war der Ersatz an Munition, für den der Ober-Quartiermeister in Ver—
bindung mit den Generalkommandoe und rückwärtigen Instanzen alle
ZSebel in Bewegung setzte. Generalstabe= und GOrdonnanzoffziere kamen
und gingen, und ihre Meldungen gewährten tiefe Einblicke in dle durch
feindliche und eigene Waffenwirkung geschaffenen Zustände in Front, Lazaretten
und bei dem auf das höchste angespannten Dendelverkehr der
HRolonnen und Trains aller Art. Die feindselige Zaltung der Bevölkerung,
die immer wieder in binterlistiger, völkerrechtswidriger Verschlagenheit
auf unsere Truppen feuerte, erforderte eine Regelung der Strafgerichte in
der Hand der höheren Gerichtsbarkeit. Die Einwohner waren beim
Zäuserkampf in Longuyon und Audun le Roman sogar im Gebrauch von
Jaqgdgewehren ertappt, die, aus Daris geliefert, entsprechende Widmungen
trugen. Die Erbitterung unserer Truppen über solches Verfahren der
Siotlbevölkerung war verständlich. Das dem deutschen Charabter eigene
Gefühl des Mitlelds mit der friedlichen Sloilbevölkerung mußte naturgemäß
angeslchts solcher Vorfälle zurücktreten. Ich überzeugte mich wiederholt
selbst und durch besonders entsandte Organe von der menschenmöglichen
Fürsorge für die Opfer des Rrieges und hatte volle Bewunderung
und Anerkennung für die selbstlose, Freund und Feind in gleicher Weise
zuteil werdende Zingabe aller Organe der Verwundeten= und Trankenpflege.
Mein Zerz blutete beim Anblick all' dieses menschlichen Elende.
Es wurde mir namenloe schwer, belm Besuch von Lazaretten dußerlich
melne Saltung zu bewahren.
Als verantwortlicher Armeeführer war ich mir auf der anderen Seite
bewußt, daß ich den Regungen des Gefühle nur insoweit Einfluß auf
meine militärischen Eutschlüsse und Zandlungen einräumen durfte, als
mir die gewlssenhafte Abwägung des Einsatzes an Menschenleben gegen
den erstrebten kriegerischen Gewinn heilige Dflicht schien. Der Führer
muß sehen bönnen, wie Blut fließt, aber nur wenn er von der Notwendigkeit
überzeugt ist. Dem einen fällt das lelchter, dem anderen schwerer.
Reinem aber bleibt in Stunden ernster Rechenschaftslegung der traglsche
Widerstreit des Herzens gegen Derstand und Willen erspart. Die Welt
abnt nichts von diesen Dorgängen in der Seele des Führers, soll auch
nichts davon abnen. „Der Zeerführer muß wie ein Schauspieler sein
und die Miene aufsethen, die lhm die Rolle, die er spielen will, vorschreibt,
—“ sagt Friedrich der Große. Freilich urtellt die Welt darum
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