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Merico.
Frankreich.
Uebersicht der Ereignisse des Jahres 1866.
nach den Entschlüssen dieser Versammlung. Allein schon war es
dafür zu spät; die Republikaner gingen auf seinen Plan nicht ein.
Bereits seit der Mitte des Jahres hatten die Franzosen die entfernteren
Plätze, die sie bisher occupirten, geräumt und sich gegen die
Mitte zu concentriren begonnen; dicht hinter ihnen rückten aber die
Juaristen nach, deren Guerillas selbst die mittleren Provinzen fortwährend
beunruhigten. Bis Ende des Jahres standen die Franzosen
größtentheils concentrirt in der Hauptstadt und auf der Straße zwischen
Mexico und Veracruz, wo sie ein großes befestigtes Lager errichteten,
das ihre Einschiffung nach Europa decken sollte. Maximilian
hatte sich entschlossen, sein Geschick nicht von den Trümmern
seines Thrones zu trennen und wenigstens seine Ehre zu wahren.
Mit aufrichtiger Achtung und Theilnahme sah Europa dem Untergange
eines Fürsten entgegen, der dem allgemeinen Urtheile zufolge
eines bessern Schicksals werth gewesen wäre.
So erlitt Frankreich, das sich als Weltmacht unter dem zweiten
Kaiserreich auf eine seit dem Sturze des ersten Napoleon unerhörte
Höhe des Ansehens und des Einflusses gehoben und darin fast allein
einen Ersatz für die ihm fast gänzlich entzogene Freiheit der inneren
Entwickelung und Bewegung gefunden hatte, in einem und
demselben Jahre eben in dieser seiner Machtstellung drei Schläge,
von denen es schwer zu sagen war, welchen es am schmerzlichsten
fühlte. Das Zusammenbrechen der mexicanischen Unternehmung war
eine unleugbare Niederlage der eigensten Politik des Kaisers, die
weder bemäntelt noch beschönigt werden konnte und der plötzliche
Rückzug, der einer Flucht auf ein Haar ähnlich sah, verletzte die
Eitelkeit und das berechtigte Selbstgefühl der Franzosen. In Italien
hatte sich im Grunde nur vollendet, was Nappleon schon 1859
als das Ziel seines Krieges gegen Oesterreich verkündete, die Freiheit
des Landes bis zur Adria; aber es war dieß ohne Frankreich
und darum in einem gewissen Sinne gegen Frankreich erfolgt. Das
neue Königreich Italien, diese Schöpfung Frankreichs, war von Frankreich
auch wesentlich abhängig, so lange es von Oesterreich noch
keineswegs auerkannt war und so lange die Oesterreicher im Festungsviereck
nur von Frankreich zurückgehalten wurden, dem ganzen Spuck,
wie man in gewissen Kreisen in Wien meinte, ein jähes Ende zu
bereiten. Mit der gezwungenen Abhängigkeit Italiens von Frank-