Full text : Sozialdemokratie, Christentum, Materialismus und der Krieg.

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dingt,  infolgedessen  sind  die  Produktionsmittel  nicht  in  den  Händen
der  produzierenden  Arbeiter.

Die  Entwicklung  zum  Großbetriebe  hat  sich  größtenteils  in  der
Weise  vollzogen,  daß,  um  Raum  und  Zeit  auszunutzen,  verschiedene
gelernte  Arbeiter  ohne  weitgehende  Arbeitsteilung  zusammen  gearbeitet
haben,  wobei  sich  bereits  die  individuelle  Veranlagung  des  einzelnen
besser  ausnutzen  ließ.  Durch  ein  solches  planmäßiges  Zusammenwirken
wurde  aus  den  Einzelkräften  eine  neue  gesellschaftliche  Produktivkraft
gebildet,  die  größer  und  anders  ist  als  die  Summe  der  Einzelkräfte.  ·

·  In  der  Manufaktur  wurde  die  Arbeitsteilung  bereits  an  einem
Stück  durchgeführt.  Entweder  wurde  der  Gegenstand  komplizierter
Arbeit  aus  Teilprodukten  zusammengesetzt  oder  durch  hintereinander
folgende  Manipulationen  fertiggestellt.  Durch  die  Arbeitsteilung  wird
die  Arbeit  einfach  und  eintönig,  der  Arbeiter  bedarf  keiner  großen  Vorbildung,
  wodurch  die  Bildungskosten  fortfallen  und  die  Arbeitskraft
gewissermaßen  entwertet  wird;  sie  kann  anderseits  aber  zur  Virtuosität
ausgebildet  werden,  wodurch  nicht  nur  die  Qualität  relativ  gesteigert
wird,  sondern  auch  die  Quantität  und  vor  allen  Dingen  werden  die
Werkzeuge  vervollkommnet.

In  den  Großbetrieben,  bei  denen  auch  ein  großes  Risiko  in
Frage  kommt,  werden  die  Mehrwerte  durch  zweckmäßige  Arbeitsteilung
  und  ordnungsmäßiges  Ineinanderarbeiten  geschaffen:  hier
spielt  infolgedessen  die  Organisation  und  die  Verbesserung  der  Produktionsmittel
  eine  hervorragende  Rolle,  da  infolge  der  Konkurrenz  nur
hierdurch  der  Betrieb  auf  der  Höhe  gehalten  werden  kann.  Andernfalls
kann  der  Betrieb  leicht  unrentabel  werden,  das  zu  einer  Ausschaltung
desselben  führt,  wodurch  die  Produktionsmittel  mehr  oder  weniger  entwertet
  werden.  Die  Arbeit  wirkt  hier  nicht  nur  Werte  schaffend,  sondern
auch  erhaltend,  wobei  anderseits  der  Wert  der  verbrauchten  Produktionsmittel
  durch  das  Produkt  mit  hereingeholt  werden  muß.

In  der  kapitalistischen  Produktion  ist  der  Unternehmer  im  Arbeitsprozeß
  Leiter  und  Mitarbeiter  der  korporativen  Produktion.  Im
Verwertungsprozeß,  wo  er  zur  Grundlage  den  Gegensatz  der  Interessen
von  Kapital  und  Arbeit  hat,  ist  er  der  Ausbeuter  der  Arbeiter.

Soll  der  Verwertungsprozeß  den  für  den  Unternehmer  befriedigenden
  Verlauf  haben,  dann  bedingt  er  die  bedingungslose  Unterordnung
  des  Arbeiters  und  anderseits  die  despotische  Herrschaft  des  Kopitalisten.
  Gemildert  wird  dieses  dadurch,  daß  in  den  meisten  Betrieben
  von  den  Arbeitern  in  Güte  mehr  zu  erreichen  ist  als  mit  Gewalt,
infolgedessen  sucht  sich  im  eigenen  Interesse  der  Unternehmer  einen
Stamm  gut  eingearbeiteter  Arbeiter  zu  erhalten.  Selbstverständlich  spielt
hierbei  das  Angebot  und  die  Nachfrage  eine  wesentliche  Rolle.