Vortrag des Lyrischen. 153
sind derselben andere beigemischt. Es mögen denn hier Beispiele
der Tonfarbe drängend eilig folgen, die hauptsächlich
lebhaft im Gegensatz zu ruhig ist. Auch hier findet eine
Steigerung statt. Die Beispiele, die mindere Lebhaftigkeit
erfordern, stehen zuerst. Die Beimischung anderer Tonfarben ist,
wo nötig, angegeben.
(Bittend.)
O thu' es nicht, thu's nicht!
Sieh, deine reinen edlen Züge wissen
Noch nichts von dieser unglücksel'lgen That! —
Falle, falle würdig, wie du standst!
Verliere das Kommando! Geh vom Schauplatz,
Du kannst's mit Glanze, thu's mit Unschuld auch !
(Warm und weich.)
Max, folg' mir lieber gleich, das ist doch besser.
Erspare dir
Die Qual der Trennung, der notwendigen,
Komm mit mir! Komm, mein Sohn, .
Komm mit mir, ich gebiete dir's, dein Vater!
Max, in des Kaisers Namen, folge mir! —
(art.)
Das Urteil, Sir, das ich in Eure Hand gelegt,
Wo ist's?
Das Volk bestürmte mich zu unterzeichnen,
Ich mußt' ihm seinen Willen thun, ich that's,
Gezwungen that ich's und in Eure Hände
Legt' ich die Schrift; ich wollte Zeit gewinnen!
Ihr wißt was ich Euch sagte! Nun, gebt her!
Bedenkt Euch nicht so lang, wo ist die Schrift? —
(Meldend.)
Er läßt sich wieder sehn
Er wandelt unter'n Palmen wieder
Auf und ab und bricht von Zeit zu Zeit sich Datteln. —
Geht, lauft, holt mir das Büchelchen! Geschwind,
Ich bin bereit mit Gold es aufzuwiegen,
Und tausend Dank dazu! Eilt! Lauft! —
Leg' alles jetzt bei Seitl, ich bitte dich,
Es leidet keinen Aufschub! —
(Unmutig.)
O nur dies Mal
Gieb unfrer Warnung nach, laß ihn nicht fort!
Muß es denn der just sein! Schick'’ einen andern! —