Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

 

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*3  2  S.  Acbruar  1915

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e##rößeren  Ortschaften  der
liche  Postdoten  die  Bestellung  für  den

1  Pfennig:  dei  Wlederholungen.

 

Nosenhe#m
sech-  du  der  Stadt  entgegengenommen:
Umgebung  iche  Ter#a.  2  alle  Postanstalten  und  kr
le  einf

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oder  deren  E  10  NWae  dle  FV##  breite  Zalle  im  Reklameteil
oder  Zelenabichlüssen  Radat

in  der  M.  Niedermarrshen  Buchdeuckerei  sowie  n

nehmen  die  in  cu.  40
mm

nach  aufllegendem  Tarif.

 

 

Nosenheimer  Tagblalt

Amtliches  Publikasions-Orga#n.

 

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—-Nasenh#m#

  München,  Nüraber  Ve  Vern  #.  v,e——0—.  —-Schin
  der  Saferas-####e  1  M#  mn#s.  Nach  diesem  Zeitpuntt  lenn  fur  Uufnahme  in  die  lansende  Tagesm#er  nicht  mehr  ga#####t  werden.  Für  schlechtgeschriedenes  Manmskript  wird  koie  BVer#####  ######.

Dir  Vergetlichen  franzisischen  Durchtruchs-Versuche  inrder  A#hannague.

Die  Öclangenen  Dlndenburgs  in  Bapern.  —  bie  franzöfischen  Grclame  verlunc  1150000  mann.  —  eine  deni#chc  ergra  lsösehe  —  Kuslge
engurche  Kricgs,  Kosten.  —  Neuc  cnoiulchc  Opfer  der  deufoen  U-Bootc.  —  Beodtadc  pegen  Deurld,  Oafrika.  —  der  tussische  Marso  nach
Feriin  ein  Unsinn  —  Die  gefangenen  rurichen  Gencrdic  aus  der  wWinter.Schlacn  —  ein  fraozölisches  Corprdo-Boot  in  der  Rdria  gefunken.

Dardaneilen-Bombardement.  —  flammenzeichen  in  Indicn.  —

Sparkassen,  Genossensthaften  und
Kriegsaulelhe.

Wenn  die  soeben  aufgelegte  neue  Kriegsanleihe
  den  im  nerläsnsche  Interesse  drin-.
gend  erforderlichen  Erfolg  haben  soll,  so  mu
für  sie  auch  ein  Teil  der  in  den  Sparkassen
ruhenden  gewaltigen  Barguthaben  des  deutschen
  Volkes  herangezogen  werden.  Der  Verwendung
  von  Sparguthaben  für  die  Kriegs.
anleihe  stehen  aber  die  wohl  bei  allen  Sparkassen
  durch  die  Satzungen  felgesetzten  Kündigungsfristen
  entgegen.  Die  Sparkassen  haben
in  voller  Würdigung  ihrer  geoßen  volkswirt.
schaftlichen  Bedeutung  bei  der  ersten  Kriegsanleihe
  den  Einlegern  gegenüter,  die  auf  die
Anleihe  zeichnen  wollten,  in  urilherzigster  Weise
darauf  versichiet,  sich  auf  die  Kündigungsftisten
zu  berufen.  Sie  werden  sicherlich  auch  dieses
Mal  in  gleicher  Weise  verfah#en.  Sie  konnen
aber  andererseito  erwarten,  dah  das  Publikum
auch  ihren  Bedürfnissen  Rechung.  trägt  und
keine  unbilligen  Zumutungen  on  sie  siellt.  Es
sei  in  dieser  Hinsicht  auf  folgende  Punkte  hingewiesen:


1.  Es  kann  sich  immer  nur  um  den  Verzsicht
auf  die  satzungsmaßigen  Kundigungfristen  handeln.
  Auf  vertraglich  besonders  bedungene  Kündigungsfristen
  zu  verzichten,  ann  den  Sparlassen
  nicht  zugemutet  werden.

2.  Da  die  Sparlassen  selbst  alo  Vermittlungsstellen
  Zeichnungen  entggennehmen,  können
  sie  in  der  Regel  erwarten,  daß  die  Einleger.
die  die  Mittel  zur  Bezahlung  der  Kriegsanleihe
aus  ihrem  Sparguthaben  enlnehmen  wollen,
auch  bei  der  Sparkasse  zeick#n.  Einleger,  die
bei  einer  anderen  Vermittluggestelle  zeichnen
und  ihre  Spareinlagen  Picefür  mitverwenden
wollen,  werden  deshalb  gut  kun,  wenn  sie  sich
vor  der  Zeichnung  bei  der  eparkasse  darüber
vergewissern,  ob  und  inmieweil  diese  auch  hier
auf  die  satzungsmäßigen  Künigungsfristen  zu
verzichten  bereit  ist.

J.  Die  Anleihe  mußs  von  den  Jeichnungen
bie  zu  1000  Mk.  abgesehen  nicht  sofort  bezahlt
  werden,  sondern  cs  #  eine  sich  üben
mehrere  Monate  eri#treckende  Natenzahlung  vorgesehen.
  Soweit  Kündigung'fristen  in  Frage
kommen,  muß  es  daher  der  Entscheidung  der
Srarkassen  überlassen  bleiben,  ob  sie  für  ihre
Einleger  sofort  Vollzahlung  lesten  oder  von  der
Erlaubnis  zur  NRatenzahlung  Gebrauch  machen
wollen.

4.  Es  iit  zu  wünschen,  daß  die  Zeichner  in
erster  Linie  die  in  ihrem  Lesih  befindlichen.
entbehrlichen  Barmittel  zur  Zahlung  auf  die
Anleihe  verwenden  und  um  soweit  diese  nicht
zureichen,  auf  ihr  Spargutteben  zurückgreifen.

Jn  ähnlicher  Lage  wie  di  Sparkassen  sind
auch  die  Kreditgenossenschasten,  soweit  Sparguthaben
  der  Genossen  für  die  Anleihe  herangezogen
  werden  sollen,  so  dob  die  vorstehenden
Ausführungen  im  wesentlichn  auch  für  deren
Verhältnisse  zutressen.

Im  Interesse  einer  glatten  Erledigung.  des
Jeichnungegeschäfts,  n  nicht  nur  bei  den  Sparlassen,
  sondern  bei  sämtlichen  Zeichnungs=  und
Vermitklungsstellen,  wäre  zu  Mnschen,  dab  die

 

Anmeldungen  sich  möglichst  gleichmäßig.  über
die  ganze  Zeichnungefrist  verteilten.  Das  Publikum
  möge  daher  diese  Stellen  nicht  in  den
allerersten  Tagen,  während  sie  sich  noch  auf
das  neue  Geschäft  einzurichten  haben,  mit  Anträgen
  bestürmen,  andererseits  aber  auch  seine
Zeichnungen  nickt  bis  zum  Ende  der  sehr  ausgiebig
  bemessenen  Zeichnungsfrist  verschieben.
Jedermann  moge  bedenken,  daß  alle  diese  Stellen
  gegenwärtig  unter  besonder-  schwierigen  Verhältnissen
  arbeiten,  weil  ihnen  durch  die  Einberufungen
  zum  Heeresdienst  zahlreiche  Beamte
entzogen  sind,  die  entweder  gar  nich!  vder  durch
minder  geübte  Kräfte  ersetzt  werden  lonnten.

Werden  diese  Minke  seitens  des  Publikums
berücksichtigt,  so  ist  zu  erwarten,  daß  das  Zeichnungsgeschaft
  sic,  ohne  Reibungen  und  Mißbelligkeiten
  vollziett,  und  daß  die  Sparkassenzeichnungen
  bei  dieser  Anleihe  ein  ebenso  gläuzendes,
  momöglich  ein  noch  glanzenderes  Ergebnis
  aufweisen  werden  wie  beim  vorigen  Male.
Desgleichen  kann  von  den  CGenossenschaftozjeich
nungen  ein  Resultat  erwartet  werden,  das  die
Heranziehung  der  Kreditgenossenschaften  ai
Vermiltlungostellen  vollauf  rechtiertig!l.

Mgeweines  vom  Krieg

Die  Gefangenen  Hindenburgs

in  Banern.
Muünchen,  26.  Febr.  Von  den  bei  dem
letzten  Hindenburg  Sieg  gefangen  genommenen
Russen  werden  ungesältr  27/1700  in  bancische
Gefangenenlager  gebracht.  Die  bayerische  Hee
resvermaltung  ist  zur  JFeit  mil  der  Herrichlung
von  Unterkunftsftätten  für  diese  große  Mehrung
der  in  Bayern  untergebrachten  Kriegsgesang:
nen  beschäftigt.  (.).)

Kaiser  Wilhelm  und  Hindenburg.
Konstantinopel.  26.  Fehr.  Die  ange
sehene  türkische  Zeitung  „Terdschuman:.i  Hali
kat“  bringt  einen  glanzend  geschriebenen  Leit
artikel  aus  der  Feder  eines  angesehenen  Publizisten,
  in  dem  es  heißt:  Die  Zusammenfassung
des  bisherigen  Verlaufes  de:  Krieges  zeigt
zwei  (Geslalten,  die  hoch  aus  dem  Gewmirr  der
internationalen  Verwicklungen  und  welterschultternden
  Kämpfe  ragen:  Kaiser  Wilhelm  und
Generalseldmarschallt  von  Hindenburg.  Der
Kaiser  überwacht  fortwahrend  die  Entwicklung
der  kriegerischen  Ereignisse  und  leitet  die  Operationen,
  gleichzeitig  aber  trägt  er  die  Verantwor
tung  für  die  Verwaltung  des  großen  Reiches
auf  seinen  Schultern.  Allgegenwärtig  von  einem
  Teil  des  Kailerreiches  bis  zum  anderen,
so  ist  er  das  Musterbild  eines  modernen  Monarchen.
  Hindenburg  stellt  den  IZnbegriff  strategischer
  Kunst  dar,  weil  er  nicht  durch  die
Ueberzahl  seiner  Truppen,  sondern  lediglich
durch  seine  Kriegskunst  und  seinen  Feldherrngeist
  die  glänzendsten  Siege  aller  Zeiten  errang.
  Beide  Männer  sind  echte  Produkte  der
zweihundertjährigen  Entricllung  einer  hochveranlagten
  Rasse;  sie  sind  Sinnbilder  der  körperlichen
  und  geistigen  Kraftentfaltung.  Glücklich.
das  Volk,  das  solche  Männer  belitzt!  (3.)

 

Die  Erschießung  eines  Deutschen  in

Bordecaur.

Bordeaur,  26.  Febr.  lUleber  die  Erschieung
  des  Deutschen  Willy  Sattler,  der  wegen
Spionage  zum  Tode  verurteilt  und  dessen  Revisionsgesuch
  verworfen  worden  war,  berichten
hiesige  Blätter:  Die  Erschießung  fand  auf
einem  Gelände  in  der  Umgebung  der  Stadt
statt.  Eine  Kompanie  des  7.  Kolonialregiments
Har  dazu  abkommandiert  worden.  Sattler,  der
im  Automobil  auf  den  Platz  gefahren  wurde,
war  äußerst  gesaßt.  Er  trank  ein  Glas  Rum,
ging  dann  festen  Schrittes  zu  der  bezeichneten
Stelle,  ließ  sich  die  Augen  nicht  verbinden  und
rief  den  Soldaten  zu:  „Jielt  gut!“  Die  Gewehre
  krachten  und  Sattler  wurde  oberhalb  der
Brust  getroffen;  ein  Sergeam  gab  ihm  den
Gnadensioß.

Deutschland  „deoleraverseucht“.

Kopenhagen.  25.  Fehr.  „Rußkofe  Slovo“
berichtel,  daß  die  oberste  russische  Medizinalbehörde
  angeblich  auf  Eriucken  des  bulgarischen
  Medizinalrates,  Deulichland  jur  choleraverseucht
  erklärte.  (.13)  Wüären  nur  die  ruf
sischen  Choleranciter  san  seckenfrei  mie  Dutsch
land!

Ansere  „Emden''  Mannschast.
Konntntinopel.  2,.  Fehr.  Die  Bemannung

  der  „Ancia“  (.,Emden"“  unter  Ka

rilänleutnant  Mucke  in  in  Damaslus  angelungt.

  Sie  durfte  binnen  lurzem  in  Konstantino#el
  eintressen.  (1.)
Eine  deutsche  degenmaßregel.

Kopenhagen,  27.  Fehr.  Aus  Belgien
melden  Pariser  Bläller:  Der  deuliche  Generalgonverneur
  in  rusiel  ordnete  die  Beschlagnahme
  aller  Fabriten  und  Unternelmungen  an,
die  im  Besine  von  Englandern  und  Franzosen
sind.  Diese  Unternehhmungen  itellen  einen  außerordentlich
  holen  Wert  dar.  ((#..)
Lord  Bitlchener.
Hamburg,  26.  Febt.  Die  „Hamburger
Nachrichten“  melden:  Major  v.  Tiedemann,  der
zur  Zeit  in  Lübeck  wohnt  und  schwer  krank
darniederliegt,  hat  an  Lord  Kitchener,  dessen
Militäratlachee  er  wahrend  des  Sudan  Feldzuges
  war  und  von  dem  er  in  seinem  Wert  „WMit
Lord  Kiichener  gegen  den  Mahdi“  ein  Charaltlerbild
  gegeben  hat,  uber  Amerika  folgenden
Brief  geschrieben:  An  Vord  Kitchener!  Sie  auf
einer  Seite  mit  Mongolen  und  Konigemordern!
Wo  findet  die  brennende  Scham  einen  Play,
sich  zu  verbergen?  Hiemit  sch  icle  ich  Ihnen  den
Orden  zurück,  den  ich  an  einem  Tage  erhielt,
der  bis  jenzt  einer  der  stolzesten  meines  Lebens
war.  v.  Tiedemann,  ehemaliger  Major  im
preuhischen  Großen  Generalstab  und  Ihr  Mili.
tärattachee  während  des  Sudanfeldzuges.

Ein  Brief  an

„Meine  lieben  Juden.“
Petersburg,  26.  Fedr.  „Rußkoje  Slo-=wo-
  meldet  aus  Warschau:  Hundertundvierzig
Juden  und  vierzig  Polen  wurden  unter  der  Andiad,
  daß  sie  mit  der  deutschen  Inten- 



Japan  und  Amerlka.

dantur  Geschäfte  machten,  Verwaltungswege
  nach  Sibirien  verbannt.  r  angesehene
Fabrikant  Skui  in  Riga  wurde  nach  Tomsk
verbannt,  weil  er  sich  absällig  über  die  Verhältnisse
  in  Rußland  geäußert  hatte.  (3.)
Verabschiedete  russiscke  Generalc.

Stockholm,  26.  Febr.  Die  Petersburger
„Wremia“  veröffentlicht  eine  Liste  von  26  Generalen
  des  russischen  Heeres,  dic  in  den  letzten
drei  Wochen  pensioniert  oder  zur  Disposition
gestellt  worden  sind,  darunter  12  Dioisionsgenerale.
  (J.)

Verichickie  Deutsche.

Peteroburg.  24.  Fehr.  „Rußkija  Wiedomosti“
  berichtet  aus  Tambow,  daß  im  Laufe
des  Monats  Januar  durch  die  Stadt  11920
deutsche  Keloninen  kamen,  die  aus  den  westlichen
  (bonvernements  nack  Saratom  und  Archangelek
  verschickt  morden  sind.  (J.)

im

Flammenzeichen  in  Indien.

London,  Z.  Fehr.  Die  Londoner  „Morningpoft“
  meldel,  daß  nach  Lahore  zurückgekehrte

  Emigranten.  die  ein  besonders  gefährliches,
  aufrührerisckes  Element  bilden,  den  Polizeiinjpeltor
  ermordeten,  aus  Rache  dafür,  weil
lags  zuvor  sieben  dieser  Emigranten,  die  mit
Bomlen  und  Waffen  angetroffen  wurden,  verhaftei
  worden  naren.  Nach  einer  Meldung  der
„Cenra!l  Newoe“  aus  Kalkutta  drangen  am
33.  Februar  Banditen  in  das  Geschäft  eines
Reiehandlers,  erichossen  ihn  und  stahlen  1323
Pfund  Sterling.  Ein  Kraftwagenführer,  der
sich  weigerte,  sie  in  Sicherheit  zu  bringen,  wurd
elenfalls  erschoissen.  Bisher  wurden  keine  Ver.
haftungen  vorgenommen.  Es  ist  auch  nickt  uninleressant,
  aus  den  Verlusten  zu  ersehen.  daß
von  dem  menternden  Regiment  in  Singapore
acht  Kompanien  aus  Mohammedanern  besiehen,
die  aus  Hindoflan  stammen.

Petersburg,  26.  Febr.  Ueceber  die  Unruhen
  in  Singapore  melden  die  russischen  Zeitungen:
  8¼  Inder  in  Singapore  zerstorten  ein
Haus,  in  dem  die  deuischen  Kriegsgefangenen  zurückgehalten
  wurden.  Gegen  weitere  Jerstörun.
gen  organisierten  die  Englander  ein  Freiwilligenlorp#,
  in  dem  sich  auch  Japaner  befinden.
Die  Anwesenheit  eines  lapanischen  Kriegsschiffes
in  Singerore  wird  erwartet.  In  Schanghai
kamen  mit  Rücksich:  auf  die  Unruhen  in  Singapore
  zwei  japanische  Kreuzer  an.  (.3.)

Bem  wesllichen  Kriegsschanwist.

Die  französischen  Verluste.

Genf,  35.  Febr.  In  einer  vorläufig  nicht
fur  die  Oeffentlichleit  bestimmten  Zusammen.
flellung  des  französischen  Kriegoministeriums
wird  die  Zahl  der  Gefallenen  in  den  ersten
6  RKriegemonaten  auf  französischer  Seite  auf
rund  250  000,  die  der  Verwundeten  auf  700  000
und  die  der  Gefangenen,  Vermißten  und  Deserteure
  auf  200.000  angegeben.  Von  den  Verwundeten
  sind  etwa  400  000  leicht  verletzt.  Die