Metadaten : Archiv für öffentliches Recht.Dreizehnter Band. (13)

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Anlage-  und  Unterhaltungskosten  lassen  es  aus  wirthschaftlichen
.  Gründen  sehr  wünschenswerth  erscheinen,  dass  die  Anbauer  sich
direkt  an  die  öffentlichen  Wege  anlegen.  Jedenfalls  steht  auch
die  Landstrasse  dem  Anbau  offen,  und  es  wachsen  dem  Anbauer
die  Vortheile  des  Gemeingebrauchs  zu.  Dass  aber  hier  eine  Aufopferung
  möglich  sei,  welche  einen  Entschädigungsanspruch  nach
sich  zöge,  ist  nicht  anzunehmen,  solange  die  Anordnung  dem
Strassenzwecke  entspricht,  da  eben  hier  nur  eine  Verstattung,
aber  keine  Bestimmung  zum  Anbau  vorliegt  (R.-G.-E.  vom
30.  Nov.  1887,  J.-M.-Bl.  88  S.  152).  Entscheidend  für  das  Vorliegen
  einer  Ortsstrasse  ist  nicht  das  thatsächliche  Verkehrsinteresse
  der  Anlieger,  sondern  der  Umstand,  dass  der  Weg  als
Glied  im  Netze  der  bestehenden  oder  projektirten  Ortsstrassen
dem  inneren  Verkehre  und  Anbau  mitzudienen  bestimmt  ist.
O.-V.-G.  Bd.  XXIV  S.  81.  8  1  des  Ges.  vom  2.  Juli  1875.  Vgl.
den  Kommentar  von  FRIEDRICHS.  Ebenso  BERING.

Was  nun  schliesslich  die  Frage  nach  dem  Rechtsgebiete  des
$  75  Einl.  Allg.  L.-R.  anbelangt,  so  meint  RıTTEr,  derselbe  sei
durch  die  Verfassung  Art.  9  auf  das  ganze  preussische  Staatsgebiet
  übertragen  worden.  Er  schliesst  offenbar  wie  Rosın
„Polizeibegriff*  (S.  4)  mit  dem  Oberverwaltungsgerichte  schloss,
dass  &  10  II  17  Allg.  L.-R.,  der  die  Generalklausel  für  die  Befugniss
  der  Polizei  enthält,  durch  das  Polizeiverwaltungsgesetz
auf  die  neuen  Landestheile  für  übertragen  zu  erachten  sei,  weil
er  einen  Theil  des  das  Gesammtgebiet  nothwendig  einheitlich  ergreifenden
  Verfassungsrechts  bilde.  Zuzugeben  ist,  dass  man,
wenn  man  diesem  Schlusse  folgt,  auch  dem  RıTTERr’schen  folgen
könnte.  In  der  Judikatur  ist  unseres  Wissens  diese  Konstruktion
noch  nicht  gemacht  worden.  Dass  der  Art.  9  an  Unklarheit
leidet,  ist  unbestritten.  AnscHÜTz  meint,  die  Verfassung  spreche
in  Art.  9  nur  einen  in  fast  allen  Staatsgrundgesetzen  wiederkehrenden
  Satz  nach,  er  habe  also  nur  den  Charakter  einer
feierlichen  Zusicherung,  dass  der  Staat  für  Schutz  und  Ersatz