Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Erster Band. (1)

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Nach  dem  Krankenbestande  vom  1.  Jannar  1886  litten:

männl.]  weibl.  mithin  von  je  100
Personen  männl.]  weibl.
Kranken
an  einfacher  Seelenstörnng  14  655  16  347  67,4  78,5
„  paralytischer  Seelenstönng  1  628.  479  7“5  2,3
„  Seelenstörung  mit  Epilepsie  24  1842  1422  8,5  6,8
„Inmbecillitãt  ꝛc...  ..  ..  3453  2565  15,9  12,3
„  delirium  potatorum..  ...  171  18  0,8  o,i
an  Geisteskrankheiten  ũberhaupt  21749  20  831

Im  dreijährigen  Berichtszeitraum  bis  zum  1.  Januar  1889  erhöhte  sich  die  Zahl
der  Anstaltskranken  auf  48786,  mithin  um  14,6  %  des  Anfangsbestandes,  und  zeigt
nachstehende  Uebersicht  diese  Zunahme  für  die  einzelnen  Krankheitsformen  und  Geschlechter:


Zahl  der  Kranken  am  #estabiue  □)  bezw.  Ab-Krankheitsform
  1.  Jamar  18899  nahme  (—)  der  Krankenzahlt)

männl.  weibl.  männl.  weibl.
Einfache  Seelenstöngg  16776  18  585  +  145  +  13.7
Paralytische  Seelenstöörng  1973  579  +  2½2  +  200
Scelenstörung  mit  Epilepsie  210.  2177  1  677  +  18,2  +  17,0
Imbecillität  (angeborene)  2J.  3914  2896  +  13,4  +  120
delirium  potator  194  16  +  13,  —  1,7
Geisteskrankheiten  überhaupt  25  034  23752  +  +  140
Die  Zahl  der  männlichen  Kranken  hat  sich  hiernach  rascher  als  die  der  weiblichen

vermehrt,  am  beträchtlichsten  war  das  Anwachsen  der  Krankenzahl  bei  der  paralytischen
  Seelenstörung,  demnächst  bei  den  mit  Epilepsie  oder  Hysterie  verbundenen
Formen  der  Geisteskrankheit;  eine  Abnahme  —  von  18  auf  15  —  ist  nur  für  die
weiblichen  Deliranten  festzustellen  gewesen.

4.  Nachweis  der  erblichen  Belastung.

Eine  erbliche  Belastung  der  Geisteskranken  wurde  in  den  Anstalten  einzelner
Staaten  so  häufig  —  bei  fast  der  Hälfte  der  Kranken,  —  in  anderen  dagegen  nur  so
selten  gefunden,  daß  man  anzunehmen  berechtigt  ist,  dort  und  hier  sind  verschiedene
Grundsätze  bei  dieser  Feststellung  maßgebend  gewesen.

Es  erwiesen  sich  z.  B.  im  Jahre  1886  erblich  belastet:

in  der  Anstalt  zu  Gotoooag  4885  der  Kranken
»  „  „  Oilbhurghausen  50,6%  „  „
„  den  Anstalten  Berlins  11,8⅝%  „  »
,,,,  «  Vayems....·.45,00-»«  «
»,,  »  Bremeus......12,30-0»  ,,
,,,,  »  Weftfalens.....40,70-·,»  »
,,,,  »  Elsafz-Lotl)ringcng...13,30-»-»  ,,
„  „  „  Badenns  46,9%  „  „

1  In  5%  des  Anfangsbestandes.