Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

das  Erdbeben  in  Ilalien.

Rem,  15.  Jan.

de:  „Messaggero“  schreibt:  Nach  den  Beleckmnungen
  glaubt  man,  daß  110  Menschen
in  Aue’  ano  begraben  wurden.  *  Cappadocia
sind  alle  Haͤuser  unbewohnbar,  die  Kirche  ist
e  rgastürtt,  die  Bevöllerung  lan.  Lie  t1  im  Freien
am  dem  S#chner.  In  Castilte  Fin:  in  sind  jast

eite  Häu  er  eingenrtt.  Mian  jet

Tot  herror,  bejurchiet  aber,  23  iten  30
d.  unter  den  Trümmern  befinde:  Lo.i  Alba
Fucenie  ijt  nichts  übrig  ge  Dkblieden.  C  scheint,

daß  niemand  gerettet  worden  ist.  Die  Dölte
-  Marsiana  ist  eingenr  1.  Hundvere
  ron  Ton  liegen  unter  den  Trümmern.
Veon  dem  mehr  als  30:  Einmolnern  sind  nur
0  dem  Tode  enthangen.

Cin  Fluckhling  zu:  Mgli.no  den  Marsi  b

 
 

ric  leie,  daß  in  rarser  Gegenẽ  10:  Menschen
nelölet  worden  seien.  Die  Zahl  der  Ueber
lelenden  ettase  dori  beinahr  20.1  Cs  sei
ene  -  -ri..1o«.  die  dat.  Jer
mörn  EEIIIII

     

3

Von  mer-  ae  alt  50%  Ein-###e#n  blieben
aelle  Ma:fi  in  L1,  Itandi-Di

  for  liegen  umer  den  Trüm.

ebe  tlls  nerflort.
Bodoi:  Wins  der

——n
nulm  30  unde:  .
einde'lin  1.  1
mern.  -2#  Bene  detto  isl.
“  Michig  en.  fan  di:  gime
Orcz:,  find  legralen.  Ebesio  f.  d

erstört,  u.  Kri!  20  r  w.
*  I  Juki-im  let-kein«s.?c»:-ci-i.:ii"i·.-i  drei
rldo-  


 

und  Geolg  del  dWiarji

ierteln  rirri.  Die  Toren  ueroen  aui  40
neul  azt.  das  ist  die  Hällte  der  Gevollerung.
Von  dei  Itien  des  Betirt

.  Aneimno  sind
die  S#i#n  FVaerne  und  Capel.e  #  füändig  zer

 

 

   

flöl!.  *5  erno  ichüßt  man  die  Toten  auf
10  ½  Mitr  18.  *70  Einn  ohnern.  Samgelino  liegt
leinahe  gan  in  Trümn  gr  u.  #r  i160#  Sinnunsnfr

  C  101.

 

noürein  sind  schr
(b’Wnnte  UD'lalia“  miro  aus  Pescina
hier  ie.  die  zahl  der  Oo#er  gan:  lenu
  den  U/#100  Tin##hnern  des.

em
genielde:,
ronders  gen.

*

  

brte:  llieu#en  nur  150°0  lebend.  Sie  „Tribung'“
zneldet,  daß  aus  dem  Friroh  n  So  Er
Nralien  ron  einem  Metern  La  aige  entstanden

    
   

lint,  voraus  S#  efeldämpse  um  heißes,  schme
selhlaltigee  Wasser  auelien.

Der  Bisckof  von  Marsi  telegrarhierle  an  den
Papst:  Die  Dib  ese  Marsi  ist  in  einen  Kirch
nof  bverwandel!.  Nrn1  2ono,  Capelle  und  Palerno
  sind  dem  Erdl  oben  gleickgemacht.  Fast
alle  Einuchner  der  Ortschaften  #ind  umgelon:
men.  Der  Bild,of  bit:et  un  den  pa##-  lichen  Segen
  jür  die  Uebe  erlebenden  und  die  gauze  Diö
rie.  Der  Panst  ließ  dem  Bischof  durch  Karoinal
Gasxarri  r  imen  Smer:  auodrücken  und  ihin
mitleilen,  er  bete  für  d  die  Seelen  der  Toten  um
Frieden  und  für  die  tlererlebenden  um  Trosi.
Er  iegne  brisei.  Loll  und  Helfer.

Das  .Clornale  lalia“  mieldei:  Eine
kKremdländicche  ale  5/2  außerte  höflicherweise
den  Wunisä,  im  Auslande  eine  Aktion  bugu:  sien
er  ron  dem  Ertbeben  Betroffenen  einseiten  zu
hürien,  ehenfto  zis  damals  bei  dem  Erdbeb##en
uo:ni  Mce  iina.  ie  ofiitiös  briragte  italienische
Negierung  errlän  aler  kurz  herau-,  daß  im
negenwärtl'gen  Augenkblick  leine  auswärtige  Untlernützung
  angenommen  werden  lönnte.  Diese
#Antmort  beruht  auf  der  heillen  und  ernsten
internatsenalen  Lage  und  richete  sich  ebenso
an  die  neutralen  Mächte  wie  an  die  Kriegfüh.
zenden.  Das  Blatt  billigt  die  Entscheidung  der
Negierung,  metck:  dem  allgemeinen  Empfinden
und  der  offlentlichen  Meinung  entspreche.

  

·  s  %

Erdbeden=  Katmaserophen  und  ihre

Opfer.

709  u.  Ehr.  Ausbruch  de.  O##nuos.  Zerstörung
  ron  Lertusanum  und  P)  mveji.  Angeblich
  30000  Tot

1631  nu.  Ehr.  Ausbruch  dies  Befuvs.  20  000
Tote.

1067.  Erdleben  im  Kaulazus.  CO  Tote.

1063.  Ausbruch  des  Aetna.  Zwrölf  Orte  zerstErt.
  25  0|0  Tote.

1893.  Erdleben  aus  Si#lien.  100000  Tote.

1703.  Erdleren  in  Jaxan.  Veddo  zerstört.
200  O00O  Tote.

1731.  Erdbeben  in  China.  10/000  Torc.

1755.  1.  Nov.  Erdbeben  in  Lissabon.  50  170
Tote.

1733.  Erdbeben  in  Calabrien.  10  1000  Tote.

1797.  Erdberen  in  Panama.  40  0010  Tole.

1368.  Erdbeben  in  Peru.  20  1100  Tote.

1883.  Ausbruch  des  Vullans  auf  Kratatau.
(Zava#l.  40½000  Tote.

1395.  Erdtbeben  in  Japan.  20  000  Tote.

1902.  8.  Mai.  Ausbruch  des  Mont  Pele  auf
Martinique.  32  0006  Tote.

1905.  8.  Sept.  Erdbeben  in  San  Francisco.
50.)  Tote.

1908.  26.  Dez.  Erdleben  in  Calabrien  und
Silien.  Rund  80  000  Toie.

 

S#l-  and  Personainschrichten

Maori,  16.  Jan.  Havas  meldet:  Die  Königin
  von  Spanien  ist  an  Scharlach  erkrankt
  und  muß  das  Betl  hüten.

 

  

Ortuckor

 

.-legsohlen,

   

Deos  Erdbebeungebiet  in  Jtoll##.

...—

 

Runceneꝛ  Deriplesict.

Nünchen.  15.  Juu.  Acht  Voilslüchen  jind
für  die  Dauer  des  Krieges  hier  errichtet  und
man  hofft.  damit  ausmiommen.  Vis  jetzt  wurde
  aus  vier  solchen  Küchen  in  40  000  Zällen
Miltagelost  an  Bedürftige  abgegebes.

München,  15.  Jan.  Die  oberbayer.  Milch
wwoduzentenveremigung  beschäftigte  sich  heute  in
einer  Obmännerversammlung  mit  der  Milch
preisfrage  n  München.  Der  Vorsitzende  bezeiconele
  den  mit  den  Grohhändlern  verein
baiten  Preis  von  161=  und  17  Pl..  al.  den
Verhälnisten  enespreck-  end.  Dagegen  belreiren
die  Kleinhänd  ler  die  Notwendigieit  einer
Preiserhohung.  Der  fäüdt.  Lebensmillelaus
schuß  habe  sich  ehenfalls  gegen  eine  Crho
hung  ausgesprochen.  Zetzt  verlanglen  bie
(GGroshändler  ron  den  Prednzenten  ein  Prelsermähigung
  um  einen  halven  Pfennig.  gegen
di.  lich  arer  die  Pr  duzenten  mit  aller  Enl#
schiedenheit  aus'prechen  zunsien.  In  der  Aussprache
  wurde  namentli  auf  die  Presssteigerung
  aller  landwirtschaftlichen  B.  darfsariilel
bingewiesen.  Der  Vorsinende  verwahrte  sich  dagegen,
  daß  er  im  Lebenomittelausschuß  eine
Preisermäßigung  dure)  neue  Verhandlungen
eingesta.  den  hätte.  Die  Versammlung  beschloß
eintt  limmig.  an  dem  vereinbarten  Milchpreis  unter
  allen  Umständen  für  die  ersten  drei  Monate
  festzuhalten.  Also  berichten  die  „M.N.N.“.

 

öpareliches  Leeria#

Bad  Albling,  15.  Jan.  Die  freie  Hand
werkerinnung  Aibling  beruft  auf  Sonntag,  den
31.  Hanar  eine  außerordentliche  Versammlung
ein,  welche  fic  mit  Statutenänderungen  zu  besasfen
  hat.  Die  Versammlung  wird  nachmittags
  2  Uhr  beim  Vauernwirt  in  Aibling  abgehaiten.


Frlèkirchen,  15.  Jan.  Herr  Hauptlehrer
Baronner  und  dessen  Gemablin  feierten  am  vergangenen
  Dienslag  im  Kreise  ihrer  Familie
ihr  30jähr.  Eheinbiläum.

Ising,  15.  Jan.  An  das  Ordinariat  Münchn
  gelangte  durch  den  deuts  schen  Arineebischof
die  Mutreilung,  daß  der  Kölner  Dioisionspfarrer

Jojsej  lemens  Meyer,  Nitter  des  Eisernen
Kreu.  es,  ehemaliger  Erxositue  von  Ising  am
Chiemje:  (1302  1900)  von  den  Nussen  auf
dem  östlichen  Kriegoschauplatz  völkerrechtswidrig
gesangen  genommen  und,  obwohl  durck  die  Gender
  Konvention  geschutzt,  nach  Sibirien  verschleppt
  worden  ist.

 

Orlssammelslelle  für  Liebesgaben
Magi'trat  Zimmer  Nr.  16,  1.  Stock.

Wie  wir  früher  schon  mitgeteilt  haben,  wurden
  in  biesigen  Gaühünsern,  Jigarren-  und
Spezereiläden  Sammellästen  für  Jigarren  und
Zigarellen  zu  Gunsten  unserer  Krieger  aufgestellt.
  Bei  der  jungst  ersolgten  Entleerung  der
50  Sammeltästen  zeigte  sich,  daß  deren  Inhalt
  sehr  verschieden  war;  in  einigen  waren
nur  19  Siua,  während  in  einem  442  Stück  gezählt
  werden  konnten.  Im  Ganzen  betrug  die
Gesamtzahl  4722  Etüick  Jigarren  und  4235
Stück  Zigareiten;  auch  wurde  ein  Gesamtgeldbetrag
  von  17.52  Marl  in  den  einzelnen
Kästen  vorgefunden.

Wir  sehen  diesmal  davon  ab,  die  Namen
der  einzelnen  Geschäfte  und  Gasthäuser,  sowie
die  Zahl  der  dort  gesammelten  Zigarren  und
Zigaretten  z  u  veröfsentlichen,  möchten  aber  doch
den  Gebern"  und  ganz  besonders  den  Geschäftsleuten
  und  Gaftwirten  für  die  bereitwillige
Hilfeleittung  bei  diesem  Liebeswerke  besiens  danken,
  zugleich  aber  auch  damit  die  Bitle  verbinden,
  da  die  Sammelkästen  während  der
gunzen  Kriegsdauer  ausgestellt  sind,  auch  für
die  Folgezeit  im  Geben  nicht  z  erlahmen,
vielmehr  weilere  Spenden  von  Zigarren  und

Zigar##tten  oder  auch  Geld  dafür  in  die  S  Smme
  llästen  einzuwerfen.

Des  Weiteren  möchten  wir  mitteilen,  daß
in  der  abgelaufenen  Woche  verschiedene  Liebesgaben.
  ineesndeé  Kerzen,  Wachsstöcke,  Ein-Schuhsett,
  sowie  an  Geld  368  Mark

 

abgegeben  wurden.  Ganz  besonderes  Lob  verdient
  die  Mädchenschule,  die  uns  38  Jacken,
100  Leibbinden,  90  Paar  Socken,  20  Paar
Pulowärmer,  90  Mützgen,  5  Slurmhauben  überbrachte.


Bei  dem  sortgesetzten  Bedarf  im  Felde  bürsen
  wir  jedensalls  nicht  nachlassen  im  Wohltun,
  müssen  vielmehr  „durchhallen“.  Gar  manchmai
  hört  man  d  ie  Acußernun:  „Wir  haben  doch
schon  jo  viel  gegeben!“  Aliein,  was  beden
lei  ein  vorübergehendes  Opfer  an  Geld  gegenüber
  den  täglichen  Orxfern,  welche  unsere
Soldaten  mit  ihrem  eigenen  Leben,  ihrer  Gesundheit
  und  allen  Entbehrungen  dem  Vaterlande
  darbringen.  Darum  nochmals  die  Aufderung:
  „Nicht  ochlassen  im  Wohltun,  sondern
  durchhalten.“

——
Kosenheim,  16.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Anton  Vayer,  Krämerssohn  aus  Bad  Aibling.
Magistratsass:  stent  in  Landau  a.  J.,  Einj.-Frei-Uilliger-Unteroffizier
  im  12.  Res.-Jus.  Ral.;
Gcorg  Kiesl,  Niederersohn  von  Nied  (Mwolina,
Landwehrmann  im  12.  Res.-Juf.-Rgk.;  Landwehrmann
  Friedrick  Krens  anus  Traunstein,
Vinder  de  Malers  OÖtlo  Kreu-  daselbst;  Josef
Munger,  Mödlerbauersjohn  in  Thalbam,  Pfar
lei  Eiselsing.  Ers.-Res.  im  16.  Ins.-Rgt.;  Jakob
Huber,  Maierbauer  von  Polemhoan,  Pfarrei
Baten  am,  Landwehrmann  beim  2.  Landwehr
Ins.  Ngt.

Daw=  Eiserne  Kren:.  Mlil  dem  Cisernen
Kreu-  W-  serner  aurge  eichnel:  Johann
Keisets  #.  Vergmann  aus  Ha#sham,  Soldal  im
2.  Inf.  2  Uneitojsi;  ier  Georg  Rimsl  aus
Traumein:  Unteroffiei  ier  Haus  Bämanr,  Kauf
mansfohn  von  Marquartstein:  Res.  Jsef
Sd  irme  ndinger  ——2  Laienbruder  des
Redemptorinenlicsters  in  GCars  u.  J.;  Anton
NRadlinger  aus  Unternenlirchen,  Bräugehilfe  in
der  Schloßtrauerei  Tüßling.

Militärdienst.  Bejördert  wurde  zum
Oberleutnant  Rechtranwall  Johann  B.  Numpf
in  Bad  Akbling,  welcher  dem  mobilen  bayer.
Landsturm-Iufanterie  Bataillon  Rosenheim  zugeteilt
  ist.

Gendarmeriedienst.  Der  Gendarmerie-Oberuachtmeister
  Johann  Geiger  in  Verchtesgaden
  (früher  in  Sckliersee)  wurde  ab  1.  Februar
  1915  auf  sein  Ansuch  en  auf  die  erledigte
Oberwachtmeisterstelle  in  Bad  Aibling  versegst.

Gedächtnisgottesdienst.  Heute  Samstag
  wurde  in  der  Kapuzinerlirch  e  von  Seite  des
Kgl.  Gymnajiumo  ein  feierlicher  Tranergollesdieust
  abgehalten  für  den  in  Frankreich  auf  dem
Felde  der  Ehre  gefallenen  Akfolventen  Anton
Vondon,  Kriegofreiwilliger  Cefreiter  im  16.

Inf.=  Rat.  Alle  latholischen  Schüler,  das  Lehrerlollegium
  erwiesen  dem  jungen  Helden,  auch
unsere  Verwundeten  aus  dem  Kaiserbad  dem

sameroden  die  letzte  Ehre.

 

Jan.

Todes  sall.  Ein  langjähriger  Beamter  unserer
  Stadt  ist  heute  aus  diesem  Leben  geschie
den.  Es  ist  Herr  Magistratsoffiziant  a.  D.

Michael  Kog,  welcher  ein  Alter  von  67  Jalmen
erreicht  hat.  Als  städtischer  Beamter  fülrte
Herr  Kosz  hauptsächlich  die  standesamtlichen  Geschäfte,
  bie  er  vor  einigen  Jahren  schon  in
den  Ruhestand  trat.  In  weiten  Kreisen  erfreute
er  sich  allgemeiner  Wertschätzung.  Er  ruhe  in
Frieden!

Goldablieferung.  Mit  dem  heutigen
Tage  hal  die  Goldablieferung  der  Königl.
Filialbank  Rosenheim  an  die  Reichsbank  schon
die  zweite  Million  überschritten.

Wobltätigteitovorstellung  des
Rosenheimer  Bolkstheatere.  Der  von
dem  Nosenheimer  Vollstheater  (Direktion  Al.
Vach)  veranstalte  ten  Wohltätigleitsvorstellung
war  ein  g#ter  si.  a.  Leller  Ersolg  besch  eden.  Dem
Ortsausschuß  zur  Fürsorgetätigkeit  für  die  Angehörigen
  der  Kriegsleilnehmer  floß  als  Reinertrag
  des  Abends  die  Summe  von  321  Mark
15  Pfg.  zu.  Dieser  Betrag  ließ  sich  nur  dadurch
  ermöglichen,  dah  die  Mitglieder  des
Theaters  in  uneigennützigster  Weise  ihre  Kunft
und  Zeit  in  den  Dien't  der  guten  Sache  stellten.
Der  Ortsausschuß  dankt  allen,  die  den  Abend
ermoglichen  halsen,  aufs  herzlichste

Die  Sperre  des  Stigebietes  von
Bayrischzell,  die  wegen  der  Vornahme  militärischer
  Uebungen  verhängt  war,  ist  nunmchr
wieder  aufgehoben.  Es  besleht  deshalb  in  vollem
  Umfang  die  Möglichkcit,  das  zir  Ausübung
des  Skisports  besonders  beliebte  Gelände  besuchen
  zu  können.

Deutsche  Reservisten  auf  der  Heimreise.
  Am  Mittwochabend  kamen  127  deusche
Reservisten,  aus  Italien  kommend,  hier  an.
Die  Leute,  unter  denen  sich  20  Offjiere,  60
Unterofsiziere  sowie  mehrere  Frauen  und  Kinder
besanden,  kamen  größtenteils  aus  Südamerika
bew.  Argentinien,  wo  sie  am  23.  Oktober  infolge
des  Krieges  ihre  Stellungen  verließen,  um  entweder
  in  Deutschland  sich  freiwillig  dem  Militärdienst
  Zu  stellen  oder  aus  wartichaftlichen
Gründen  in  die  Heimat  zurückzukehren.  Die  Absabrt
  von  Südamerika  Pwolgte  auf  zuen  italienischen
  Dampfer.  Beim  Passleren  der  Meerenge
  von  Gibraltar  wurden  die  Deutschen  je- 



und  auf  die  Festung  gebrackt,  obwohl  ihnen  die
Engländer  auf  Grund  eines  zwischen  Italien  und
England  bestehenden  Kontratte  die  We  iterreise
hätten  gestallen  jollen.  In  Gibralkar  hieli  uan
die  Leute  mit  vielcn  nderen  Deutschen  gefangen
Als  einer  der  Deutschen  nachts  sich  an  der  Ve,
sängnistüre  #u  schaffen  machte  und  den  ersten.
Anruf  des  Poste##  nicht  beachtele,  wurde  er
ron  diesem  wegen  Flucktverdackts  ersch  oslen;
nach  Aus  age  ver  Leut:  war  er  jedo.h  gan'  unsckuldig.
  Aus#  Veranlassung  des  amer:  lanisean:  n
Generallonuls  in  Gibrallar  jand  hieruber  eine
kriegsgerichtlich  :  Verhandlung  slatt,  in  der  die

Wachtronen  freigesprochen  wurde.  Der  Ersch)#g
sene  wurde  mit  militärischen  Ehren  beerdint.
Hiebei  gelang  es  den  Deutschen,  den  amerilani.
schen  Generallonsul  von  dem  Kontraktbruch  der
Engländer  b.  w.  von  ihrer  widerrechtlichen  Gesangenhaltung
  in  Kenalnis  zu  seten;  dieser  und
ein  an  den  neuernannien  deutschen  Bolschaf.,##r
in  Rom,  Fursten  Bülou,  von  den  Deulichen  gesckriebener
  Brief  be-  weate  endlich  deren  Freilafsung.
  Nach  71  tägiger  Gesangensazast  verlieszen
die  D  Deutschen,  unier  denen  sich  auch  ein  Prigz
von  Thuin  und  Taris  und  ein  Prin,  v.  Cray,
beide  aus  Vanern  besanden,  am  J.  Januar  des
Gefangenenl  ager  in  Gibrallac,  und  w.ir  wurorn
je  50  Mann  mit  einem  italienischen  Dampser  de.
fördert.  JIm  M  itielmeer  wurden  die  Schitse
wi  federhor  ron  jrantöffschen  Kriegeschiisen  un
gehalten,  „e#do.  konnten  sie  unbehe#l  dilr  Jalt
nach  Genna  sortfetzen.  %  hier  giun  es  mu
der  Bahn  Turch  Qaaten.  und  Tirol  nach  Nosenheim,
  ron  wo  and  die  Weiterreise  erfolßte.

Felopoflbriefe  zund  Felppotacken.

5Dr  Insanterist  P.  schreibt  unter  dem
.  Rovemler  an  seine  #  r  in  Rosenheim:
Vom  1U0.  bis  20.  Movember  waren  wir  Uirbe:
im  Shnnengraten.  Wir  mußilen  drei  Kom
panien  allosen.  Dies  geichie  Ut  durch  Laufgte
ben,  in  denen  wir  vom  :  ner  des  Gegnets
vollständig  geschützt  sind.  Die  Lage  vorher  halle
es  viel  geregnet  und  da  löônnt  ihr  einh  vorstellen,
  was  da  für  ein  Morast  war.  Scklinzz
lich  wurde  es  uns  zu  dumm  und  uir  gingen
einfach  im  Schutze  der  Dunlelheit  in  untere
Stellung.  Auch  beim  Essenholen,  das  abends
und  morgens  geschieht,  indem  von  jeder  Gruppe
zmwei  Mann  die  Felokessel  milnehmen,  müisen

 

wir  durch  die  Laufgräben  bis  zum  nachnen
Dorf,  in  dem  die  Feldlüchen  stehen.  Denn  sie

können  nichl  so  nahe  heranfabren,  da  sie  jonn
vemerlt  werden.  Manchmal  kommt  es  vor,
daß  einer  beim  Essenholen  oder  bei  der  Ab.
lösung  eine  eiserne  Portion  empfängl.  Nachls
wird  dann  gewacht,  was  bei  Regenwetter  oder
bei  schneidender  Kälts.  wie  wir  sie  letzthin  halten,
  #eyr  oin  l  cleage  haven
wir  woll::  *  .  eS  v  D  Uns  sehr
wohl  tun.  Soweit  mic  Zeit  haben,  schlafen  wir
in  den  von  uns  mit  Stroh  ausgepolsterten
Erdhohlen.  Neulich  gab  es  elwas  zu  lachen.
Mein  Nachbar  legte  seinen  Mamel  um  eine
Lalte,  setzte  ihm  einen  Helm  auf  und  hiel
das  Ganze  in  die  Höhe.  Die  Franzosen  enldeckten
  sosort  den  Schabernack,  winlten  aber
mit  einer  Schaufel  ab.  Am  20.  Nov.  wurden
wir  abgeröst  und  lkamen  in  Quartier.  Mit  min
belegten  noch  16  Mann  ein  Zimmer.  Naturlich
  heizten  mir  sofort  ordentlich  ein.  Da
wird  dann  gesotlen  und  gebraten  —  wenn  man
etwas  hal.  Nachto  liegen  wir  auf  Stroh.  Manch
mal  müssen  wir  nachts  auch  ein  paar  Stun,
den  schanzen.  Nach  ein  paar  Tagen  lommen
wir  dann  wieder  in  den  Schützengraben.  Ihr
lönnt  froh  sein,  daß  der  Krieg  sich  nicht  bei
Euch  abspiell.  Die  Ortschaften  in  der  Nähe
von  Hesechten  sollte  Ihr  ansehen,  wie  das  alles
verwüstet  und  zerschossen  ill!  Die  Einwohner
sind  meistens  alle  geflohen  und  die  noch  da  sind,
müssen  sich  von  uns  erhalten  lassen.  Da  sieht
man  allerhand  Elend.  Ihr  könnt  Euren  Soldaten
  nur  dankbar  sein,  daß  sie  soviel  Elend
von  Euch  fernhalten.“  (3.)

Der  Insanlerist  R.  L.,  der  früher  als  Ge-Hilse
  in  der  Buchdruckerei  M.  Niedermayr  stand,
schilderte  in  einem  Brief  die  Gefangennahme
von  Franzosen  wie  folgt:  Wir  waren  noch  elwa
1000  Meter  vom  Gegner  entfernt  und  gingen
dann  plötzlich  mit  begeistertem  Hurra,  alles
mit  sich  reigend,  zum  Sturm  über.  Die  Franfosen,
  welche  unser  Seitengewehr  fürchten,  ergriffen
  schleunigst  die  Flucht  und  ließen  alles,
was  sie  in  den  Schützengräben  hatten,  wie
Wein,  Brot  und  sogar  ihre  Tornister  liegen.
Dabei  wurde  eine  Menge  Frangosen  hefangen
genommen,  was  für  uns  Bayern  somsagen  die
größte  Gaudi  ist.  Wenn  sich  ein  Franzose  gesangen
  nehmen  läßt,  wirft  er  alles,  was  er
hat,  von  sich,  bricht  in  ein  Geschrei  aus  und
kommt  mit  ausgespreisten  Armen  auf  uns  zju.
Dann  erzählt  er  fortwährend  elwas,  von  dem
wir  eigentlich  gar  nichts  verstehen.  Ein  Mam
unserer  Kompanie  hat  kürslich  einen  Franzosen

fangen,  welcher  gut  deutsch  spricht.  Als  der
Hen  in  unsere  Nähe  kam,  fing  er  plötich
zu  schreien  an:  „Das  freut  mich,  daß  ich  gesangen
  genommen  worden  bin;  jetzt  werde  ich

nigstene  nicht  mehr  erschossen.“  Franzd  sische
Gesangene  erzählen  auch,  daß  sie  die  Offi-Fere
  hinter  der  Front  mit  Pistolen  antreiben

 

doch  von  den  Engländern  von  Bord  genommen  3  mffen,  sonst  kagen  sie  lich  nicht  mehr.“  13.),