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Bloedorn, Kurt.
geboren 1880 zu Budblitz.
Bloedorn soll hier nicht unerwähnt bleiben, trotzdem
seine beiden Bücher
„Der Heidebock und andere Tiergeschichten“
„Der Einbaum und andere
Pommerns Vergangenheit"
sich noch im Druck befinden und erst einzelne Teile
daraus in den beiden Zeitschriften „Unser Pommer-=land“
und „Jung--Pommern“ veröffentlicht worden
sind. ·
Aber die diese Proben, vor allen den unvergleichlich
schönen „Heidebock“ selbst, dort gelesen haben,
werden mit mir in Bloedorn einen würdigen
Jünger des auf dem Felde der Ehre gefallenen
Löns begrüßen.
und
Erzählungen aus
Bonin, Anna
geb. 1856 zu
von (Hans Werder),
Groß-Wunneschin.
Ihre umfang= und zahlreichen Romane sind nicht
nur in Pommern viel bekannt, mehrere haben es zu
recht hohen Auflagen gebracht. Sie ist hie und da
mit Unrecht zu arg geschmäht worden; ihre Werke
sind gute Unterhaltungsromane und werden in pommerschen
Volksbikliotheken wohl häufig zu finden
und im allgemeinen recht begehrt sein. Sie schrieb:
„Junker Jürgen"“ — „Circe“ — „Der wilde Reutlingen“
(lein Roman aus der Zeit Friedrichs des
Großen) — „Roland“ — „Die Sonntagskinder“"“ —
„Der Pommernherzog“" — „Im Burgafrieden“
„Tiefer als der Tag gedacht“ — „Licht in der
Ferne“. —
Dazu eine Reihe von Novellen.
Uns interessiert an dieser Stelle besonders der
Noman
„Der Pommernherzog“.
Seinen Hauptinhalt bildet der Kampf Swanto-=pluks
mit dem Ritterorden. Vornehmlich der fließende
Stil macht das Lesen des stofflich schon interessanten
Buches zu einem Genuß.
Bonnet, Johannes,
geb 1843 zu Ornshagen b. Regenwalde.
(Pyritzer Gymnasiast,
ein. Jahr Pfarrer in
Dramburg.)
„Seeröslin von Misdroy“. (Erz.)
Aus seinen zahlreichen Erzählungen vorläufig
nur die eine. Die übrigen sollen auf ihren heimatlichen
Gehalt noch nachgeprüft werden.
Brandes, Johann Christian,
geboren 1735 zu Stettin.
Der Schauspieldirekkor und fruchtbare Dramatiker
ist mit Unrecht heut fast völlig vergessen. Für
die pommersche Heimatliteratur kommt nur seine
dreibändige „Lebensgeschichte“ in Betracht, die im
Buchhandel nicht mehr zu haben ist.
Unsee Dommerland
Die ersten, in Pommern spielenden Kapitel sind
unter dem Titel „Mein Jugendleben“ neu herausgegeben
worden.
Brausewetter, Artur,
geboren 1864 zu Stettin.
Brausewetter ist einer der vornehmsten lebenden
Erzähler, die auf Pommerns Boden geboren sind.
In achtzehnjähriger Tätigkeit als Schriftsteller hat
er eine stattliche Reihe bedeutender Werke geschaffen.
die hoch über dem Werte des Unterhaltungsromans
stehen. Er veröffentlichte die Novellensammlungen
„Das Glück“ und „Die Eisrose“ sowie
die Romane „Der Armenpastor“ — „Der Staatsanwalt"
— „Zwei Welten" — Die Halbseele“ —
„Die Kirche siegt“ — „Königin Lear"“ — „Die neue
Göttin“ — „Der Herr von Borkenhagen“. —
Durch letzteres Werk ist die stattliche Rcihe der
Gutsromane um einen vermehrt und zwar um einen
tüchtigen, den man mit Genuß und Gewinn zu
Ende liest, wenn auch ein Vergleich mit Polenz
nicht gezogen werden darf.
Von früheren Romanen Brausewetters nennen
wir
„Königin Lear“
Das Motiv ist aus dem Titel des Buches ersichtlich
Es ist das des Königs Lear, ins Weibliche
übertragen, während die Undankbaren und auch
das edle, verkannte dritte Kind hier Söhne sind.
Die Ungerechte, dann Getäuschte, ist eine Guts-—
besitzerwitwe, die örtlichen Schilderungen weisen auf
Hinterpommern hin; Namennennungen oder andere
deutliche Bestimmungen fehlen. Gut durchgeführte
Charakteristik ist die Hauptstärke des Buches. Reizvolle
Naturschilderungen geben einen gut abgestimmten
Hintergrund. Als Heimaterzählung gilt auch
„Die neue Göttin“. Auf einen der anderen Romane
Brausewetters, die weniger heimatlichen Charakter
tragen, möchte ich hier doch auch hinweisen.
„Die Kirche siegt“.
Die Probleme der Stellung des Geistlichen zur
Feuerbestattung, seine Teilnahme am Leichenbegängnis
eines Selbstmörders, werden hier vom
Verfasser, der selbst Geistlicher ist, in freimütiger
Weise erörtert. „Der Pastor Winter, ein vorzüglicher
Geistlicher, der ein Eiferer war für die Gesetze
der Kirche und der seinen Freund und Kollegen
veranlaßte, wegen einer geringen Differenz aus
dem Amte zu scheiden, gerät schließlich selbst in
einen Konflikt mit den unantastbaren Geseken der
Kirche; da er in einem Falle sein Gefühl und
seine eigene Empfindung mit den Anordnungen der
Kirchenregierung in Widerspruch geraten und er sich
nicht löblich unterwerfen zu dürfen glaubt, so leat
auch er sein Amt nieder.“ Ein recht empfehlenswertes
Buch, auch für jüngere Leser!
Brekenfeld, Hermann,
geboren 1834 zu Richtenberg.