Full text : Erinnerungen des Kronprinzen Wilhelm.

Flecken  Erde  kennen,  auf  dem  ich  seit  über  20  Monaten
lebe.  Ich  kann  mir  denken,  daß  es  ihnen,  wenn  sie  hier
zufällig  gut  Wetter  treffen,  für  ein  paar  Tage  gar—
nicht  so  schlimm  erscheint.  Eine  große  Freude  brachte  mir
das  Kommen  meines  alten  allzeit  getreuen  Maltzahn,
der  bei  seinen  Besuchen  im  Felde  manche  ernste  Sorge
um  unsere  Lage  im  Inneren  mit  mir  geteilt  hat.  —  Ende
des  Monats  soll  auch  meine  Frau  wieder  kommen  —
diesmal  mit  allen  vier  Jungens!

Es  drängt  mich,  im  Zusammenhange  meiner  Auf—
zeichnungen  über  mein  persönliches  Erleben  auch  einige
Worte  über  die  beiden  Männer  zu  sagen,  in  deren
Namen  sich  für  das  gesamte  deutsche  Volk  Idee  und
Bild  des  militärischen  Führertumes  verkörpern,  über
den  Generalfeldmarschall  von  Hindenburg  und  über
seinen  Ersten  Generalquartiermeister,  den  General  Lu—
dendorff.

Was  unser  Vaterland  den  beiden  Männern  dankt,
darüber  sind  wohl  keine  Worke  nötig.  Es  mag  genügen,
die  Erinnerung  an  die  Tage  der  großen  Siege  bei  Tannenberg
  und  an  den  Masurischen  Seen  wachzurufen,
in  denen  die  Ramen  dieser  Beiden  auf  allen  Lippen
waren,  nach  denen  Fronk  und  Heimak  in  gleicher  Weise
wünschten,  daß  die  Führung  des  gesamkten  deutschen
Heeres  in  ihre  Hände  gelegk  werden  möge.  Auch  wir
Oberbefehlshaber  haben  diesen  allgemeinen  Wunsch,
Hindenburg  und  Ludendorff  an  der  höchsten  verankworklichen
  Stelle  wirken  zu  sehen,  rückhaltlos  gekeilt
und  den  endlichen  Entschluß  Seiner  Majestät  mit  Freude

und  Hoffnung  aufgenommen.
Kronprinz  Wilbelm,  Erinnerungen.  12

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