Volltext : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

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wo  man  anfing  von  „Herren  Ausländern,  so
im  Lande  begütert“  zu  sprechen,  geherrscht  habe,
erweisen  folgende  Thatsachen,  die  der  Propst  David
Frank,  als  Augenzeuge  so  zu  sagen,  berichtet:  es  sind
das  zweifelsohne  die  Thatsachen,  weshalb  der  angehende
  Lehrling  der  Weltweisheit  in  den  Rostocker  gelehrten
  Nachrichten  ihm  vorwarf,  daß  er  „unanständig,
niederträchtig  und  pöbelhaft  geschrieben“  —  es  war  1755
wie  es  1855  war:  die  Junker  hatten  ihre  Candidaten,
die  für  sie  schrieben.  Auf  dem  Landtage  von  1735
„prügelten  sich  der  Major  von  Plessen  auf  Müsselmow
  und  der  von  Vieregge  zu  Levekendorff  mit
Stöcken  und  Karbatschen,“  worauf  sie  sich  bei  Lübeck
duellirten.  1736  erschienen  diese  beiden  Herren  sogar
„mit  Pistolen  unter  dem  Rock“  in  der  Sitzung.  1)  Noch
1747  haben  ein  Obristlieutenant  von  Zülowe:)  und
ein  von  Sahla,  9)  der  verrückt  war,  in  öffentlicher
Versammlung  „mit  Degen  und  Stock  sich  attaguirt,
wodurch  einige  andere  von  Nitterschaft  und  Landschaft
in  Lebensgefahr  kamen.“  4)

Einer  der  turbulentesten  Landtage,  der  in  Meck-1)

  Franck,  Altes  und  neues  Mecklenburg  18,  183  und  181.

2)  Die  Zülow  habe  ich  seit  Anfang  des  vierzehnten
Jahrhunderts  in  den  Urkunden  gefunden,  seit  1331  gleichzeitig
  mit  den  Kruse,  noch  vor  den  Bassewitzen.  Ein
Obrist  dleses  Namens  ist  gegenwärtig  Director  des  Militair=Departements.


3)  Diese  Sahla  erscheinen  unter  den  unterschriften  des
Erbvergleichs  in  gräflicher  Eigenschaft.

4)  Franck,  18,  382.