Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

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solenxelmetniizesses

Freltag,  2.  Se  7.  September  1  1012

 

Uummer  205

Gegner  unternommenen  Angriffe  brachen  dank
der  standhaften  Haltung  unserer  lriegerproblen
  Karstverteidiger  zusammen.

100  italienische  Ossiiere  und  über  4000  Mam
sielen  als  Gefangene  in  unsere  Hand.  Die  Gesamtiahl
  der  seit  Beginn  der  Schlach!  eingebrachlen
  Gesangenen  beläuft  sich  auf  15  000  Mann.

T  wurde  wieder  zweimal  non  italienischen

Fliegern  angegrissen.  In  der  Nacht  vom  3.
aus  4.  September  belegte  eine  größe  Anzahl

seindlicher  Flunzenge  Pola  mit  eiwa  1000  Bomben,
  die  in  der  Stadt  einigen  Privatschaden  verurjachten.
  Militärische  Objelte  ersillen  nur  ge—
ringjüginen  Sachschaden.  Es  sind  leine  Mensche.-verlunte
  zu  bellagen.

WMägemelnes  nom  Sriles.

Ehrenvolse  Auszeichnung.

Der  belannte  Kampfflieger  Lentnant  Mar
Mulier,  der  erit  vor  lurzem  anläßlich  seines  27.
Lu#lli###  bom  Osfiziere#el'vertreter  zum  Ofsizier
  leiordeitt  worden  in,  erhielt  den  Orden
Pour  merit“.  Lemnant  Müiler  ül  aus  dem
Mann#ilenande  bervorgegangen  und  dieate
vor  zehn  Jaberen  altiv  bei  einem  banyerischen  Insanlerte
  Regiment.  Vei  Ausbruch  des  Krieges
trat  er  durt  wieder  ein.  Er  inm  somit  der  erste
alline.  aus  dem  Mannschafltostande  hervorgegaupene
  Soldal.  der  die  bohe  Auszeichnung
de#  Orden?  „Pour  le  merite“  erhiest.

(Graf  Czernin  in  Verlin.

Der  ülle  erreichische  Minitter  der  Aeußern,  Graf
Czernin.  hat  iich  nach  Veriin  begeren.  Wie  ververlaulel.
  Z#i  dieser  Besuch  nicht  nur  der  Fest
inelruna  der  Rulivorlt  am:  die  Papitnoite  und  der
Slemunnienr  zr  Ni  Wilsons,  somern  es
handelt  ii.h  auch  um  die  Losung  der  immer  breunende
  it  r.  on  wlsnlmnaqcIhtoumkll

ss  k-  An  rrfrnhen.  des  Staatsselretär
.Kuhlmann  in  Wien.

  

de-  —9  untthen  Amtes.
Schlechle  englisile  Ermeansssaten
alien  Teilen  Englands  melden.
  das  schwere  Neuenilurme  am  27.  Augufst
nuch  ciner  longeren  Periode  nassen  und  son
neulmien  Wellel  cinen  verderbjichen  Einisuß
am  ie  Cuute  hallen.  Laul  „Dailn  Mail“  sieht
b#er  etäldirellar  der  Lebens  müteleumtes  Lvc
1  mt  erit  ernu  an.  allchlich,  sagt

Nachrichten  auur

1:  Lane  anl

die  unn  war  das  Wetier  nich  blonz  besonder##
  unnnnmi.).  sondern  schlecht.  oDnegleichen.
Da-Lando  kehl  einer  der  schlechtesten  Ernten  der
(60  raimtr  orn  enuler.  derhalb  am  sich  die  gebie-   



Nmend  iglteit  der  grösten  Sparsamteit
**“  uch  der  Nahrungemiltelb##tände  tauicm
  Indn  8ioh.

GErlechenlsand.
rfolnnueigopojitil  in
((riechenland.
Die  rsechische  venizelistisue  Kammer  erörterte

die  7  Alane.  die  Mitglieder  der  früheren  Minülerten
  ver  einen  Ölergerichtehof  zu  diellen.
  Veniz  PdnoF  berlangie.  daß  der  Krater  Michelladis,
  ehema’iner  Unterrichteminüler  unter  Sluludis,

  nil  vor  den  Öberilen  Gerichis  Hhos  gedellt
  werde.  Gun  lingewirtsche  i110.  Einige  Redner
  rr.nen  sich  inguniten  der  Stellung  unter
Anllune  uns.  ie  Kammer  beichlaß  mil  133  ge
Ln  !10  lie  mmoen  Kahint  1  d/s8  vor  den

OÖberuen  Grrichthof  in  siellen.  Mil  135  gegen

 

acht  Stimmen  wurde  beschlossen,  das  Kabinett  ·

Lembros-Zographos  nicht  zu  verfolgen.
Die  begeisterten  Griechen.

Das  tapsere  Hellenenvolk,  daß  sich  so  lange
wacker  gegen  den  Druck  der  Entente  gewehrt  hat,
ist  nun  auch  auf  die  Seite  unserer  Feinde  gezwungen
  worden,  und  seine  Seeleute  müssen  für
die  Engländer  fahren,  wenn  anders  sie  nicht
verhungern  wollen.  Da  ist  es  verständlich,  daß
die  armen  Teusel  die  Versenkung  ihres  Schisfes
manchmal  mehr  als  eine  gute  Fügung  des  Schilsals
  betrachten,  wie  als  eine  böse  Tat  der  Deutschen.
  Das  lam  vor  einiger  Jeit  deutlich  zum
Ausdruck.  Nachdem  in  der  Straße  von  Gibraltar
  ein  griechischer  Dampfer  versenlt  worden
  war  und  das  betreffende  U  Voot  sich  den
Rettungsbooten  näherte,  um  den  Namen  des
Schisses  sestzustellen,  nahmen  die  Griechen  alle
ihre  Mützen  ab  und  Brachlen  unter  lauten  begei
sierten  Zurufen  dem  deutschen  Unterseeboote  eine
Kundgebung  dar.  Eigenlsich  lonnten  einem  die
Burschen  leid  tun,  aber  zum  Glück  war  die
saniche  Küste  nicht  weit  entsernt.  Sie  werden

bei  den  ritterlichen  Spantern  vermutlich  ein  befseres

  Los  eingetauscht  haben  gegen  die  Unter—
drückungen  in  ihrer  durch  Venizelos  an  die  Entente
  verschacherten  Heimat.

Perschiebene  Nsor#ichlen.

Budapest,  5.  Sept.  Der  Minister  des
Imeern  Ugron  hat  zur  Verbeserung  der  Approvisionierung
  und  zur  Linderung  der  Wohnn,  igs
not  eine  Verordnung  erlassen,  daß  jeder  Fremde,
  der  nicht  nachweisen  lann,  daß  er  sich  infolge
Verufes  in  Budapest  aufhält,  lanslribiert  und
verpflichtet  wird,  Budapest  innerhalb  14  Tagen
zu  verlassen.  Diese  Maßnahme  ist  gegen  alle
Fremden,  einschließlich  der  Oesterreicher  und
Reichsdentsch-n,  gerichtet,  die  nach  Budapest  gelommen
  sind,  um  sich  hier  besier  veruflegen  zu
lönnen.

Fe#und  Personaluachrichlen

Verlin,  6.  Sept.  Die  Kronprinzessin  im  geslern
  von  einer  Tochter  entbunden  worden.  Die
neugeborene  Prinzessin  ist  neben  vier  Prinzen
die  zweite  Tochler  des  kronprinzlichen  Paares.

Rüng#teer  Neiugkeien.

München,  5.  Sept.  Der  Gendarmeriewacht.
meister  von  Pullach  sah.  wie  sich  am  Dienstag
vormittags  10  Uhr  ein  Mädchen  von  der  Groß-=hesieloher
  Vrücke  in  den  Werlkanal  hinabstürzte,
nom  Wasser  fortgetrieben  wurde  und  ertrank.
Auf  der  Brücke  fand  man  einen  schwarzen  Hut,
eine  Handtasche  und  einen  Zettel,  auf  dem  eine

Jahre  alte  Kontoristin  aus  Oberfranken,
die  zuletzt  in  München  in  Stellung  war,  mitteilte,
  daß  sie  aus  Lebensüberdruß  in  den  Tod
geben  wolle.  Die  polizeilichen  Erhebungen  er-Lal
  en,  daß  diese  Kontorittin  tatsächlich  seit

Dienslag  früh  al  gängig  ist.  Die  Leiche  lonnte
noch  nicht  geborgen  werden.

Boyerische  Nacheichten

vom  TLanbe,  5.  Sept.  Der  Güterhandel
siehl  zurzeit  in  üppigster  Blüte.  Leute,  die  durch
Kriegslieferungen  usw.  einen  reichen  Schnitt  gemacht
  haben,  kaufen  sich  auf  dem  Lande  an,  an- 



 

 

—  0D
.  .
*

 

 

Eln=  „Prophezeiung“.

eim  Mirocrlegen  einer  Mauer  im  Kloster
zum  bl.  (Gbein  in  Wiomar  in  Melenburg  wurde
in  einer  Bilel  ein  Pergament  mit  einer  prophet.
Inichli!  neinnden.  On#Pergamem  besfindel
ich  se  m  Nathau=  zu  Wiemar  unier  Glas  und
Nahmen.  DTie  im  Jahre  1701  von  einem  fliehenten
  Klolterbrurer  geschriebene  Alschrift  lautet:


„Herr,  erbarme  r  Deine  Volkes,  welches
sich  iminer  mehr  von  Dir  abwendet.  Es  zerüort
Deine  Klosler.  vernichtet  Deine  heiligen  Orden.
Ee  cinnet  sich  Leinc  Kraust  an  unn  macht  sie  diesen
  #zwecken  gieich  bienlbar.  Europa  wird  in
rieser  Heit,  dn  der  papllliche  iuhl  seer  i#st,  von
fürchterlichen  Zuctigungen  heimgesucht  werden.
Vocoheit.  Versaumdung  und  (Gchasjihleil  wird
ein  lleineo  Haussein  anfreizen.  Turch  Fursten.
morb  wird  der  uuno  entsacht.  7  Reiche  wer
den  sich  erheben  gegen  einen  Vogel  mit  zwei
Kopfen  und  einen  mil  einem  Kopf.  Die  Bögel
wercen  um  ihren  Hillichen  ihr  Recht  schützen  und
mit  ihren  Krallen  werden  jie  c%  verteidigen.
Ein  Furit  autd  der  Mille  „der  sein  Roß  von  der
verlehrtn  Seile  beleigt,  wird  von  einem  Wall
von  Feinden  umtingl  sein.  Des  Monarchen
Wahlipruch  lautel:  Mit  Golt  vorwärte!  Die
Allmacht  Gotte#  wird  ihm  beistehen  und  ihn
von  Sieg  zu  Sieg  führen.  Es  wird  ein  großes
Ringen  ilallfinden  von  Ost  und  West  und  viele
Menschen  vernichten.  Die  Wagen  werden  ohne
VRosse  dahinsaufen,  feurige  Drachen  werden  durch
die  Lusle  flicgen  und  Feuer  und  Schwefel  speien.
Stedte  und  Dörfer  vernichten.  Machtlos  werden
die  Menschen  diesem  allem  zusehen.  Das  Volk
wird  die  Warnung  Exttes  anhören,  und  Gott
wird  sein  Antlitz  abwenden.  Drei  Jahre  5  Mo
pate  wird  der  Aufruhr  dauern.  Hungersnot,

 

Seuchen  und  Pest  werden  viele  Menschen  zum

Opfer  fallen.  Die  Zeit  wird  lommen,  da  Du
weder  kaufen  noch  verlaufen  kamm  noch  darsst.
Das  Brot  wir.  gezeichnet  und  geteilt  werden.
Meere  werden  sich  rot  särben  von  Blut.  Die
Menschen  werden  auf  dem  Grunde  des  Mecres
wohnen  und  auf  ihre  Beute  lauern.  Das  Noll
des  Siebengeilirns  wird.  in  dad  Ringen  eingrei
sen  und  dem  bärligen  Voll  in  den  Nucken  sallen
und  sich  von  der  Mitlte  abwenden.  Der  ganze
Niederrhein  wird  erzittern,  erbeben,  grr.  nich!
unterliegen.  sondern  bestehen  bis  ans  Ende  der
eil.  Das  Land  im  Meer  wird  mit  rieinem
Konig  geschlagen  und  auf  die  tiesste  Sius#
des  Elends  kommen,  das  bärtige  Volk  wird  noch
lange  bestehen.  Alle  Bölker  werden  in  Mitlei
Vencchat  #czogen,  es  findet  ein  Wogen  aller
Tüller  statt.  Der  Sieger  trägt  ein  Kreuz  und
zwischen  vier  Städten  mit  Türmen  findet  die
Ennccheidung  stalt.  Dari  sieht  ein  Kreuz  zwischen
zwei  Lindenbäumen.  Hier  wird  der  Sieger  nie
derlnien,  seine  Arme  ausbreiten  und  seinem  Gott
danken.  Alle  Tänze  der  Gotilofigleit  wird  der
Krieg  abschaffen  und  wieder  göttliche  Ordnung
in  Kirche,  Staat  und  Familie  heruellen.  Der
Krieg  wird  beginnen,  wenn  die  Aehren  sich  voll
neigen,  wird  seinen  Höhepunkt  erreichen,  wenn  die
Kirschen  zum  drittenmal  blühen.  Den  Frieden
schließt  der  Fürit  zur  Zeil  der  Chrisunesse.“
Diese  „Prophezeiung“  liest  sich  sehr  schön,  und
in  ihrem  ersten  Teile  hätte.  sie  sich  sogar  schon
verwirllicht.  Sie  hat  aber  einen  großen  Fehtler:
sie  ist  nicht  ccht  und  eristiert  überhaupt  nickhtt.
Seit  längerer  zeil  schon  tauchl  sie  basd  bier.
bald  dort  auf:  jetz  fand  sie  ihren  Weg  auch  in
ein  Münchner  Vlatt.  Tatsache  aber  ist,  daß  in
Wio.  nar  von  einer  solchen  Urkunde  nich!5  be.
lannt  ist,  und  die  Stadtwerwaltung  hat  wieder.
holt  schon  Stellung  dagegen  genommen.  Derarlige
  Enten  sind  eben  schmer  totzuschlagen.

 

derseits  wird  der  Güterverlauf  begünstigt  durch
die  derzeitigen  Verhältnisse  im  Bauernstande;
viele  Vesitzer  ländlicher  Anwesen  lind  gefallen
oder  es  lann  ihr  Besitz  nicht  mehr  richtig  bewirtschaftet
  werden,  so  daß  sie  lieber  verkaufen.
Seibstverständlich  suchen  dabei  auch  die  gewerbsmäk#igen
  Güterhändler  ihre  Suppe  ordentlich
zu  schmalzen.  Da  steht  ihnen  nun  aber  vielfach
das  Güterzertrümmerungegeseh  im  Wege,  und
deshalb  suchen  sie  mit  allerlei  Kniffen  über  die
bestehenden  Schwierigkeiten  hinwegmiommen.
S)  teilt  ein  bayerisches  Bezirlsamt  in  einem
Schreiben  an  die  Darlehenslassenvereine  seines
Bezirles  mit,  daß  in  manchen  Fällen  das  Vorlaufsrecht
  nicht  ausgeübt  werden  lann,  weil
die  Güterhändier  die  Anzeige  über  den  Erwerb
erslatten  und  in  München  verbriefen  lassen,  da:
mit  das  Vezirlsamt  nichts  erfährt.  Sie  zahlen
dann  gern  die  lleine  Geldstrase  wegen  Unierlassung
  der  Anzeige,  wenn  sie  nur  das  Anwesen
haben,  aus  beisen  Jertrümmerung  sie  Tausende
gewinnen.  Das  Bezirisamt  ersucht  daher  die
Darlehenslassenvereine  um  sofortige  Benachrich
ligung.  wenn  bei  einem  allenfal:  sigen  Gutsver--lauf
  der  Verdacht  eines  Güterhandelsgeschäftes
vorliegt,  damit  das  Vezirle  Samt  die  rechtzeitige
Herbeiführung  der  Amzeige  nach  Art.  2  des  Gi
terzertrummerungsefehes  zur  Wahrung  des
Vorkausfsrechtes  der  Berechligten  veranlassen
tann.  Gleichzeilig  empfiehlt  das  Bezirksamt,  Anwesen,
  die  nicht  mehr  gehalten  werden  lönnen,
der  Siedelungsgesellschaft  beim  Staateministerium
  des  Innern  anzubieten.  Das  betreffende
Bezirksamt  verdien  ob  dieser  Mas-  nahmen  alle
Anerlennung:  mögen  auch  die  übrigen  Bezirlsämter
  im  gleichen  Sinne  gegen  die  Kniffe  der
gewerb#emäßige'n  Güterhändler  auftreten!
Landsberg  a.  X.,  5.  Seplemer.  Nach  MagQ#ttratsbeßlausit
  wurden  den  Lanowirten  der
Stadt,  die  sich  bereit  erllärten.  Michvieh  zu
erwerden  und  die  gewonnene  Milch  den  städti.
ichen  Verbrauchern  zuzuführen.  Prämien  von
100.  Ml.  bezahlt,  oder  es  wurde  ihnen  neben
einer  lleineren  Prämie  langere  Stundung  der
Zahlung  aewährt.  Auf  diese  Weise  wurden  22
Milchluhe  neu  in  der  Stadt  ausgeitellt.

Seperssches  Obeiigas.

Vom  LCanec,  5.  Sept.  Das  Brotgetreide
der  Selb#versorger  leschäftigte  das  Direllorium
des  Uaner.  Landwirtschafterates  in  seiner  Sthung
vom  30.  Aungust.  Am  Antrag  seines  Mitglied
Lamesötkonomierats  Stleininger  rich  tet  das
Direktorium  ernem  die  dringende  Voritelwung
betr.  die  Erhehung  der  Drotgetreidemenge  der
Selb#uversorger  an  die  zusländigen  Steilen.  Die
Vrotgetreidemenge  mit  9  Kilogramm  auf  den
Kopf  der  Selb'tversorger  ill  so  gering,  daß  der
Wandwirt  bei  der  Art  und  Dauer  seiner  Arbeit
und  bei  der  Knapyheit  an  anderen  Lebensmitteln
  für  sich  und  seine  Dienstboten  auf  die  Dauer
unmöglich  auskommen  kanm.  Dasseib:  gilt  von
der  bislang  gewährten  Gerstenmenge.  Der
Vancrische  Landwirtschaftsrat  hat  nicht  umierlassen,
  srüher  schon  in  demjelben  Sinne  seine
Vorstel  ungen  und  Vorschläge  den  mas,gebenden
Stelsen  zu  unterbreiten,  so  neuerdinge  nach  seinen
  Volijihungen  am  17.  April  und  31.  Mai
1917.  Das  Direktorium  beschloß  die  Angeiegenheit
  nochmals  der  nächsten  Veratung  des  Kriegswirtschaftlichen
  Ausschusses  zu  unterbreiten.
Weiter  sagt  der  Vericht:  Zahlreiche  Gemeinden
insbesondere  aus  Oberbavern  haren  auch  an
den  Vancrischen  Landwirtschafterat  vor  einiger
JZeit  gleichlaurende  Beschlüsse  mit  der  Bilte  um
Vertretung  an  mas  gebender  Stelie  gerichtet.  Die
in  denselben  u.  a.  gesorderte  Menge  von  15
Kilogramm  Brotgeireide  pro  Kopf  und  Mo
nat  iit  unter  den  gegenwärtigen  Verhälinisien
nicht  verrretbar.  Daselle  gin  von  den  40  Proj.
freie  Gerile.  Das  Ergebnis  unserer  Getreide
ernie  itehl  noch  leineswegs  einwandfrei  sen,  daß
solche  Forderungen  mit  Auslich  aus  Erfüflung
gesleiit  werden  lönnien.  Die  übrigen  Forderungen
  inste  Fondere  hinsichtlich  der  Seibstiewirtschaftung
  Vayerns  hai  auch  der  Bayerische  Landwirtschaftrrat
  immer  vertreten.  Die  lettere  isl.
sa  tatsächlich  auch  erfüilt.

Bab  Uibling,  5.  Sept.  Gestern  wurde  im
Auer  Holz  beim  Bahnübergang  ein  Pferd  der
Mühlbesigerswitwe  Asam  von  hier  durch  die
eleltrische  Bahn  überfahren  und  so  schwer  verlebt.
  daß  es  getötel  werden  mußte.  Wer  an  dem

lufal  die  Schuld  trägt,  wird  die  nähere  Untersuchung
  ergeben.  Das  Anwesen  der  Werk
meisterswitwe  Lisette  Eckert  in  der  Sedanstraße
dahier  ging  durch  Kauf  in  den  Beli  der  Privalierswite
  Linhuber  hier  über.  Verbriefung
hat  bereits  Nallgesunden.

Großhöhenrain,  6.  Sept.  Wie  schon  erwähnt,
  ist  der  Brauerei-  und  Gutsbesitzer  Alois
Kahmanr,  der  als  Unterofsizier  in  einem  Fuß
Art.-Bll.  stand,  vor  Verdun  verschüttet  worden.
  Jetzt  traf  die  Meldung  ein,  daß  er  nach
19  monatlicher  treuester  Mlichterfüllung  durch
einen  Granatvollmeffer  auf  dem  Felde  der
Ehre  geblieben  ist.  In  weitesten  Kreisen  wett
sein  Heldentod  allgemeine  Teilnahme,  die  sich
seinen  Angehürigen  zugewendet.

Bausham,  5.  Sept.  Auf  Grube  Haueham
wurde  der  Hauer  Johann  Rippl  verschütret  und
erlitt  außer  einem  Beckenbruch  am  Fuße  Verletzungen.
  Der  Hauer  Joseph  Will  wurde  ebenda
  beim  Absichern  eines  Kohlenstoßes  verschüttet

 

 

und  sofort  getetet.  Er  tand  im  31.  Dienstjahre
bei  der  Gru

——  5.  Sept.  Gestern  starb  in  seinem
Besitz  in  Miesbach,  wo  er  leit  seiner  Pensio
nierung  lebte,  Bergrat  Sasn  früherer  Berg
werlsdirettor  in  Penzberg  und  Haushen.  Der
[Verstorbene,  der  auch  als  Magistratsrat  in
Miesbach  sich  große  Verdienste  um  die  Marllgemeinde
  erworben  hal,  war  mährend  seiner  vieljährigen
  Tätigleil  als  Bergwerksdirellor  als

Vergsachmann  geschätzt,  von  der  Arbeerschaft

als  zwar  strenger,  aber  stets  gerechier  Torgesetz.
ler  geachtet.  Der  Krieg  brachte  auch  Herrn
Vergrat  Engel  groes  Ungück  und  undüfterte
seinen  Lebensabend.

Traunstein,  5.  Sept.  Das  Bezirkoamt  wen
det  sich  im  Amtsrlatt  in  einem  scharsen  Artilet
gegen  das  sog.  schwarze  Handeln  mit  Buter  und
Felt  und  sagt  zum  Schluß:  „Soil  es  in  un
serm  Vaterland  so  weit  lommen,  daß  der  (be
wissenlose  oder  Reiche  leinen  Mangel  spürt  und
der  welcher  sich  an  das  Gesetz  häft  oder  arm  int,
schwerste  No1  leiden  muß?  Tus  will  lein  rech!l
lich  Denlender.  Darum  richtet  sich  die  Mahnung
an  Al-  e  die  es  angeht:  Krieg  den  Hamiern  und
Schleichhändiern  in  jeder  Gestalt!  Alles,  was  in
der  läuerlichen  Wirtschaft  entvehrsich  i#,  an  die
Sammeliteslen!“

Tittmoning,  5.  Sept.  In  Tenugling  brach  in
der  A.  Moosburner'schen  Mühle  Schadenfeuer
aus,  dem  die  gesamte  „Mühleneinrichung  zum
Opfer  fiel.  Das  durch  eine  Feuermauer  getreun
Wohnhaus  lonme  gerettet  werden,  jedoch  imt

e  Mchl  und  der  in  Arbeit  beiindliche  Weizen
da  ie  Der  Brand  ist  vermutlich  insoige
Heißlausens  eines  Lager?  entstanden.

Eetainsckrichten.
tosenheim,  6.  Geplemb.
Ausf  dem  Felde  der  Ehre  gesatlen:
Stephan  zwe  liteller.  Bahnarbeiter  aus  Schloj;
berg,  Soldat  in  einem  Ini.  Reg..  Juhaber  des
Militärverdienitlreuzer  J.  Kl.  mii  Swertern:;
Alois  Katzmanr.  Guls  und  VBrautteibesẽtzer
in  Gros,höhenrain,  Unteroffizier  in  einem  uß
r.  Vataillon.

Das  König  Eudwig  Krem  ist  dem
Geͤrciten  Franz  Reisser,  Besitzer  der  Drogerie
Neißer  in  Rosenheim,  verliell-  un  worden.  Ferner
wurde  der  Vorarbeiter  Joseph  Hoset,  welcher
in  der  Pulversabril  Winterhoster  in  Slephanslirchen
  sei1  23  Jahren  mit  grötter  Gewissenhf
ligkeit  seinem  gezährlichen  Beruse  obiegt.  wiit
dem.  Rönig-  Ludwig,  Kreuiz  ausgezeichnet.  Die
Auzzeichnung  in  daher  mohl  verdient.

Lebenemittelversorgung.  Ab  Samstag,
  den  8.  September  cbegiant  die  Akgabe  von
Kandis-Zucker,  gegen  Vedugsmarle  J.  Speise
Smrup  in  mit  Vesiellmarle  IV  in  den  Ceschäften
H.  Mariensched,  G.  W.  Keljermann,  Fritz  Wei
ler,  Anna  Häuslmaner,  Franz  #schwind,  L.
Wachler,  V.  Krottenh  auser  und  J.  Aliwang
bis  einschliestiich  Montag  zu  besecllen.

Verein  (Marin  Wm  Zahlreich
sind  die  Mitgliet  der  zur  eriten  Versammlung  nach
den  Ferien  erschienen.  H.  H.  Präses  hatle  viel
zu  berichten  von  der  Präside:  sfonjeren  in  Ulm.
Der  Verein  ist  denn  auch  gleich  drangegan  107.
in  fleißiger  Beratung  nach  den  in  Um  gegeb
nen  Anregungen  die  Vereinsarbeit  zu  geitalten.
Kurse  wurden  anberaumt,  von  dene  die  An
meldung  zu  Stenographieslunden  Ansänger.
und  Fortbildungslurs)  am  Freitag,  den  7.  de.
Abends  8  Uhr  erfolgt.  Am  Momag  d.  10.  ds.
beginnen  die  Singstunden.  Auch  al##dere  Kurfe
sind  vorgesehen.  Es  ist  nun  an  den  Mitgliedern,
das  vom  Verein  Gebtene  mit  dauernoem  Fleiß
zu  nutzen.  zur  Vilkung  und  Ertuchligung  im
Angestelltenberme  a#bort  auch  das  eeinsblatt
und  das  Taschenuch.  Mitglieder,  11ad.  vor

 

 

wärti=  G#  iommt  bald  eine  Zeit.  in  der  sich  das

Wort  leweisen  wird:  Nur  der  Tichtige  hat

Gluck.  ummt,  in  jede  Versammlung  zu  treuer
«  I

«i.tllkoncitssverniiniiilnaaeii
I.  Dienelag.  die  Jwischenver
r½,  Sonmtag  im  Matz  sonach
ni  enversammlung  am  16.  d.,  die
1.  kermmmmlng  am  4d.  Okt.  Zum
ins  Sonnlag  d.  9.  ds.  wolle  man
4.  zur  Prozession  einfinden.
in  der  Not.  Unser  Austuf  zugun-  



 

—
.-D:«·’

2.

 

Vilir
sten  der  umen  Taglöhner-Famisie  war  bereils

von  gutem  Eniolg.  Bis  jeht  sind  bei  unserer
Schrütletung  sg  »igende  Gaben  eingegangen:  Kr.

Mi.,  Mik.,  Ungenannt  5  Mk.,

3  M.,  Fran  Fichtmann  5  Mk.,  wgelip  X
senheim  20  Mk.,  insgesamt  35  Mk.  Wir  danlen
bestens  dafür  und  sehen  weiteren  Caben  gern
entgegen.

Kein  neuer  Dotschenwinter.  Die
„Leipz.  Neuest.  Nachr.“  veröffentlichen  eine  Un
terredung  mir  dem  Staatssekretär  im  Kriegs
ernährungsamt  Dr.  Auguit  Muliser,  in  der  dieser
  seine  Ansichten  über  unsere  Erhährung  im
kommenden  Wirtschaftsjahr  äußerte.  dr.  Müller
erllarte  mit  unbe  Tdingter  Sicherheit,  daß  wir  eine
Kohlrubenzeit  uie  im  vergangenen  Minter  diesmal
  nihhl  wieder  durchmacken  werven.  A  lerdings
Werren  unr  nichl  ganz  auj  die  Kohlrübe  verzichten
tönnen,  doch  werden  wir  sie  nur  als  Gemüse  neben
  der  Kartoffel  essen  müssen.  Bei  dem  Mangel
  an  Ledensmitteln  bleibt  die  Kohlrübe  eine
Wer#volle  Beigabe.