100 Benisches Reich. (Februar 4.—6.)
Arbeit versammelt, dankt Ew. M. für die getroffene verheißungsvolle Entscheidung
und sieht dem nahenden Endkampf unter Ew. M. Führung mit
unbegrenzter Zuversicht entgegen, in unzerbrechlicher Treue zu seinem Kaiser.
In Einmütigkeit, Entschlossenheit und Opferwilligkeit wird das deutsche Volk
alle seine gewaltige Kraft einsetzen, um auch einer Welt von Feinden gegenüber
den Frieden zu erringen, der ihm Leben, Ehre und Freiheit verbürgt.
Bassermann, M. d. R.
4. Febr. (Berlin.) Gründung einer Deutsch-Irischen Gesellschaft.
5. Febr. Der amerik. Botschafter Gerard verlangt seine Pässe.
6. Febr. (Bayer. Abgeordnetenkammer.) Die bürgerlichen
Parteien richten an Kaiser Wilhelm und König Ludwig folgende
Ergebenheitstelegramme:
An Kaiser Wilhelm: Ew. Kaiserl. M. kraftvolle Kundgebung über
die dreiste Zurückweisung des deutschen Friedensangebotes durch unsere
Feinde und über deren anmaßende Note an Amerika mit ihren schmählichen
Kriegszielen hat auch im bayerischen Volke elementaren Widerhall
gefunden und nachhaltige Begeisterung entfacht. Wir Vorstände der bürgerlichen
Parteien des bayerischen Landtags wissen uns in voller Uebereinstimmung
mit dem bayerischen Volk, wenn wir Ew. Kaiserl. M. für das
offene Bekenntnis ehrlicher deutscher Friedensbereitschaft, aber auch zorniger
Entrüstung über die uns in der frivolen Ablehnung des Friedensangebotes
angetane Schmach tiefstgefühlten Dank aussprechen. S. M. unser vielgeliebter
König haben Ew. Kaiserl. M. bereits die Versicherung gegeben,
daß wir Bayern in unerschütterlicher Bundestreue den uns aufgezwungenen
Kampf fortzusetzen den eisernen Willen haben, um uns mit den Waffen
einen ruhmreichen Frieden zu erzwingen. Diesem Willen würde auch das
Erstehen eines neuen Feindes nicht den geringsten Abbruch tun. Wir
vertrauen auf des gerechten Gottes Beistand und unsere treffliche Rüstung.
Für Kaiser und Reich, für König und Volk ist uns kein Opfer zu groß.
In dieser Opferbereitschaft und in der rückhaltlosen Anwendung aller tauglichen
Kriegsmittel erblicken wir die sichere Gewähr des deutschen Sieges
und einer gesicherten Zukunft der deutschen Nation.
Held. Dr. Hammerschmidt. Gebhart. Eisenberger.
An König Ludwig: Ew. Kgl. M. haben mit dem feierlich ernsten
Gelöbnis der Kgl. Antwort auf des Kaisers Majestät Kundgebung an das
deutsche Volk vom 12. Januar dem Bayernvolk aus dem Herzen gesprochen.
Indem wir Vorstände der bürgerlichen Parteien des versammelten Landtags
für dieses Gelöbnis unerschütterlicher Bundestreue und unbengsamen
Siegeswillens Ew. Kgl. M. im Namen unserer Wähler ehrfurchtsvollen
Dank sagen, erneuern wir zugleich die Versicherung, daß wir Bayern wie
bisher, so auch in der Zukunft allerwege opferfreudig und begeistert dem
Befehl Ew. M. folgen werden durch Not und Tod zu Kampf und Sieg.
Bayern voran! Das ist und bleibt unsere stolze Losung für des Reiches
Schutz und unseres geliebten Heimatlandes Ehr'. Bayern voran! Auch
wenn es gelten sollte, einem weiteren Feinde die Spitze zu bieten.
Kaiser Wilhelm erwidert: Ich habe Mich über die von entschlossenem
Siegeswillen und opferfreudiger Vaterlandsliebe getragene Kundgebung sehr
gefreut und spreche allen Beteiligten Meinen wärmsten Dank aus.
König Ludwig erwidert: Ich danke von Herzen für die von warmer
Vaterlandsliebe durchdrungene Kundgebung, die Mir als neues Unterpfand