593
8. 3.
Ad A. Alle jetzt, oder künftig im Handel vorkommenden,
bloß zu arzneilichem und nicht zugleich zu diätetischem, technischem,
ökonomischem oder luxuriösem Gebrauche dienenden Körper, die-
selben mögen bestehen in Erden, Metallen, Säuren, Salzen,
Inflammabilien, Blumen, Blättern, Früchten, Hölzern, Kräutern,
Rinden, Samen, Stengeln, Wurzeln, Säften, natürlichen Bal-
samen, Gummi, Harzen, Oelen, oder in fabrikmäßigen, chemi-
schen Präparaten, dürfen von dem Arzneiwaarenhändler nur
a) an die zur Führung einer Hausapotheke berechtigten, pro-
movirten Aerzte,
b) an Apotheker, andere Materialisten und Fabrikanten von
Arzneipräparaten,
c) an Thierärzte verkauft werden.
Der Verkauf an inländische Landärzte, Chirurgen, Bader,
Hebammen oder andern Personen, z. B. Wasenmeister, ist den
Arzneiwaarenhändlern unbedingt untersagt.
Ad B. Die in der Beilage II. aufgeführten Gifte und
drastisch wirkenden Stoffe dürfen von den zum Arzneiwaaren-
Verkaufe Berechtigten
a) an Aerzte, Apotheker und Materialisten unbedingt, dann
b) an Künstler, Gewerbsleute und Fabrikanten,
c) an Thierärzte,
insofern abgegeben werden, als der Abnehmer, welcher für Miß-
brauch und vermeidbare schädliche Folgen für ihn und die Sei-
nigen, sowie für andere, sowohl als Thieren verantwortlich bleibt,
1) bei Ablangung der unter Beilage II. Ziffer I. genannten
Arsenik und Merkur enthaltenen Körper sich durch einen
für den einzelnen Fall lautenden, und
2) bei Ablangung der unter Beilage II. Ziffer ll. aufge-
zählten, sich strenge durch einen jährlich zu erneuernden,
allgemeinen Ermächtigungsschein der Distrikts-Polizei=
behörde über seine Berechtigung zur Abnahme dieser
Waarenart ausweist.
Der Verkauf und die Abgabe an inländische Landärzte,
Chirurgen, Bader, Hebammen, an Wasenmeister u. s. w., sowie
an irgend eine hier oben unter lit. a, b und c nicht aufgeführte
Person, ist ohne alle Ausnahme verbeten.
Med.,-Verordn. 38