zwischen Schlei und Eider und in der Arensharde. 11
in den verschiedenen Gebieten Holsteins; in den südlichen Grenzgebieten
läßt sich dabei ein ziemlich starker Einfluß des Niederdeutschen erkennen.
Nur in einem der südlichen Bezirke, in der alten Goesharde, auf dem
Geestrücken Fiolde (Abt. 11. 327 ff.), der sich durch seine merkwürdigen
Namen vor den anderen Landschaften auszeichnet, zeigt die Volkssprache,
soweit sie noch heute westjütisch ist, mehrfach gewisse Besonderheiten,
die sich nicht gut aus friesischem oder niedersächsischem oder auch dänischem
Einfluß erklären lassen; ob aber hier zu irgend einer Zeit eine
skandinavische Eimwirkung geschehen ist, ist schwerlich mehr festzustellen.
Ist es nun unseres Erachtens ein vergebliches Bemühen, dem
jütischen Stamm ein selbständiges Volkstum in älterer Zeit vollständig abzusprechen
und ihn zu einem dänischen Stamm zu machen, so ist ebenso
im Widerstreit mit der geschichtlichen Uüberlieferung, wenn man leugnen
wollte, daß die Jüten sich dieses Gegensatzes zu den Inseldänen nicht
bewußt gewesen wären, trotzdem daß sie frühzeitig ihre politische Selbständigkeit
verloren hatten und seit alters unter dänischer Herrschaft
standen. Juti rebellaverunt, so tönt es durch die dänische Geschichte
des Mittelalters bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts hinein. Erst
seit dem allmählichen Zurücktreten und zuletzt gänzlichen Verschwinden
des Jütischen aus der Literatur und der offiziellen Sprache, durch das
Eindringen der dänischen Literatursprache in Verwaltung, Gericht, Kirche
und Schule, mit einem Worte durch das Herabsinken der jütischen
Sprache zu einer bloßen Mundart ist der alte Gegensatz zurückgedrängt,
wenn er auch bis auf den heutigen Tag noch nicht ganz aus dem
Volksbewußtsein entschwunden ist.
In dem Gebicte des Herzogtums Schleswig d. h. in dem Teil,
der nach den Jüten benaunt ward, war dieser Prozeß derselbe, aber
er hatte wegen der Nachbarschaft mit Holstein doch noch besondere
Gründe und einen anderen Verlauf.
Wenn man die nationale Entwicklung des Herzogtums richtig
verstehen will, so hat man die sogenannte Germanisierung der Jüten,
d. h. die Verdrängung ihres Volkstums insbesondere in der Sprache
streng von der eigentlichen Kolonisation d. h. der Ansiedelung und Begründung
von national deutschen Kolonien zu unterscheiden. Die Germanisierung
vollzog sich hier ähnlich wie in Nordjütland die Danisierung.
Während im nördlichen und mittleren Teile schon früh die