Full text : Geschichte der königlich Preußischen Armee. Band IV. (4)

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II.  Hauptregeln  der  deutschen  Rechtschreibung.

Erste  Hanptregel:  Bezeichne  jeden  Laut,  den  man88.
bei  richtiger  und  deutlicher  Aussprache  hört,  durch  das
ihm  zukommende  Zeichen,  z.  B.  Kiste  —  Küste,  liegen  —  lügen,
heilen  —  heulen,  weiser  —  weißer,  begleiten  —  bekleiden,  Fluch  —
Flug  —  Pflug.

Anm.  Wenn  jedem  Laut  ein  bestimmter  Buchstabe  entspräche  und  der
Laut  immer  durch  diesen  Buchstaben  bezeichnet  würde,  so  bedürfte  es  keiner
weiteren  Regeln  für  die  Rechtschreibung.  Aber  beides  ist  nicht  der  Fall,  wie
schon  3  1  Anm.  1  zeigt;  ferner  wird

1.  zuweilen  ein  Laut  nicht  durch  den  Buchstaben  bezeichnet,  der  ihm
zunächst  zukommt;  man  schreibt  z.  B.  gräbt,  Hand,  obwohl  man  hier  das
b  und  d  anders  spricht  als  in  graben  und  Hände;

2.  die  Länge  und  Kürze  der  Selbstlaute  (Vokale)  nicht  überall  und  nicht
immer  auf  gleiche  Weise  bezeichnet;  vgl.  z.  B.  Mal  (Denkmal),  Mahl  (Mahlzeit),
  Saal;  Wald,  (es)  wallt.

Es  sind  daher  noch  weitere  Regeln  notwendig.  Zunächst  gilt  als

Zweite  Hauptregel:  Wo  derselbe  Laut  auf  verschiedene
Weise  dargestellt  werden  kann,  richte  dich  nach  der  Abstammung
  des  Wortes,  z.  B.  Totschläger  (von  tot)  —  Todfeind
  (von  Tod);  weislich  (von  weise)  —  weißlich  (von  weiß).

Besondere  Regeln.

III.  Uber  die  Wahl  unter  verschiedenen  Buchstaben,

die  denselben  Laut  oder  ähnliche  Laute  bezeichnen.
A.  Selbstlaute  (Vokalc).  83
ä,  e;  än,  en.

ä  und  äu  schreibt  man  als  Bezeichnung  des  Umlautes

1.  regelmäßig  in  den  Wörtern,  die  in  ihrer  Grundform
a  oder  au  zeigen,  z.  B.  älter,  Länder;  Räume,  läuft;

2.  gewöhnlich  auch  in  solchen  Wörtern,  denen  ein  verwandtes
  Wort  mit  a  oder  au  zur  Seite  steht,  z.  B.  rächen,
Armel;  räumen,  gläubig.

Ju  vielen  Wörtern  erscheint  aber  auch  ä  und  äu,  ohne  daß
eine  verwandte  Form  mit  a  und  au  vorhanden  ist  oder  nahe
liegt,  z.  B.  Ähre,  jäten,  räuspern.  Umgekehrt  schreibt  man  in

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