Contents : Grundzüge der deutschen Schulgesetzgebung.

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Anleitung  für  irgendeine  äußere  Bestimmung  übergehen  und,  je  besser  im
Allgemeinen  vorbereitet,  dieser  mit  desto  mehr  Selbsttätigkeit,  Einsicht  und
EGeschick  sich  widmen  kann.“  ê

„Nach  diesen  Grundbestimmungen  soll  die  Schule  als  allgemeine  Bildungsanstalt
  den  ganzen  Menschen  umfassen,  sowohl  von  seiten  des  die  Bildung
des  Wissens  und  Könnens  bezweckenden  Unterrichts,  als  auch  der  die  praktische
  Bildung  zur  sittlichen  Aätigkeit  in  sich  begreifenden  Disziplin,  die  aber
beide  in  der  Kusübung  nicht  voneinander  getrennt,  sondern  wechselseitig
miteinander  verflochten,  und  am  tiefsten  durch  die  Bildung  der  Religiösität,
welche  dem  ganzen  Erziehungswerke  der  Schule  den  Schlußstein  geben  muß,
vereinigt  sind.“

Wer  im  Jahre  1918,  fast  100  Jahre  später,  „Grundzüge  der  deutschen
  Schulgesetzgebung“  nicht  lediglich  referierend  behandeln  will,
kann  an  diesen  Jorderungen  nicht  vorübergehen.  Damals  eine
hohe,  humane  Idee,  der  Wirklichkeit  gegenüber  nur  ein  schöner  Traum,
könnte  alles  dies  heute  ohne  grundstürzende  Anderungen  verwirklicht
  werden.  Die  Entwickelung  der  politischen  und  wirtschaftlichen
Verhältnisse  hat  den  Boden  für  eine  solche  Schulverfassung  geschaffen.

In  den  nachfolgenden  Darlegungen  kehrt  darum  die  Sorderung
der  einen,  trotz  aller  Gliederungen  einheitlichen  und  in  sich  zusammenhängenden
  Schule  an  den  betreffenden  Stellen  immer  wieder,  insbesondere
  bei  der  Besprechung  der  Organisation  der  Schule  und  in
dem  Zbschnitt  über  die  Lehrerverhältnisse.

ber  warum  hat  sich  diese  Lorderung  in  einer  100jährigen
Entwickelung,  die  zwar  hier  und  da  rückwärts,  im  ganzen  aber  doch
vorwärts  gerichtet  war,  nicht  Bahn  zu  brechen  vermocht?

Der  Grund  liegt  offenbar  darin,  daß  die  einheitliche  Gestaltung
der  Schule  mit  den  herrschenden  allgemein-politischen  Richtungen
im  Widerspruch  steht,  daß  die  große  bildungspolitische  Srage,  ob  man
den  vollen  und  unbeschränkten  Jugang  zur  Kultur  jedem  und  jeder
im  Dolke  gewähren  solle  oder  nicht,  von  den  entscheidenden  stellen
in  Deutschland  in  anderem  Sinne  beantwortet  wird.  Wäre  diese  Frage
bejaht  worden,  so  würde  die  einheitliche  Organisation  der  Schule,
eine  entsprechende  Lehrerbildung,  die  Stellung  der  Schule  zur  Nirche
und  die  Einrichtung  und  Zusstattung  der  Schulen  diesem  einen  großen