Full text : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

43

Allianz.  Eine  andere  mecklenburgische  Familie,  die
Familie  Lützow  in  der  Brauche  Drei-Lützom,  die  auch
noch  blüht,  aber  nach  Böhmen  übergesiedelt  und  katholisch
geworden  war,  hatte  schon  1692  ein  Reichsgrafendiplom
  erhalten.  Seit  der  Mitte  des  achtzehnten  Jahrhunderts,
  seit  der  Regierung  Maria  Theresia's,
deren  Politik  es  förmlich  war,  mit  dem  Briefadel  zu
finanziren,  um  den  kaiserlichen  Seckel  zu  füllen,  der
durch  Hofverschwendungen  und  Kriege  mit  dem,„schlimmen
  Manne“  immer  schlapp  war,  benutzten  viele  Mecklenburger
  das  ihnen  dargebotene  Miltel,  „Adelsbriefe
bei  Kaiserlicher  Majestät  für  Geld  auszupractisiren“  —
von  dieser  Zeit,  der  Zeit  des  Erbvergleichs  von  1755
erst,  nicht  früher,  wurde  der  Briefadel  in  Mecklenburg
gemein.  Noch  vier  Jahre  vor  Reiches  Thorschluß  benutzte
  das  stolze  Haus  Hahn  die  Gelegenheit  sich  das
Reichsgrafendiplom  aus  Wien  kommen  zu  lassen:  dieses
  Reichsgrafendiplom  von  sehr  neuem  Datum,  gegenwärtig
  erst  dreiundfunfzig  Jahre  alt,  ist  vom  7.  September
  1802,  die  Gräfin  Ida  Hahn-Hahn  wurde
erst  drei  Jahre  nachher,  1805,  als  Reichsgräfin  geboren.

Als  die  Herzoge  von  Mecklenburg  durch  den
Rheinbund  Souveraine  wurden,  benutzten  sie  endlich
auch  das  insigne  Souverainitätsrecht  zu  nobiliriren:  die
ersten  dieser  ganz  neugebackenen  mecklenburgischen  Adeligen
  waren  reiche  Leute,  die  etwas  mitmachten,  zwei
zeither  bürgerliche  Gutsbesltzer,  ver  Hamburger  Heise
auf  Vollrathsruhe  uno  Cleve  auf  Karow.  Eine  Notabilität
  unter  diesen  Neugebackenen  ist  der  „Salomo
Mecklenburgs,“  der  Edle  von  Päpke.