Volltext : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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Tob.  2,  22;  an  dem  ist  cure  kunst  verloren  Schiller
M.  Stuart  I,  3;  meine  worte  hab  ich  umsonst  verloren
Br.  v.  Mess.  2269;  bier  ist  kein  wort  mehr  zu  verlieren,
  u.  d.;  auch  für  den  seckampf  waren  die  alten
schille  mit  2  oder  3  ruderreihen  verloren  Freytag
Bild.  1,  138.  2)  sonst,  schon  in  alter  Spr.,  in  der  mitderen
  Bed.  untergehen  für  Erwerb  oder  Besitz,  Gegensatz
  zu  gewinnen;  von  Kampf,  Streit,  Spiel,  Wette:
schlacht  (2.  Macc.  13,  22),  prozess,  spiel,  streit,  weite
verlieren;  im  Handel,  Geschäft:  er  hat  viel  verloren;
geld  an  einer  ware,  bei  einem  geschäft,  an  einem
schuldner  verliercn;  von  Besitz  aller  Art,  in  manniglachen
  sinnlicheren  und  unsinnlicheren  Verbindungen;
durch  Unachtsamleit:  seine  uhr  verlieren,  er  hat  einen
kostbaren  ring  verloren;  wagend  oder  durch  Geschick:
er  verlor  scin  vermögen;  scin  leben,  seine  gesundbeit,
ein  auge,  die  hand,  die  haare,  das  gesicht,  gehör  verliercn;
  der  feldherr  het  fast  sein  ganzes  heer  verloren;
er  verlor  seine  eltern  schon  früh;  er  hat  einen  freund
verloren;  jr  habt  Christum  verloren  Gal.  5,  1;  wenn
nur  cin  krevel  dich  mir  erhalten  kann,  so  hab  ich  noch
stürke,  dich  zu  verlieren  Schiller  Kab.  3,  1;  er  but
das  leben  ze  recht  verlorn  Fastn.  Sp.  174,  27;  zeit
(Pred.  Sal.  3,  6),  ehre  (Sir.  20,  23),  anschen,  geduld,
aufmerksamkeit,  hoffnung,  schmerzen,  besinnung,  kopf
(I.  d.  2)  verlieren:  wer  uber  gewisse  dinge  den  verstand
nicht  verlieret,  der  hat  keinen  zu  verlieren  Lessing
Gal.  4,  7;  sinn  und  verstand  verlier  ich  schier  (vor
Freude)  Goethe  Faust  1;  (es  waren)  dem  kaiserreich
die  alten  traditionen  römischer  taktik.  verloren  worden
Freytag  Bild.  1,  136;  den  weg,  die  spur  verlieren;
er  verlor  das  gleichgewicht  und  sturzte:  (der  Mann)
verliert  die  sehöne  mitte  Schiller  Würde  der  Franen
112;  —  in  erweiterten  Fügungen:  in  cinem,  an  einem
ctwas  verlieren;  er  verlor  an  ihm  einen  zweiten  vater:
doch  fuhl  ichs  wohl,  was  ich  in  ihm  verlor  Wallenst.
Tod  5,  3;  jeder  augenblick,  den  du  an  diesen  kummer
verlorst,  war  deinem  jungling  gestohlcn  Kab.  1,  4;
cinen  aus  dem  gesichte  verlieren;  verlor  er  doch  diesen
groszen  gesichtspunkt  nie  aus  den  augen  Ranke  Werke
1.  15:  —  mit  zu  ergänzendem  Object:  er  hat  rerloren
(das  Spiel,  Geld,  u.  ä.);  er  verliert  durch  diesen  schritt
an  anschen  und  ecinflusz;  er  hat  bei  mir  verloren
(Achtung  eingebüßt):  im  verlierenden  falle  (im  Falle
daß  man  verliert)  Wieland  Danischm.  26;  sprichwörtlich:
  wagen  gewinnt,  wagen  verliert.  3)  verlieren  mit
sächlichem  Subject:  der  baum  verliert  die  blätter;  der
arm  hat  scine  rundung  verloren;  das  metall  verlor  den
glanz,  das  messer  seinc  schärfe;  die  sonne  verlor  jren
schcin  Luc.  23,  45;  soll  unser  gold  -  seinen  guten
klang  verlieren?  Schiller  Fiesko  4,  6;  der  körper
hat  seinc  kraft,  die  scelc  ihren  schwung  verloren;  sein
eintritt  in  Brussel  hatte  ibhm  alle  herzen  rerloren
Schristen  7,  57;  auch  hier  mit  zu  ergänzendem  Object:
die  beste  neuigkeit  verliert,  sobald  sie  stadtmärchen
wird  Fieslo  3,  10;  wie  das  institut  von  sciner  ersten
reinheit  verlor  Schrift.  9,  112;  die  speise  hat  an  geschmack,
  das  metall  an  glanz  verloren,  u.  a.  4)  refl.
von  Menschen,  in  Bezug  auf  innerliche  Haltung:  sich
sclbst  verlicren  (Luc.  9,  25),  nicht  mehr  derselbe  sein;
ich  fürchtete  .  mich  zu  verlieren  Gocthe  Tasso  2,  1;
idr  ganzes  gluck  auf  ewig  zu  zerstören,  brauchts  einen
augenbliek,  worin  sie  sich  verlören  Wieland  Ob.
6,  107;  vom  allmählichen  Weggehen:  die  zuschauecr  ver-Reren
  sich,  haben  sich  verloren;  Schweizer  verliert  sich
unvermerkt  Schiller  Räub.  3,  2;  —  von  Dingen:
farben,  flecken  verlieren  sich.  verlaufen  allmählich;
eber  und  schmerzen  haben  sich  verloren;  nicht  ein
sculzer  kann  sich  ungehört  verlieren  Wieland  Ob.
7,  I;  der  kämpfer  feldgcschrei,  der  uberwundnen  flucht,
der  lunder  wustes  feld,  des  krieges  wahre  frucht,  ververlieren.



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näheren  Bestimmungen:  ohne  abschied  zu  nehmen,  verlor
  man  sich  auscinander  Goethe  MMeister  5,  12;
Verlor  er  sich  unter  der  gesellschatt  Wahlv.  2,  4;  verliere
  dich  nicht  vom  schlesse  Trimmph  der  Empfindf.  1;
sich  in  etwas  verlieren,  mit  Acc.:  er  verlor  sich  in  die
nacht  Cland.  2;  so  rcrlieren  sie  (gewisse  Schauspiele)
sich  doch  zuletzt  ins  weite  DuW.  13;  unsinnlicher:
des  unerfahrnen  hober,  frei#crmuth  Ferliert  sich  leicht
in  feigheit  und  verzweillung  nat.  Tocht.  2,  1;  er  hat
sich  ganz  in  dicse  gedanken  verloren;  dic  deutschen
machthaber,  in  die  streitigkeiten  des  nugenblickes  verloren
  Ranke  Werle  1I,  20;  indem  sie  ibn  nachahmen,
verlieren  sie  sich  in  das  gemachte  schöne  Päpste  1,  489;
mit  Dativ:  wenn  wir  alle  .  im  ocenn  uns  unbemecrkt
verlören  Goethe  nat.  Tocht.  1,  5;  das  alterthum  der
stadt  Abdera  .vcrliert  sich  in  der  fabelhaften  heidenzeit
  Wieland  Abd.  1,  1;  kaum  hatte  er  ihn  (den  Pfad)
betreten,  so  verlor  er  sich  in  einem  netze  von  bolzwegen
  Keller  Sinng.  28;  sich  in  cincr  vorstellung,
in  einem  gedanken  verlieren.  5)  Das  Part.  der  Vergangenheit,
  in  der  Verbindung  verloren  gchen  (vgl.
unter  gehen  4):  die  wahrheit  gieng  verloren  durch
übcrtreibung  Schiller  3,  511;  so  dasz  für  den  zuhörer
die  intention  uber  den  wunderlichen  ausdruck  meist
verloren  ging  Goethe  Du  W.  1;  dem  wilden  blinden
Ziska  geht  .  .  doch  die  klare  seldberrnrube  seines
geistes  nic  verloren  Lenau  313;  ctwas  verloren  geben
(vel.  unter  geben  4):  einen  genusz  zu  erschöpfen,  musz
er  jeden  andern  verloren  geben  Schiller  4,  37;  so
wollte  ich  sogleich  gegen  Sic  verloren  geben  295;  mit
sein,  werden:  etwas  ist,  wird  verloren,  vgl.  Beispiele
oben;  er  (der  Ning)  soll  lhnen  unverloren  sein  Lessing
Minna  3,  3;  adjeckiv  als  Attribut,  in  besonderem  Sinne
(vgl.  oben  1):  verlorene  mübe,  arbeit;  er  koufte  den
hengst  umb  zehen  phunt:  cr  het  in  an  der  selben
stunt  küme  gegeben  umbe  driu:  ouws  verlorniu
sibeniu!  Helmbr.  402;  ersctzen  die  verlornen  jahre
Schiller  Br.  v.  Mess.  2113;  als  Subst.  ein  verlorner.
eine  verlorne:  dicse  that  ..  ist  einer  ganz  verlornen
werth  —  doch  ihr  scid  keinec  verlorene  M.  Stuart  1,4;
nach  oben  2:  verlorenes  geld,  spicl,  cine  verlorene
schlacht,  u.  d.;  gehet  hin  zu  den  verloren  schafen
Matth.  10,  6;  der  verlorene  sohn;  verlorcnc  stunden,
der  Arbcit  entgangen;  zu  verlornen  mic’zigen  erquickstunden
  Garg.  15;  nach  oben  4,  —  sich  verlierend,  vergebend:
  ihre  schworzen  augenbrauen  dic  flössen  ihr
5o  fein  und  sanft  verloren  hin?  Wieland  Urt.  des
Paris  545;  ihren  (der  Schmeichelei)  verlorensten  schein
Klopstock  2,  30;  die  musik  fing  un  stiller  und  verlohrner
  zu  töncn  Schiller  4,  216;  verlohren  lauscht
dus  ohr  dem  suszen  ton  Herder  Blumen  aus  morgenländ.
  Dicht.  1,  3;  er  wandelt  wic  verloren  Geibel
1,  91;  —  vielsach  in  technischer  Spr.:  der  verlorene
haufe,  in  der  alten  Kriegsspr.  —  Vortrab:  frembd
nation  haben  si  nur  zum  TVerlornen  haufen  braucht
Aventin  1,  433;  jetzt  noch  verlorenc  posten.  schildwachen,
  die  dem  Feinde  am  nächsten  sind;  im  Bergbau,
verloren  holz,  verlorene  verzimmerung,  nur  vorläufig
angebracht;  bei  Jägern  verloren  treiben,  auf  einen  ungewissen
  Versuch  hin;  bei  Zimmerleuten  verlorener
Zaplen,  der  nicht  zu  sehen  ist;  bei  Gießern,  verlorene
lorm.  die  nur  zu  einem  einmaligen  Guß  dient;  in
der  Küche  verlorenes  ci,  ohne  Schale,  als  Ganzes  in
kochende  Brühe  geschlagen,  u.  a.  —  Verlies,  u.  unterirdisches
  Gesängnis  (vgl.  burgverlices);  niederd.,  zu  verlicren
  gehöriges  Wort,  nicht  nur  den  Verlust,  sondern
auch  den  Ort  bezeichnend,  wo  die  Leute  unsichtbar  werden,
Abgrund,  besonders  auch  Name  eines  Kellers  bei  dem
alten  Kornhause  in  Bremen,  der  vormals  zum  Gefängnis
gedient  hat  brem.  Wb.  3,  56;  durch  die  Nitterromane
des  18.  Ib.  zu  seiner  jetzigen  Bed.  gekommen  und  ververlieren

  —  Verlies.

licrt  sich  mehr  und  mehr  NRist  Parnass.  B  45;  —  mit  breitet.