Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1810. (5)

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liegt  ein  Formular  zu  dieser  Durchschnitts-Berechnung
  unter  Zifer  18  an.  Hierbei  muß
jedoch  bemerke  werden,  daß  in  diesem  Formular
  nicht  nur  die  angesezte  Zahl  der  vorgefalleclen
  geistlichen  Verrichtungen,  sondern  auch
die  zum  Grunde  gelegte  Tare  bloß  Beispielsweise
  angesezt  worden  ist.  Es  hat  demnach
jeder  Geistliche  die  bei  seiner  Pfarrei  wirklich
eingeführte  Stolordnung  (Tarordnung)  in
der  Berechnung  des  Geld-Ertrages  anzuwenden,
  und  diese  auf  dem  Titelblatte  der  Durchschnitts-Berechnung
  gehörig  zu  bemerken.

In  Rücksicht  des  Beichtgeldes,  welches.
nach  keiner  bestimmten  Norm,  sondern  nach
dem  freien  Willen  der  Beichtenden  bezahlt
wird,  muß  der  jährliche  approrimative  Ertrag
durch  eine  Durchschnitts  =  Berechnung  der
fungsien  10  Jahre  hergestellt  werden.  Im
Falle  hierüber  keine  Aufschreibungen  geführt
worden  snd,  ist  der  Ertrag  des  lejten  Jahres
in  der  Fassion  vorzurragen-VI)
  Einnahmen  aus  observanzmässigen

  Gaben  und  Sammlungen  bei
der  Gemeinde.

.  ab.  Wenn  bei  einer  Pfarrstelle  observanzmdssige
  Gaben  oder  bestimmte  Sammlungen
für  den  Pfarrer  eingeführt  sind,  (bestimmte-Reujahrsgelder,
  Deputare  an  Wildpret,,  Fischen
Broden,  Herbsttrunk,  Flachs,  Eier,  Schmalz
und  Fleischsammlung)  so  ist  der  einjährigeapprorimarive
  Ercrag  solcher  Gaben  und:
Sammlungen  aus  einer  Durchschnitts-Beerchnung
  der  jüngsten  10  Jahre  herzustellen,
eder  wo  es  an  Aufschreibungen  darüber  fehlr,
nach  dem  Errtag  des  sezten  Jahres  zu  ermes-154


sen,  und  nach  pflichtmaͤssiger  eigmer  Schaͤ-ning

  des  Pfarrers  zu  Geld  angeschlagen  in

die  Fassion  aufzunehmen.

VII)  Einnahmen  aus  freiwilligen  Geschenken
  an  Geld  oder  Viktualien  von
einzelnen  Gemeindegliedern.

§.  :7.  Ganz  freiwillige  Geschenke  der
Gemeindeglieder  an  den  Pfarrer  in  Geld  und
Naruralien  oder  Victnalien  (Hausschenken,
unbestimmee  Renjahrsgeschenke,  Kirchweihgaben
  c.)  können  zwar  nicht  als  bleibende
Dienstes-Emolumente  betrachtet  werden,  weil
sic  von  dem  Vermögensstand  und  gurem  Willen
  der  Eingepfarrten,  und  von  der  erwerbenen
persönlichen  Achtung  und  Liebe  des  Geistlichen
abhängen,  und  nicht  immer  auf  den  Dienstnachfolger
  übergehen.  Sie  sollen  jedoch  nach
einer  Durchschnitts-Berechnung  von  10  Jahren,
  oder  wo  es  an.  genauen  Aufschreibungen
daruͤber  fehlt  nach  eigener  pflichtmaͤssiger  Schaͤ-zung
  des  Geistlichen,  und  nach  dem  Ertrage
des  lezten  Jahres,  im  einjaͤhrigen  approximativen
  Ertrage  zu  Geld  angeschlagen,  aber  nicht
in  dem  gesammten  reinen  Dienstertrage  mit  eingerechnet,
  sondern  nur  anhangsweise  am.
Schlusse  der  Fassion  beigesezt  werden.

II.  Lasten  der  Pfarrei.

.  28.  Die  Steuern,  mit  Angabe  sowohl
des  Steuer-Simplums,  als  der  ganzen  jährlichen
  Steuerquote,  Deciwarion  oder  Viceßmation,
  und  zu  entrichtenden  ordentlichen  Gemeindslasten,
  die  Pfarr-Kanons  „  mit  Bemerkung,
  ob  dieselben  als  bleibend  der  Pfarrei,
r.  nur  auf  bestimite  Jahre,  oder  auf  die

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