Metadata : Die Kriegswirtschaft in Stolp 1914-1919.

haupt  die  notwendigste  Versorgung  der  Stadt  sicherzustellen.  Auch  im
Dezember  1917  kamen  neue  Schwierigkeiten,  indem  der  Weizenvorrat
bei  der  Mühle  zu  Ende  ging,  ohne  daß  neuer  Weizen  gelilefert  werden
  konnte.

Im  Januar  1918  kam  abermals  die  Frage  der  Kommissionsgebühr
zur  Sprache.  Der  Landkreis  wünschte  die  vertraglich  festgelegten  2  4
je  to  des  bereits  gelieferten  Getreides  zu  erhalten.  Der  Magistrat
wandte  dagegen  ein,  daß  bei  Verwendung  im  eigenen  B.  je  0,50  M
je  to  als  Ablieferungsvergütung  gezahlt  würden,  daß  also  diese  Summe
von  den  2  abgeseht  werden  müsse,  da  er  sonst  den  Betrag  bei  der
Kreiskornstelle  anfordern  müsse.  Hiermit  war  der  Landkreis  einverstanden.
  Es  ist  hier  allerdings  nicht  verständlich,  weshalb  eine  gleichartige
Regelung  nicht  auch  schon  in  den  früheren  Jahren  getroffen  worden  ist.

Entsprechend  der  immer  weiter  verschlechterten  Ernährungstage  nahmen
  Anfang  1918  die  Schwierigkeiten  der  Getreidebeschaffung  zu.  Der
BVeWl.  hatte  sein  Ablieferungssoll  nicht  voll  erfüllt,  und  nun  erzwang  das
Landesgetreideamt  die  Ablieferung,  ohne  Rücksicht  auf  die  Frage,  ob
etwa  dadurch  der  für  die  Selbstwirtschaft  bestimmte  Vorrat  angegriffen
würde;  in  der  entsprechenden  Verfügung  wurde  sogar  den  Guts-  und
Gemeindevorstehern  für  jeden  jetzt  noch  gefundenen  und  abgelieferten
I2  Brotgetreide  1  4  „für  ihre  persönliche  Mühewaltung“  zugesichert.
Als  Folge  dieser  Maßnahme  mußte  die  Stadt  Stolp  zusähßliche  Belieferung
  mit  Weizen  von  der  N.  erbitten,  weil  ihre  eigenen  Vorräte  nicht
ausreichten.

Bereits  im  Juni  1918  fragte  der  Landkreis  von  sich  aus  beim
Magistrat  an,  ob  er  bereit  sei,  sich  wieder  an  der  Bildung  eines  VV.  zu
beteiligen.  Dieser  Brief  lautet  —  weil  inzwischen  ein  Wechsel  in  der
Person  des  Landrats  eingetreten  war?  —  wesentlich  anders  als  die  früheren:
  „Wenn  dieser  Zusammenschluß  für  den  Landkreis  Stolp  auch
zu  nicht  unwesentlichen  Schwierigkeiten,  namentlich  in  bezug  auf  die
Erfüllung  der  Ablieferungsschuldigkeit  gegenüber  der  RG.  führt,  wird
sich  der  Kreisausschuß  nichtsdestoweniger  voraussichtlich  .  einverstanden
  erklären  in  der  Erwägung,  daß  auch  weiterhin  der  Ausgleich
der  Gegensätze  zwischen  Stadt  und  Land  auf  anderen  Gebieten  der  Versorgung
  gefördert  wird.“  Allerdings  verlangte  einige  Tage  später  auch
diesmal  der  Landkreis  ausdrücklich,  daß  der  Magistrat  ihm  den  durch
Ausfall  an  Kommissionsgebühren  entstehenden  Schaden  ersetzen  müsse.
Die  endgültige  Satzung  für  das  Erntejahr  1918/19  deckte  sich  inhaltlich

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