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II. Hauptregeln der deutschen Rechtschreibung.
Erste Hanptregel: Bezeichne jeden Laut, den man88.
bei richtiger und deutlicher Aussprache hört, durch das
ihm zukommende Zeichen, z. B. Kiste — Küste, liegen — lügen,
heilen — heulen, weiser — weißer, begleiten — bekleiden, Fluch —
Flug — Pflug.
Anm. Wenn jedem Laut ein bestimmter Buchstabe entspräche und der
Laut immer durch diesen Buchstaben bezeichnet würde, so bedürfte es keiner
weiteren Regeln für die Rechtschreibung. Aber beides ist nicht der Fall, wie
schon 3 1 Anm. 1 zeigt; ferner wird
1. zuweilen ein Laut nicht durch den Buchstaben bezeichnet, der ihm
zunächst zukommt; man schreibt z. B. gräbt, Hand, obwohl man hier das
b und d anders spricht als in graben und Hände;
2. die Länge und Kürze der Selbstlaute (Vokale) nicht überall und nicht
immer auf gleiche Weise bezeichnet; vgl. z. B. Mal (Denkmal), Mahl (Mahlzeit),
Saal; Wald, (es) wallt.
Es sind daher noch weitere Regeln notwendig. Zunächst gilt als
Zweite Hauptregel: Wo derselbe Laut auf verschiedene
Weise dargestellt werden kann, richte dich nach der Abstammung
des Wortes, z. B. Totschläger (von tot) — Todfeind
(von Tod); weislich (von weise) — weißlich (von weiß).
Besondere Regeln.
III. Uber die Wahl unter verschiedenen Buchstaben,
die denselben Laut oder ähnliche Laute bezeichnen.
A. Selbstlaute (Vokalc). 83
ä, e; än, en.
ä und äu schreibt man als Bezeichnung des Umlautes
1. regelmäßig in den Wörtern, die in ihrer Grundform
a oder au zeigen, z. B. älter, Länder; Räume, läuft;
2. gewöhnlich auch in solchen Wörtern, denen ein verwandtes
Wort mit a oder au zur Seite steht, z. B. rächen,
Armel; räumen, gläubig.
Ju vielen Wörtern erscheint aber auch ä und äu, ohne daß
eine verwandte Form mit a und au vorhanden ist oder nahe
liegt, z. B. Ähre, jäten, räuspern. Umgekehrt schreibt man in
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