Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1895. (61)

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besonders  ausgeworfen  ist.  Entspricht  deren  Zahl  nicht  dem  muthmaßlichen  Bedarf,  so
ist  das  Fehlende  alsbald  nachzufordern.

84.

1.  Die  Ausführung  der  Volkszählung  liegt  den  Ortsbehörden  für  jeden  Gemeinde—
bezirk,  einschließlich  der  im  Orte  befindlichen  selbständigen  Gutsbezirke  ob;  die  Orts—
behörden  sind  zu  diesem  Behufe,  soweit  nöthig,  von  den  Amtshauptmannschaften  mit  der
erforderlichen  Anleitung  zu  versehen.

2.  Mit  der  unmittelbaren  Leitung  der  Geschäfte  können  die  Ortsbehörden  unter
fortdauernder  eigener  Verantwortlichkeit,  wo  es  zweckmäßig  erscheint,  eine  oder,  in  großen
Gemeinden,  mehrere  Zählungskommissionen  beauftragen.  In  letzterem  Falle  bildet  jede
Zählungskommission  einen  Zählkreis.  Die  Reihenfolge  der  Zählkreise  ist  durch  Buchstaben
zu  bezeichnen.

3.  Bei  der  Zusammensetzung  der  Zählungskommissionen  kommt  es  hauptsächlich
darauf  an,  solche  Personen  für  dieselben  zu  bestimmen,  welche  die  Wichtigkeit  der  Volks—
zählung  zu  beurtheilen  im  Stande  sind  und  Interesse  an  deren  zweckentsprechender  Aus—
führung  nehmen  und  die  außerdem  das  Vertrauen  der  Gemeindeangehörigen  und  Kennt—

niß  der  örtlichen  Verhältnisse  besitzen.  Die  Theilnahme  an  der  Zählungskommission  ist
ein  Ehrenamt.

4.  Die  Bildung  der  Zählungskommissionen  muß  bis  zum  10.  November  erfolgt
  sein.
5.  Die  Aufgabe  der  Ortsbehörden  beziehentlich  Zählungskommissionen  besteht
hauptsächlich  in  folgendem:
àa)  Eintheilung  der  Gemeinden  beziehentlich  der  einzelnen  Zählkreise  in  Zählbezirke
G  5),
b)  Annahme  und  Anweisung  der  Zähler  (8  6),
0)  Prüfung  und,  soweit  nöthig,  Berichtigung  der  Angaben  in  den  ausgefüllten  Zählungslisten
  und  Einsendung  des  gesammten  Zählungsmaterials  an  die  Amtshauptmannschaften
  beziehentlich  Stadträthe.

6.  Die  Mitglieder  der  Zählungskommissionen  und  die  Ortsbehörden  werden,  soweit
nöthig,  bei  dem  Ausfüllen  der  Zählungsformulare  behülflich  sein.

§  5.
1.  Die  Zählung  wird  in  abgegrenzten  Zählbezirken  vorgenommen.
2.  Die  Größe  der  zu  bildenden  Zählbezirke  ist  so  zu  bemessen,  daß  das  Geschäft  der
Zählung  innerhalb  der  vorgeschriebenen  Zeit  mit  Sicherheit  besorgt  werden  kann.