332 Jos Derisqhe Rei und seine einjelnen Glieder. (Juli 15. - 26.)
Auch beim Schluß des Landtages am 16. stimmen neun sozialdemokratische
Abgeordnete in das Hoch auf den Großherzog ein.
15. Juli. Der Reichskanzler antwortet auf ein Begrüßungstelegramm
aus Osterode (Ostpreußen) am 500 jährigen Gedenktage
der Schlacht bei Tannenberg:
Die Regierung müsse an der nationalen Konsolidierung und der
kulturellen Hebung der Ostmark festhalten. Der Reichskanzler hofft auf
die einmütige Unterstützung aller Ostmärker.
16. Juli. Durch eine Note der japanischen Botschaft wird
der deutsch-japanische Handels= und Schiffahrtsvertrag und der
Konsularvertrag vom 4. April 1896 nebst Nachtragskonventionen
vom 26. Dezember 1898 zum 17. Juli 1911 gekündigt.
16. Juli. Durch eine Anderung im Warenverzeichnis zum
deutschen Zolltarif wird die mandschurische Soyabohne als Rohmaterial
zur Oelbereitung klassifsiziert und dadurch zollfrei.
20. Juli. Landtagsersatzwahl im Wahlbezirk Oppeln 8.
Justizrat Ritta (Z.) wird mit 356 von 357 Stimmen gewählt.
21. Juli. (Bayern.) Abgeordnetenkammer. Der Finanzausschuß
billigt für die laufende Finanzperiode einen Steuerzuschlag
von 22 Prozent.
22. Juli. (Berlin.) Der neugewählte Präsident von Brafilien
Marschall Hermes da Fonseca trifft zu einer Informationsreise ein.
22. Juli. (Berlin.) Der Magistrat beschließt, entsprechend
einem Wunsch der Stadtverordnetenversammlung, beim Kultusminister
noch einmal die zur Einführung der fakultativen Feuerbestattung
erforderlichen Maßregeln zu erbitten.
25. Juli. (Straßburg.) Gegen Professor Eloetta, einen geborenen
Italiener, veranstalten Studenten der romanischen Philologie
eine Demonstration, weil er einem aus Elsaß--Lothringen
stammenden Examinanden die Fähigkeit, das Französische richtig
auszusprechen, abgesprochen hatte.
25. Juli. „Ständige wirtschaftliche Kommission der Kolonial-=verwaltung.“
Der Kolonialsekretär wendet sich an die Handelskammern in Berlin,
Köln, Chemnitz, Nürnberg, Mannheim, Bremen und Hamburg, Vertreter
für die „ständige wirtschaftliche Kommission der Kolonialverwaltung“ zu
ernennen. Im ganzen werden neun kaufmännische Vertreter berufen.
26. Juli. (Berlin.) Wahl der Delegierten für den sozialdemokratischen
Parteitag in Magdeburg.
In zehn Versammlungen, die aus diesem Anlaß stattfinden, erfolgen
Erklärungen zugunsten der Aufrechterhaltung vollster Disziplin in der
Partei und gegen jeden Kompromiß mit den Liberalen.