Full text : Geschichte der königlich Preußischen Armee. Band IV. (4)

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gegen  Kopfhiebe.  Am  oberen  Rande  saß  eine  wollene  schwarz  und
weiße  „Rose“  als  Nationalmilitärabzeichen,  vorn  bei  den  Garden
der  Stern  des  Schwarzen  Adlerordens,  bei  den  Grenadieren  und
Dragonern  ein  messingner  Adler,  bei  den  Musketieren  der  königliche
Namenszug,  bei  den  Leibhusaren  der  Totenkopf,  bei  der  Artillerie  eine
Granate  mit  drei  Flammen,  bei  allen  übrigen  Truppen  eine  wollene
schwarz-weiße  Kokarde  mit  Bandagraffe.  Zu  Paraden  steckten  die
Garden,  die  Grenadierbataillone,  das  Leibregiment,  die  Jäger  und
Schützen,  die  Kavallerie  und  reitende  Artillerie  Haarbüsche  oder
Federbüsche  auf,  die  Jäger  legten  grüne,  die  Kavallerie  und  reitende
Artillerie  nach  der  Farbe  der  Knöpfe  weiße  oder  gelbe  Kordons  (Behänge)
  an.  Gewöhnlich  wurden  die  Czakos  und  Czapkas  in  Wachsleinwandbezügen
  getragen,  an  denen  sich  im  Feldzuge  von  1812
vorn  eine  schwarz-weiße  Kokarde  befand.  Im  Jahre  1811  hörte  das
Pudern  der  Haare  zur  Parade  auf,  die  Zöpfe  waren  schon  1807  verschwunden.


Die  Röcke  wurden  vorn  zweireihig  übergeknöpft,  die  Kragen
waren  sehr  hoch  und  bis  1814  vorn  schräg  ausgeschnitten,  auf
beiden  Schultern  waren  Achselklappen  angebracht.  Die  Grundfarbe
war  dunkelblau,  bei  den  Jägern  und  Schützen  dunkelgrün.  Die
Kürassiere  trugen  wie  schon  vor  1806  keine  Kürasse,  die  sie  erst  1814
wieder  anlegten.  Sie  hatten  weiße,  die  Dragoner  hellblaue,  die  Ulanen
und  die  reitende  Artillerie  dunkelblaue  kurzschößige  Kollets  (Ulanen
mit  schräg  auseinandergehenden  Knopfreihen  und  Rabattenvorstoß),
daneben  für  die  kalte  Jahreszeit  zweireihige,  Kürassiere  dunkelblaue
Lithewsken,  die  Husaren  Dolman  und  Pelz.  Die  Beinkleider  wurden
dunkelgrau,  bei  der  Infanterie  mit  Schuhen  und  schwarztuchenen,
bis  unter  das  Knie  reichenden  Stiefeletten,  an  deren  Stelle  Garde
und  Jäger  Stiefel  trugen.  Im  Sommer  legte  man  lange  weißleinene
  Hosen  an,  die  zur  Parade  bei  den  Truppen,  die  hohe  Stiefel
hatten,  in  diesen  getragen  wurden.  Die  Kavallerie  erhielt  lange
dunkelgraue  Reithosen  mit  Lederbesatz,  die  an  den  Seiten  mit  vielen
kleinen  Knöpfen  zu  schließen  waren.  Die  Mäntel  waren  ebenfalls
grau.  Lederzeug  weiß,  bei  den  Füsilieren,  Jägern  und  Schützen,
Husaren  und  Ulanen,  der  Fußartillerie  und  den  Pionieren  schwarz.
Die  Tornister  von  rauhem  Kalbfell,  bei  den  Jägern  mit  Klappen
von  Dachsfell,  wurden  über  beiden  Schultern  getragen,  wobei  ein
schmaler  verstellbarer  Brustriemen  die  beiden  Tragriemen  verband.
Das  Säbelgehenk  war  so  eingerichtet,  daß  es  sowohl  um  den  Leib
als  auch  über  der  rechten  Schulter  getragen  werden  konnte,  bei
den  Füsilieren  und  allgemein  beim  Feldanzuge  wurde  es  übergehängt
  und  kreuzte  sich  über  der  Brust  mit  dem  Bandelier  der
Patrontasche.

Als  Unterscheidungszeichen  hatten  die  Infanterieregimenter,  wie
schon  angegeben,  provinzweise  verschiedenfarbige  Kragen  und
brandenburgische  Aufschläge  mit  dunkelblauen  Patten,  gelbe  Knöpfe,