300 Deutsches Reich. (Sept. 24.—27.)
Verteidigung und dem größten Opfermut unserer Truppe die eiserne Entschlossenheit
unserer Heimat steht. Der Feind rechnet mehr als je auf
unseren inneren Zusammenbruch. Zeigt die Heimat ein starkes Gesicht, so
gibt sie dadurch unserer Front eine unüberwindliche Stärke. Dem Vernichtungswillen
des Gegners gegenüber heißt es, um unsere Existenz und
Zukunft zu kämpfen und alle Kräfte anzuspannen, Front nach außen. Wie
es unseren Gegnern schlecht ging, stellten sie sich geschlossen hinter Regierung,
Heeresleitung und Heer. Sollte der Deutsche das nicht auch können, zumal
es ihm nicht schlecht geht. Wir haben keine Ursache zu verzagen. Ein fester
deutscher Wille führt zum ehrenvollen Frieden.
Anschließend an diese Darlegungen äußert sich Kapitän z. S. Brüninghaus
über die militärische Lage zur See: Die militärische Lage zur
See läßt sich kurz in die wenigen Worte zusammenfassen: „Unsere Sache
steht gut!“ Mit dieser Auffassung gebe ich nicht nur die im Reichsmarineamt
vertretene Anschauung wieder, sondern auch die der gesamten Front
und — was ich besonders betonen möchte — die der Seekriegsleitung. Die
Ansicht der Marine über den augenblicklichen Stand des U-Bootkrieges
gründet sich auf zwei Tatsachen: einmal, daß unsere U-Boote mehr Schiffsraum
versenken, als gebaut wird, während die Bedürfnisse unserer Gegner
stetig wachsen, und des weiteren, daß unsere U-Bootwaffe trotz aller Abwehrmaßnahmen
unserer Gegner im Steigen begriffen ist. Meine Herren,
es ist dem Reichsmarineamt bekannt geworden, daß, wie wir annehmen,
auf feindliche Einflüsse hin, in unserem Volke Gerüchte verbreitet werden,
daß durch ganz ungeheuerliche Verluste unser Bestand an U-Booten nicht
zu-, sondern im Vergleiche zu früher abgenommen hätte. Um weder bei
unseren Feinden, noch auch bei unseren eigenen Landsleuten irgendeinen
Zweifel darüber aufkommen zu lassen, daß diese Gerüchte der Unterlage
entbehren, stelle ich ausdrücklich fest, daß die Zahl der im Dienst befindlichen
U.Boote heute größer ist als zu irgendeiner Zeit des Krieges. Durch
die Ereignisse an der Westfront ist, und das ist verständlich, das Interesse
in der Oeffentlichkeit für die Ereignisse auf See bei uns etwas in den
Hintergrund getreten. In England ist dies nicht der Fall. Hier verfolgt
man, trotz der augenblicklich an der Westfront errungenen Erfolge, alle
Phafen des U-Bootkrieges mit angespanntester Aufmerksamkeit. Es erscheint
mir dies als der beste Beweis dafür, wie wenig einsichtige Kreise in
England auf das geradezu törichte Gerede von der überwundenen U-Bootsgefahr
geben. All die Schlagworte wie „der U-Bootkrieg wäre keine Gefahr
mehr, nur noch eine Drohung oder gar nur eine Belästigung“, mit
denen die feindlichen Staatsmänner die öffentliche Meinung auch bei uns
zu beeinflussen suchten, haben angesichts der immer mehr zutage tretenden
Wirkungen des U-Bootkrieges in England selbst nicht recht verfangen. Die
am 26. Aug. abschließenden „Eindrücke aus der Auslandspresse", die ich
hier vor mir liegen habe, äußern sich folgendermaßen: „Der U-Bootkrieg
wird dauernd mit schwerer Besorgnis verfolgt. Amerika wird wieder daran
erinnert, daß es an der Bekämpfung der U-Boote viel tätigeren Anteil nehmen
müsse. Ganz besonders heftig äußert sich der Unwille über die amtliche
Verschleierung der Schiffsverluste durch U-Boote, namentlich bezüglich
größerer Schiffe. Von einem Nachlassen der Schiffsraumnot könne noch
lange nicht die Rede sein, jene werde auch entschieden durch die sonst so
erwünschten amerikanischen Truppentransporte wesentlich gesteigert.“ Diese
Zusammenfassung aus der engl. Presse bestätigt lediglich das, was ich eingangs
über den Stand des U-Bootkrieges ausführte, wenn ich sagte: „Unsere
Sache steht gut.“ Ich meine, sie würde aber noch besser stehen, und das
hoffen wir für die Zukunft, wenn das Verständnis für den U-Bootkrieg und