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die Entscheidung der Frage unter einem Vorwand hinauszuziehen, Juli 10.
zumal ohnehin auf allen Kreis-, Reichs- und andern Tagen eben
Kurpfalz das Haupt aller Widerwärtigkeiten ist, die andern Stände
an sich zieht, unter den Protestanten das Direktorium führt und, wenn
man schon einmal einig ist, gleich Uneinigkeit und Verwirrung im
lteich zu seinem Vorteil pflanzt, erweitert und fortsetzt.
Der Justizpunkt wird auf einem Kurfürstentag ohne Zutun
des ganzen Reiches weder erörtert noch deshalb etwas Endgiltiges
geschlossen werden können, nur Vorbereitungen zu dessen Beförderung
beim nächsten Reichstag können getroffen werden; anderes würden
die übrigen Stände nicht zulassen.
Wenn auch alle Kurfürsten und der Kaiser einen nächstens an-
zustellenden Reichstag beschliessen, so hat man davon doch nicht
mehr Vorteil als vom letzten zu erwarten, „wegen der fortlhaftigen
extension, confirmation des religionfridens, approbation desjenigen,
was wider denselben bishero die catholische verlorn, dann auch dass
man in religionsachen keinen andern richter als das romische reich
und die sambtliche stende zu richter haben, dardurch in re ipsa ganz
rechtlos sein soll, darein kein catholischer stand in ewigkeit verstehn
kan oder soll; doch muess man einmal daraus kommen und eines
reichstag ausgang erwarten.“
Sollten „wegen des von Salzburg salzspörr begehrter doppelter
maut“! oder sonst Privatbeschwerden gegen uns vorkommen, 50
zweifeln wir nicht, dass sie, da wir nicht erfordert sind, abgewiesen
oder wenigstens nichts Praejudizierliches gegen uns vorgenommen werden
wird, bevor wir gehört worden sind. Wensin darf sich deshalb nicht
auf das Geringste einlassen sondern hat Kurköln in unserm Namen
zu ersuchen, nichts derartiges vorgehen zu lassen. Doch soll Wensin
ihm berichten, dass Salzburg (wider alle Billigkeit, unser Erbieten
und Ermalınen, der wir nur bei den Verträgen und unsern alten
Rechten bleiben uud uns derselben bedienen wollten) die Verträge
„aufgestossen“ und die Salzausfuhr bis heute gesperrt hat, obwol wir ihm
Schiffe und Geschirr bis Hallein geschickt haben, dass der Erzbischof
ferner, als wir das „ordenlich berchtesgadisch fronreuter salz“ unlängst
wie sonst immer gemäss den Verträgen wegführen lassen wollten, dies
unser eigenes Gut auf freier Landstrasse von einigen hundert Soldaten
hat aufhalten lassen, dass er sich täglich verstärkt, Blockhäuser und
Laufgräben anlegt, um den Salzausgang aus Berchtesgaden zu hindern,
und fast 800 Mann dahin gelegt hat, um uns nach seinem Gefallen
za seinem Vorteil und unserm Schaden zu zwingen. Das steht
einem katholischen Fürsten übel an und kann leicht Weiterungen
verursachen ; denn wir werden uns wider unser Recht nicht zwingen
oder von der doppelten Maut, die wir vermöge erlangten Indults
ı Veber den Salzstreit vgl. K. Mayr-Deisinger, Wolf Dietrich
von Raittenau, Erzbischof von Salzburg, München 1886, 8. 181 f.