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Man glaubte aber dem neuen Regiment einen neuen
mächtigen Schwung zu geben, wie ungefähr dritthalb Jahre
nach der Restitution Ferdinand Geizigkofler, ein
Sohn des ehemals so berühmten Reichs-Pfenningmeisters dieses
Namens, zum Statthalter, Hofkanzlei= und Land-Direktor
ernannt wurde. *)
Dieser volltönende Amtsname war auch in der That
nicht bloß ein neuer Name statt des alten Land-Hofmeister-Titels,
sondern Geizigkofler erhielt wirklich mehr Gewalt, als
bisher irgend ein Land-Hofmeister gehabt hatte.
Der ganze Hofstaat und das sogenannte Hofgesinde waren
bisher gewbhnlich nicht unter dem Land-Hofmeister, sondern
unter dem Marschalk oder Haus-Hofmeister gestanden;
nun aber war der neue Statthalter auch über sie alle. Er
schien ein kleiner Majordomus zu seyn. Der Herzog hatte
große Gewalt in seine Hände gelegt, um viele große Reformen,
die nothwendig waren und zu denen er selbst nicht
Muth genug zu haben schien, schnell und sicher ausgeführt
zu sehen. Ihm, dem Starthalter, aber fehlte es weder an
Einsichten, noch an Thaͤtigkeit, noch an entschlossenem Zugreifen;
allein das Land ertrug ihn nicht. Kein Reformator,
der rasch wirken will, wird in Wirtemberg glücklich seyn.
Gleich im ersten Jahre seines Amtes wollte Geizigkofler schon
wieder abdanken, und so trieb er es mit Niederlegen und
Wiederannehmen desselben bis in's fünfte Jahr, da er endlich
bei dem Entschlusse seiner völligen Resignation fesiblieb.)
*) Sein ganzer Titel war: Ferdinanb Geizigkofler, des heil. röm.
Reichs freier und edler Herr auf Haunsheim, Stauffen, Moß
und Wessenbeuren, Ritter und Obrist, fürstl. wirkemb. Statthalter,
Hof-, Land= und Kanzlei-Direktor.
*) Er legte völlig nieder 2. April 1636.