die  eine  Reihe  von  Klagen  über
Mahlnäuche  und  Uebelstände  in  der  Zuweisung
und  Verleilung  von  Lebensmitteln  vorbrachten.
Schließlich  wurde  Arbeitersekretär  Karl  Göpsert
  von  der  Versammlung  beauftragt,  beim
Baairlramt  Nosenheim  dahin  zu  wirken,  daß
me  h  Lebensmittel  namentlich  für  die  arbeiteme
Vevollerung  in  Brannenburg.Degeradorf  an-Lewiesen
  und  in  gerechter  Weise  verteilt  werden.

Stephanskirchen,  30.  Juni.  Das  25.
jährige  Priesterjubilcum  unseres  geliebten
  Psarrherrn,  H.  H.  Dekan  Heinrich  Feller
  murde  am  Peter=  und  Paultage  in  festlicher
Weise  gesciert.  Schulkinder  unter  Führung  von
Frl.  Lehrerin  Fausiner  empfingen  den  Jubilar
mit  Gesang  am  Pfarrhof.  Herr  Huptle  ehrer
K.  Hofbauer  feierte  in  her;lichem  Glückwunsch
den  Jubilar  ale  warmen  Freund  der  Schule  und
der  Rinder,  Herr  Kirchenpfleger  Th.  Wesiner
überreichte  ein  hochansehnliches  Geschenk  der
dankbaren  Psarrei.  Nun  sormte  sich  der  statt.
liche  F  Feil:  ug  mit  Kindern  und  Jungfrauen,  Vereinen
  und  Fahnen,  militärischen  Wachmamschaften,
  Vertretern  der  Gemeinde  und  des  Klerus,
den  eigenen  Angehörigen,  die  den  Herrn  Jubilar
  zum  feierlichen  Dankgoitesdienst  in  die  selllich
  geschmückte  Kirche  geleiteten.  Herr  Stadtpfarrchorregent
  M.  Haider  behandelte  in  seiner
Predigt  „das  Apostolat  des  Kreures  und  der
Liebe“.  Nach  dem  Festgottesdienst  und  Te  Deum
dankte  der  Jubilar  tief  gerührt,  gedachte  auch
insbesondere  der  Kämpfer  und  Gesallenen,  für
die  besonders  gebetet  wurde.  Ter  Nachmittag
vereinte  die  Erstteilnehmer  bei  H.  Antreter.
Möge  dem  H.  H.  Dekan  eine  noch  recht  lange,

segensreiche  Wirksamkeit  in  seinem  heiligen
Amie  bewieden  seint
Uschau,  1.  7.  Einbruch.  Zn  die  Ablieferungsstelle

  den-  Kommunalverbandes  Aschau
wurde  eingebrochen.  Die  Diebe  wurden  dabei
überrascht,  wie  sie  mehrere  Kisten  Eier,  einen
Jeniner  Schmal=  ,  Fleisch,  Wein  usw.  fortschafjen
  wollten.  Die  Einbrecher  slüchteten  unter
Jrurücllassung  von  zwei  Schubkarren  in  ein  nahes
Kornseld.  Vie  auf  eine  Kiste  Eier  konnte  alles
geborgen  werden.

Aschau,  1.  7.  Der  Bischof  von  Chur
weilte  zu  Besuch  auf  dem  Schlosse  des  Frhrn.
v.  Cramer-Klett  in  Hohenaschau.  In  der  Schloßlapelle
  ging  das  jüngste  Tochierchen  der  Familie
v  Cramer  -Klett,  die  9  jährige  Annemaria,  mit
neun  gleichaltrigen  Kindern  aus  den  hiesigen

Kinderheimen  zum  erstenmal  zum  Tisch  des
Herrn.
schau,  1.  7.  Hunderttausend  Markspende.

  Rreicher  Freiherr  von  Cramer-Kleit
hat  dem  Zweigverein  Bayern  des  Bundes  deutscher
  Offiriersfrauen  als  Stiftung  den  Betrag
von  100000  Mark  überwiesen.

prien,  1.  7.  Goldenes  Priesterjubiläum.
  Ein  im  gan'ien  Chiemgau  bekannter
und  geschätzter  Priester,  der  freiresign.  Dekan
und  langjährige  Pfarrer  von  Breitbrunn,  Ehrenmitglied
  des  Kapitels  Höslwang,  Geistlicher  Rat
Johann  Baptist  Kraherr,  feiert  in  seiner  Heimatstadt
  Freising  sein  goldenes  Priesterjubiläum.
Der  Jubilar  wirkte  auch  als  Pfarrer  in  Hohenlinden,
  Graßau,  Au  am  Inn,  wo  er  ebenfalls  in
gutem  Andenken  steht.

Traunstein,  30.  6.  Ihr  silbernes
Priesterjubiläum  feierten  am  Feste  der
Upostelfürften  folgende  Jubilare  des  Dekanals
Traunslein:  Professor  dͤr.  Berger  in  Traunstein,
  Pfarrer  Ficker  in  Ruhpoloing,  Pfarrer
Genghammer  von  Reit  im  Winkel,  Pfarrer
Imhof#  Inull,  Pfarrer  Gebhard  in  Chieming,
  Salinkaplan  Stadlhuber  in  Traunstein.

Mühlborf,  1.  7.  Jnfolge  ungesignesn
ter  Vodenverhältnisse  muß  der  B  u  des

Werkkanals  in  Garching  eine  andere  Einiene

 

mittwoch,  3.  Jull  1918

führung  erfahren.  Die  den  Kanalbau  ausführende
  Tiefbau=  und  Eisenbetongesellschaft  kann
sich  nun  mit  einem.  Bauern  H.  nicht  einigen.
Als  troßdem  Geleise  gelegt  wurden,  verbarrikadierte
  H.  den  durch  seine  Grundstüde  führenden
Weg  und  es  kam  nach  der  Inn  reilung  zu  einem
regelrechten  Handgemenge  mit  Schießerei.  H.
sordert  nun  endlich  Abschließung  eines  Vertrags
oder  Einstellung  der  Arbeiten  durch  gerichtliche
Verfügung  Die  Firma  droht  unter  Berufung
auf  das  Notstandsgeseh  die  Enleignung  zu  erewingen.


HBolzkirchen,  1.  7.  Die  Sammlung  für  die
Ludendorff-Spende  hat  hier  3697  Mk.
ergeben.

Thunstetten,  30.  6.  Vom  Blitze  getötet.
  Am  Feste  Peter  und  Paul  wurde  die
19  jährige  Maria  Huber,  Höhenwallnertochter
dahier,  als  sie  das  Tennentor  öffnen  wollte,
vom  Blitze  gelötet.

Reichersbeuern,  1.  7.  Jrrsinnig  geworden
  ist  die  47.  jährige  Hauabesihzerin  Anna
Niggl.  Sie  mußte  sofort  ins  Krankenhaus  Töl:
gefahren  werden.  Geslern  wurde  sie  in  die  Psnchiatrische
  Klinik  verbracht.  Die  Vedauernswerte
wollte  alles  eerftören,  was  ihr  in  die  Hände
kam  und  jammerte  fortgesetzt  um  ihren  einigen
Sohn,  der  im  Felde  sieht.

Bad  Rcichenhall,  30.  6.  Die  Versuche
der  Fremden,  die  eugelassene  Aufenthaltsdauer
  von  4  Wochen  auf  alle  mögliche  Weise
eu  umgehen,  mehren  sich  nach  einer  Mitteilung
des  Be  irksamte  derartig,  daß  strengere  Maßnahmen
  erforderlich  geworden  sind.  Nach  Umfluß
  der  Aufenthaltsdauer  haben  Fremde,  die
den  Berirk  nicht  freiwillig  verlassen,  sofortige
Wegueisung  en  gewärligen.  Eventuelle  Strafeinschreitung
  neben  der  Fortschaffung  trifft  neben
den  Fremden  auch  die  Wirte,  die  den  Gast
länger  44  erlaubt  beherbergen.  Theaterdirektor
  Joseph  Meth  kaufte  um
18000  Mk.  die  Villa  Dr.  Bährmann  und  das
Schwimmbad  Kailtl.

Aus  dem  Ralhaus.

Oeffsentliche  Sigung  des  Kollegiums

 

der
Gemeindebevollmächtigten
Mittwoch-  den  3.  Juli,  nachm.  1.  4  Uhr.
Tagesordnung:  l.  Belanntgabe  magaistratischer
  Zuschristen,  2.  Ludendorff  Spende
für  Kriegsbeschäoigle,  3.  Zuschuß  zur  Auschaffung
  eines  Fahrrades,  4.  Erhöhung  des  Schulgeldes
  an  der  slädt.  höheren  Mädchenschule  u.
Neuregelung  der  Pensionspreise  im  Mädchen-Er:iehungeinstitut,
  5.  Erhöhung  des  Gaspreises.
Geheime  Sitzung.  1  Anstellung  einer
Hilsekrast  für  den  Kartoffelverlauf,  2.  Geschäftsaushilse
  im  Stadtbauamt.  J.  Prüfung  der
wirtschaftlichen  und  sinaniellen  Tätigteit  des
Kommunalverbandes.

Lotalmscheichten.

*7  Rosenheim,  2.  Juli.
Uebergroße  Begehrlichkeit.

Kaum  reist  im  Wald  der  Segen  der  Berrenernte
  heran,  machen  sich  schon  in  gewissen  Kreisen
  Bestrebungen  bemerlbar,  die  darauf  abtielen,
die  Waldbeeren  der  Allgemeinheit  zu
centeiehen.  Großbeerenhändler  streben  an,
daß  künstig  die  gesamte  Beerenernte
gröherer  oder  kleinerer  Waldungen  im  Wege  der
Verfteigerung,  Aerpachlung  oder  freihändiger
Ueberlassung  unmittelbar  an  (Großhänoler
abgegeben  werde.  Der  Großhändler  will  dann
Aufläuser  und  Sammler  aufsiellen  und  letzteren
  bestimmte  Sammelgebiele  zuweisen.  Die
Preise  für  die  Waldbeeren  würden  sich  hiebei  geneuuber
  den  jetzigen  (sehr  hohen!!  Preifen  nicht
erhöhen,  wohl  aber  würden  dem  Waldbesitzer,  in
erster  Linie  dem  Staat,  erhebliche  Einnahmen
zufließen.

Zur  Begründung  ihrer  Forderung  sühren  die
Großhändler  an,  daß  bei  dem  jetzigen  Sammelpersahren
  ungefähr  ein  Driltel  des  Beerenertrages
  verloren  gehe,  das  bei  richtiger  Organisation
  des  Sammelgeschäfts  ersaßt  und  nutzbar
  gemacht  werden  könnte.  Wir  wissen  nicht,
ob  die  Mengen  wirklich  so  groß  sind,  die  jene
Kreise  alo  für  die  Allgemeinheit  verlustiggehend
bezeichnen.  Vorerst  möchten  wir  das  fuglich  bezueifeln.
  Was  aber  soll  mit  den  tausenden  Familien
  gescheben,  die  bisher  Veeren  für  den
ei  genen  Haushalt  gesammelt  haben?  Die
sollen  ihren  Bedarf  um  teures  Geld  wohl  auch
bei  den  Großhändlern  decken!  Will  man  den
Minderbemittelten  wirtlich  den  lethzten  bescheideneu
  Rest  einer  Annehmlichkeit  ent-iehen,  zum
Vorteil  einiger  Großhändler?  Soll  das  deutsche
  Volk  etwa  gar  noch  mit  einer  „Neichs-Beerenverwerlungsgesellschaft
  mit  dem  Sitz  in  Berlin“
  beglückt  werden?  Vom  Segen  des  Staatsr
  ialismus  haben  wir  wahrhaftig  die  Nase  voll.
Seine  Ausdehnung  auf  den  letzten  Rest  von  Bodenerzeugnissen,
  auf  die  Waldbeeren,  mühte  man
gan)  energisch  ablehnen!

l*!

Auszeichnungen  im  Felde.  Heinrich
Wiesender,  Sohn  des  verstorbenen  approb.  Badero
  August  Wiesender,  wurde  mit  dem  Eiserne
Kreuie  2.  Kl.  an  gechet  Früher  schon  wur
de  ihm  das  Verdi  reuz  mit  n  ver

 

liehen.  Sein  Bruder  Stefan  Wiesender  wurd

mit  dem  Eis.  Kr.  2.  Kl.  und  dem  Verdienstkreug