Metadata : Das Königreich Württemberg. Zweiter Band_1. (2)

130  Das  Volk.

Beschr.  195).  Heilbronn,  durch  Glanz  und  Fröhlichkeit  ausgezeichnete,  mit  der
Weinlese  verbundene  Feierlichkeiten,  „Herbste“  genannt.  Musdorf  bei  Roth  am
See,  O.  A.  Gerabronn,  der  unter  dem  Namen  Muswiese  bekannte,  in  neuerer
Zeit  sehr  zusammengeschrumpfte  Michaelismarkt  (O.A.Beschr.  202).  Neresheim
Amt,  Huttanz  (O.  A.  Beschr.  82),  Bauernsonntag,  an  welchem  männiglich  auf  die
Nördlinger  Messe  geht  (ebend.  84).  Neusaß,  Wallfahrtskirche  bei  Schönthal,  O.  A.
Künzelsau,  Märkte,  ehemals  Stelldichein  für  die  weite  Umgegend.  Nürtingen,
großer  Maientag.  Ochsenbach,  O.A.  Brackenheim,  Weiberzeche  am  Pfingstmontag
(O.A.  Beschr.  89).  Ravensburg,  Ruthenfest  der  Schuljugend  im  August,  vielleicht
Vortsetzung  einer  altheidnischen  Naturfeier  (Birl.  Volksth.  II,  270.  458);  Kindermarkt
in  der  Fastenzeit  d.  h.  Verdingen  der  in  großen  Scharen  hier  zusammenströmenden
Hirtenbuben  und  Kindsmädchen  aus  Vorarlberg,  Tirol  und  der  Schweiz  an  die  oberschwäbischen
  Bauern  über  die  Sommerszeit  (O.A.  Beschr.  30).  Teinach,  Hahnentanz
  und  Eselsritt  an  Jakobi  (Beschr.  d.  O.  A.  Calw  348.  Birl.  Aus  Schwaben
II,  213).  Vaihingen  a.  d.  Enz,  großer  Maientag.  Waldsee,  Wangen,  Kindermarkt
  (vgl.  Ravensburg).  Weikersheim,  große  Kirchweih  (Kärwe  —  Beschr.  d.
O.  A.  Mergentheim  156).  Weingarten,  Blutritt  am  Freitag  nach  Himmelfahrt
(Birl.  Volksth.  II,  253  ff.,  Aus  Schwaben  II,  166  ff.).  Wolfschlugen,  O.  A.  Nürtingen,
  Hahnenritt  (O.  A.  Beschr.  49).

Schließlich  sei  noch  der  Art  und  Weise  gedacht,  wie  der  Volksstamm,  der
auswärts  von  Alters  her  sich  so  viel  aufziehen  lassen  muß  (ogl.  Hartmann,  Schwabenspiegel
  aus  alter  und  neuer  Zeit,  1870.  Birlingers  Alemannia,  besonders  I,  88  ff.
VIII,  263  ff.)  seinen  eigenen  Drang  zu  necken  in  zahlreichen  Ortsneckereien,  scherzhaften,
  oft  recht  derben  Nachreden  über  die  Nachbarorte,  befriedigt.  Zahlreiche  Beispiele
  in  Birlingers  Alemania  II,  254  ff.,  IV,  144  ff.,  V,  64.  VII,  67  ff.,  IX,  102  ff.,
X,  22  ff.,  Meier,  Deutsche  Sagen  2c.  S.  355  ff.,  auch  den  Oberamtsbeschreibungen.

—.

IV.

Polkssage.
1.  Mythologie  der  Volllssagen.
Literatur.

Martin  Crusius,  Schwäbische  Chronik,  übers.  v.  J.  J.  Moser,  Frankfurt
1733,  2  Bde.  Gustav  Schwab,  Die  Neckarseite  der  schwäbischen  Alb,  Stuttg.
1823.  Zweite  Auflage  v.  E.  Paulus,  Stuttg.  1878.  Ruckgaber,  Die  Herenprozesse
  zu  Rottweil  am  Neckar.  Württembergische  Jahrbücher  1838,  174  ff.  Ernss
Meier  (Prof.  in  Tübingen,  k  1866),  Deutsche  Kinderreime  und  Kinderspiele  aus
Schwaben,  Tübingen  1851;  Deutsche  Sagen,  Sitten  und  Gebräuche  aus  Schwaben,
Stuttg.  1852,  2  Bde.;  Deutsche  Volksmärchen  aus  Schwaben,  Stuttg.  (1853).
Karl  Pfaff,  Die  Herenprozesse  zu  Eßlingen  im  16.  und  17.  Jahrhundert.  Zeitschrift
  für  Deutsche  Kulturgeschichte,  Nürnberg  1856,  Bd.  I.  Anton  Birlinger
  und  M.  R.  Buck,  Volksthümliches  aus  Schwaben,  Freiburg  im  Breisgau,
1861,  2  Bde.  M.  R.  Buck,  Medizinischer  Volksglauben  und  Volksaberglauben
aus  Schwaben,  Ravensb.  1865.  Zimmerische  Chronik,  herausg.  v.  Barack,  Stuttg.
Litt.  Verein  1869,  4  Bde.  Theophil  Rupp,  Aus  der  Vorzeit  Reutlingens  und
seiner  Umgegend,  Stuttg.  u.  Reutl.  1869.  Rochholz,  Drei  Gaugöttinnen  Walburg,
  Verena  und  Gertrud  als  deutsche  Kirchenheilige,  Leipzig  1870.  Alemannia,