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Ministerial-Bekanntmachung.
Dem Vernehmen nach werden auch jetzt noch von Militair-Pflichtigen des
Großherzogthumes neue Stellvertretungsverträge eingegangen. Da nun über
die Verpflichtung zum Milikair-Dienste eine neue Gesetzgebung, welche den Mitair-Dienstpflichtigen
die Stellvertretung durch Andere nicht mehr gestattet,
wahrscheinlich schon sobald eintritt, daß Stellvertretungsverträge, welche jetzt
erst noch abgeschlossen werden, leicht durch sie betroffen und die durch diese
Verträge geschaffenen Verhaltnisse durch die neue Gesetzgebung, ohne einen
rechtlichen Anspruch auf Vergütung der gezahlten Stellvertretungsgelder anzuerkennen,
wieder aufgelöset werden können und dieses möglicher Weise zu Verwickelungen
und Nachtheilen für beide vertragende Theile führen würde: so
sieht sich das Großherzogliche Staats-Ministerium veranlaßt, hierauf aufmerksam
zu machen und vor dem Abschlusse neuer Stellvertretungsverträge hiermit
zu warnen.
Weimar am 24. November 1848.
Großherzoglich Sächfsssches Staats-WMinisterium.
von Watzdorf.
Bekauntmachungen.
I. Auf höchsten Befehl Sr. Königlichen Hoheit, des Großherzogs, werden
in Folge eines Erlasses des Reichs-Kriegs-Ministeriums nachstehende Vorschriften
über die Verpflegung und den Transport der Reichstruppen, sowie
über die den Quartier-Tragern dafür zu leistende Vergütung, hiermit zur öffentlichen
Kenntniß gebracht.
I.
u) Den Offizieren bic zum Unter-Lieutenant einschließlich herab haben die
Quartier-Träger neben Wohnung, Heibzung, Licht und Bett nur das
in Kaffee und etwas Gebackenem bestehende Frühstück zu gewähren, dafür
erhalten sie für jeden Offizier täglich 7 Sgr. 6 Df.
b) Fur ihre sonstige Verköstigung haben die Offiziere, da sie zu diesem
Zwecke besondere Tageögelder erhalten, selbst zu sorgen. Nur an Orten,
wo solches wegen des Mangels geeigneter Gast= und Speise-Häuser
nicht wohl thunlich ist, sind die Quartier-Trager die bei ihnen einquartierten
Offiziere vollständig zu beköstigen verpflichtet. Die Art der
Bekostigung, sowie der Betrag der dafür zu leistenden Vergütung bleibt
zundchst der Uebereinkunft der Betheiligten überlassen.
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