1804
Okt. 29
Nov. 2
244 Urkunden No. 768-764.
noch auf den andern der beiden Auswege einzugehen, welche der p. von
Humboldt noch als die thunlichsten vorgeschlagen hat. Denn der Päpstliche
Hof wtirde daran immer nur, nach seinem System, solche Einschränkungen
und Bedingungen knüpfen wollen, wodurch der hiesigen Regierung zu sehr
die Hände gebunden und die aus der Klöster-Aufhebung zu hoflenden
Vortheile wesentlich aufgewogen und vermindert wiirden. Hat man aber
einmal durch Einlassung mit ihm gewissermassen die Nothwendigkeit seiner
Zustimmung anerkannt, so dürfte es um so schwiriger sein, wieder zuräckzutreten.
Ich glaube nach allem, dass man der Würde, den Prinzipien und
dem Interesse eines protestantischen Souverains gemäss, auch in Schlesien,
so wie es bereits vielfältig in unsern tibrigen alten und neuen Provinzen
seither geschehen ist und ferner noch geschiehet, allein aus landesherrlicher
Machtvollkommenheit mit der Klöster-Aufhebung verfahren könne, und dass
es, um aller Beunruhigung der Gemüther unter den katholischen Einwohnern
daselbst vorzubeugen, genügen werde, den p. von Humboldt zur Abwendung
aller etwanigen ungünstigen Einwtirkungen des Römischen Stuhls hinreichend
instruiret zu haben und noch nach Maasgabe unserer Vorschritte und sonstiger
Umstände fernerhin zu instruiren.
Ich sehe indess E. E. erleuchteter Meinung hierüber, so wie Ihrer gefälligen
Benachrichtigung von dem, was in der Sache selbst unterdess geschiehet,
dienstlich entgegen, und setze bis dahin eine weitere Instruirung
des v. Humboldt aus.«
764. Schriftwechsel des Auswärtigen Departements mit dem Reichstags-Gesandten
Graf Goertz zu Regensburg. 1804 November, Desember.
R. X. 79.
Unterredungen met Dalberg über die Stellung der deutschen katholischen Kirche zu
Rom; Nothwendigkeit des Konkordats für Deutschland ausser Preussen und Oesterreich.
Zurückweisung der Andeutungen Troni's wegen direkter päpstlicher Verhandlungen
mit Preussen.\) Urtheil Dalberg’s über den Papst. Verhandlungen Dalberg's
in Paris über das Konkordat.
Goertz. Regensburg November 2.
Chiffrirte Ausfertigung; nach der Dechiffrirung.
. »Un des points des plus essentiels que l’Electeur m’a encore
confi6 est?) que d’apres ses intentions dor6navant les Ev&ques avec tout le
clerg6 catholique en Allemagne seroient dans toutes les affaires civiles ef
criminelles uniquement soumis & la jurisdiction du Souverain territorial, ei
que seulement les affaires purement ecclesiastiques concernant les principe®
de religion, du culte ou de la discipline seroient reservees en premidre iNstance
A l’Ev&que provincial et en seconde & l’Electeur comme I’Archeveque
et Metropolitain; quant aux possessions germaniques de V. M., nom-1)
Cfr. No. 682 und 918.
2) Die mehrfachen Schreibfehler der Dechiffrirung sind verbessert.