etwas Fernem Hinhorchen verbracht habe, hat mich der
Gedanke gesucht: Vielleicht, wenn du es dir vom Her—
zen schreibst?!
Auch heute wieder. Den ganzen Tag schon — und
vorhin auf dem stillen Wege.
Ich will's versuchen!
Blätter, die das Vergangene rufen und geordnet
halten und die mich selbst aus dieser Aufgerührtheit zu
Ruhe und Klarheit führen sollen. Erinnerungen an Ver—
sunkenes, Rechenschaft über eigenes Tun, Wollen, Unter—
lassen und Festlegung der Wahrheit über manches wich—
tige Geschehen, dessen Bild heute noch, nur entstellt,
verfälscht im Umlauf ist.
Ehrlich und ungeschminkt will ich die Vorgänge so
aufzeichnen, wie ich sie sehe. Ich will eigenes Irren nicht
verschweigen und fremde Fehler nicht verfolgen. Zu
Sachlichkeit und zu Gefaßtheit will ich mich zwingen,
auch dort, wo heute noch die rote Welle aus Schmerz
und Zorn und Bitterkeit mich überfluten und mit sich
reißen will, wenn mein Erinnern daran streift.
Bei Fernem, bei der Jugendzeit will ich beginnen.
Wenn ich auf die Tage meiner Kindheit zurückblicke,
so ist es mir, als täte sich eine versunkene Welt voll
Glanz und Sonne wieder vor mir auf. Unser Eltern—
haus in Potsdam und Berlin — wir alle haben es nicht
weniger geliebt als jedes andere von Liebe und von Für—
sorge umhegte Kind das seinige. Und auch die Freuden
unserer ersten Kindheit sind sicherlich die gleichen gewesen
wie die Freuden jedes fröhlichen und aufgeweckten deut—
schen Jungen. Denn ob der Kindersäbel des einen aus
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