Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1823. (18)

einen  Schein,  in  welchem  der  Grund  der
Entlassung  ausdruͤcklich  bemerkt  wird.
Sollte  ein  Landjaͤger,  der  aus  dem
Linien-Militaͤr  zum  Landjaͤger-Korps  uͤbersetzt
  G.  43.),  oder  als  Ersatzmann  dem
Landjaͤger-Korps  uͤberlassen  worden  ist,
(K.  45.)  von  letterem  wegen  verschuldeter
  Unbrauchbarkeit  oder  zur  Strafe  wieder
  entlassen  werden,  so  ist  derselbe  auf
den  Rest  seiner  militärischen  Dienstzeit
zu  den  Garnisons-Kompagnien  abzugeben,
es  wäre  denn,  daß  in  dem  richterlichen
Erkenntniß  außer  der  Entfernung  aus
dem  Landjäger-Korps  auch  die  Ausstoßung
aus  dem  Militär  ausgesprochen  wäre.

K.  62.

Die  Offtziere  des  Landjäger-Korps  können
  nur  vor  dem  Kbnige  auf  den  motivirten
  Antrag  der  Ministerien  des  Innern
und  des  Kriegswesens  entlassen  werden.

Peusionirung  und  Invalidirung.
g.  653.

Die  Verordnung  vom  13.  September
1619  wegen  Pensionirung  der  Militär=Personen
  und  ihrer  Wittwen  behält  auch
auf  die  Offiziere  des  Landjäger-Korps  ihre
Anwendung.

Unteroffziere  und  Landjäger  werden
in  Absicht  auf  Invalidirung  dem  Linien-Militär
  gleichgehalten.

432

Dagegen  wird  der  bei  letzterm  gewoͤhnliche
  Invaliden-Abzug  auch  bei  dem  Landjäger-Korpe
  berechnet.

Die  Pensionen  sowohl  als  die  Invaliden=Gehalte
  werden  auf  den  allgemeinen  Pensionsfonds
  übernommen.

Kranken-Pflege.
K.  64.

Unteroffiziere  und  Landsäger,  welche
im  Lauf  ihrer  Dienstzeit  erkranken,  werden
  in  den  nächstgelegenen  Militär-Spital
gebracht,  und  dort  nach  den  für  das  Linien=Militär
  festgesetzeen  Normen  behandelt.
Der  diesfallsige  Aufwand  wird  nach  den

bei  dem  Linien-Militär  bestehenden  Taxen

der  Kriego-Kasse  aus  dem  Etat  des  Landjäger-Korps
  ersetzt,  welch  letzterer  dagegen
das  Verpflegungsgeld  des  Kranken  inne
behält.

Bei  leichteren  Krankheiten,  oder  wenn

die  Umstände  den  Transport  in  den  Militär-Spital

  nicht  gestatten,  sind  die  Unteroffiziere
  und  Landjaͤger  von  dem  besoldeten
oͤffentlichen  Arzte  unentgeldlich  zu  behandeln,
  die  Arzneien  und  sonstige  Kosten
aber  aus  dem  Korps-Etat  zu  bezahlen.
Beerdigung.
C.  65.

Ein  in  einem  Garnisons-Ort  verstorbenes
  Mitglied  des  Landjäger-Korpe  wird
militärisch  beerdigt.