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onnementspreis
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Vostzuftrlloed
Rosenheimer Tagblatt
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3-###### 7. März 1915
Rosenheimer Anzeiger
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Scharfer Wind aus Nordamerika gegen England.
Beschlagnahme der Woll, Gerdutc 1914158. — Ein deuissches U. Boot von den Englädudern versenkt. — éin blutiger Tag in den Argonnen. —
Dlc wabrhelt übcc das csolislche „murioncenberr“. — die RArbeiterbiwmegung in England.
— kußblands schlimme wirischaftlicc Lagt. —
Das Kingen in den karpatbrn. — Jalien und öriechemand vor der entsfcheidung. — der Kampf um die Dardanellen. — französischdurch
dic Cürken abgelchlagen. — ein französisches Kricgs#ichll vor den Da-danecilen gelcheitcrt.
engusche landungsversuche
Eugland und Amerika.
Wenn man den englischen Blättern glauben
darf, will sich Wilson von seinem englandfreundlichen
Standpunkt nicht abbringen lassen. Andererseits
wird von der Fortsetzung des Umschwunges
im amerikanischen Volk zu Gunsten
Deutschlands immer mehr berichtet. Auch heute
liegen bedeutsame Nachrichten vor.
Einmal läht sich der „Daily Telegraph“ fol,
gendes melden: Präsident Wilson erklärte, daß
er die englische Note als Vlockade--Erklärung
und als Anzeige dahin auffasse, daß. amerika.
nische Schiffe, die sich in die Kriegszone wagen,
dies auf cigenes Risiko tun. Wilson erklärte,
daß er weitere diplomatische Mitteilungen über
die ganze Sache empfangen habe, aber Amerika
werde sich vorläufig abwartend verhalten. Die
Bedingungen, unter denen ein moderner Krieg
geführt werde, seien ganz andere, als früher; die
völkerrechtlicken Gesetze für den Krieg seien geändert,
und wenn Proteste erhoben werden, so
werde man sie gegen die Aenderung der Kriegsgesetze
erheben müssen. Der Präsident gab seiner
Beunruhigung uber die englische Rotc Ausdruck
und machte darauf aufmerksam, daß ihn
die Verhällnisse gezmungen hätten, die Kongreß.
ferien auf unbestimmte Zeit zu verschieben. (Um
freie Hand zu haben und unbequeme Frager
stumm zu machen!) Er fugte hinzu, daß keine
Aussicht über eine Gesetzesänderung vorhanden
sei, nach der die Ausfuhr von Waffen aus
Amerika verboten würde.
Anders als der englische Bericht über die angebliche
Haltung Wilsons lauten die Stimmen
der amerikanischen Presse. Englische Berichterstatter
müssen zugeben, daß die amerikanischen
Blätter mit Ausnahme des durch dick und dünn
mit England gehenden „Neuyorl Herald“ sich
abfällig über die Repressalien der Ententemächte
außern. Selbst die ententefreundliche „Newyorker
Times“ sagen, daß die Politik der Alliierten
nur zu billigen märc, falls sie eine gesetzlich
begründete Vlockierung mit sich brächte. Im
Interesse der wirklichen Neutralität müßten die
amerikanischen Rechte gewahrt werden.
Noch bedeutsamer ist solgende Meldung aus
Rotterdam: Der Korrespondent der „Times“
in Woashington bestätigt, daß ein völliger Umschwung
der amerikanischen össentlichen Meinung
zuungunsten der Verbündeten sich vollzogen
abe. Selbst deutschseindliche Blätter, wie
„Sun“, „Tribune“, „Evening Post“ und
„World“ verurteilten den englischen Standpunkt:
die Erregung richtet sich speziell gegen.
England, nicht gegen die Verbündeten.
Bemerkenswert sind auch folgende Ausführungen
der Kopenhagener „Politiken"“: Das
Ergebnis der englischen Erklärung ist augenblicklich
das, daß England die öffentliche Meinung
Amerikas verletzt hat. Durch die letzten Maßnahmen
Englands haben die Deutschen endlich
in Amcrilo erreicht, was sie seit Beginn des
Krieges erstrebt haben. Alle Agitation der
Deutschen in Amerika hatte häufig das Gegenteil
der beablichligten Wirkung erzielt, besonders
wegen ihrer Hestigleit. Nun scheint die
Möglichkeit nicht fern zu liegen, daß die Stim-Hm#ung
jedenfalls der kommerziellen und indu-
striellen Kreise sich zugunsten Deutschlands wendet.
Welche Bedeutung ein derartiger Umschlag
hat, bleibt abzuwarten. Die Aufgabe, die sich
Präsident Wilson setzte, scheint unlösbar, nämlich
die, den Krieg zurückzuführen auf dic völkerrechtliche
Grundlage vor August 1914. Die
„Times“ kritisieren Wilsons Gedanken in einem
eingehenden Leitartilel scharf und mit offenbarem
Willen gegen den leiseslen Kompromiß
von Seiten Englands.
Wie bereits kurz berichtet, nahm das Repräsentantenhaus
in Washington ein Gesetz an,
das die Macht des Präsidenten erweitert, damit
er die Beeinträchtigungen der Neutralität
verhindern könne. Danach kann er Zollbeamte
anweisen, Schiffen, die in amerikanischen Häfen
laden, die Jollscheine vorzuenthalten, wenn
er Grund hat, anzunehmen, daß die Schiffe
Munition fur kriegfuhrende Mächte mitnehmen.
Der Präsident kann ferner bei der Ausstellung
von Jollscheinen eine Kaution in Höhe des dop
pelten Wertes der Ladung oder des Schiffes
verlangen und diese einziehen. wenn die Reeder
oder Kapitäne irgendeinen Verstoß gegen die
Neutralitätsvorschriften begehen. Die Needer
oder Kapitäne werden in cinem solchen Falle
außerdem eine strenge Gefängni-sstrasc erhalten.
Das neue Gesetz gilt für die Vereinigten Staa
ten und für alle ihnen gelôörigen Inseln.
Englands „Millionenheer“.
Immer mehr dringen Mitteilungen durch.,
welche den Schmindel, den England mit sein: «
..MtlltonenHcekut««ttetbjzkllbletrhlcsn
derTatitellcndieMillioncnnukaufdccn Pa
pier.
Man höre folgendes: Nach einer Meldung
der Kolnischen Zeitung erklärt der „Haagicle
Courant“ zu den Versicherungen der englischen
Regierung, es sei die Vildung emes Heeres
von drei Millionen beabsichtigt., daß in Lon
doner Maueranschlägen das englische Voll auf
gefordert werde, die zuzeile hallle Million der
Heeres zu erganzen. Nach der Zahl der vom
englischen Konigspaar an alle Mannschaften
des Heectes abgesandten Gedenkkarten betragt
die Stärke des englischen Oeeres# gegenwärtig
etma 600000 Mann.
Noch deutlicher sind Aeußerungen der „Na
tional Tidende“ in Kopenhagen. Unler dem
Tilel „Schwierigleilen, Millionenheere zu schafsen“,
schreibt sie:
England erklärte. daß es beabsichtige, neue
Heere, zusammen drei Millionen Monn, zu
schaffen. Ein Heer wird aber nicht nur aus
Menschen, sondern auck aus der Kriegerüstung
gebildet. Die Frage ist also, wer England das
erforderliche Kriegsmaterial beschaffen soll. Die
Verbündeten sind hie zu ganz außerstande, da
sie selbst das Material brauchen. Die größten
Waffenfabriken der Welt sind nur in Deutschland,
Oesterreich= Ungarn und Belgien zu finden.
Amerika ist auf eine größere Fabrikation
nicht eingerichtet. England ist daher auf die eigene
Fabrikation angemiesen und mürde nach
eingehender Berechnung etwa ein Jahr gebrauchen,
um etwa eine halbe Million Mann mit Gewehren
auszurüsten. Die erforderliche Munition
könnte selbst in dieser Zeit nicht hergestellt werden.
Die Herstellung der erforderlichen Artillerie
würde mindestens zwei Jahre beanspruchen.
ganz abgesehen von allemt anderen Material,
mie Patronentaschen, Sattelzeng, Zugriemen,
„Wagen, Zelten, Uniformen, Lazarettmaterial,
Konserven usw. Selbst also, menn eine Absper-„rung
Englands gar nicht in Rechnung kommt,
kann man schwer einsehen, wie es England
glücken sollte, wie reich es auch an Gold sein
mag, ein derartiges Millionenheer in etwa eindreiviertel
Jahren wirklich brauchbar augzurüsten.
Wahrscheinlich wird es mindestens die doopelte
Zeit dazu gebrauchen, so daß die Aeußerungen
von englischer Seite, daß der Krieg drei
Jahre dauern werde, wohl unzweifelhaft mit
Ruckiicht auf die genannten Schwierigleilen gefallen
sind.
bestellt. In dem Gouvernement Tobolslk sind
unbestellt 30 bis 50 Prozent der Saatfläche.
In Polen und Littauen ist es vermutlich noch
schlimmer. Insgesamt beileht die verringerte
Wintersaatbe#tellung in 34 Gouvernements, in
38 ist sie unverändert und in 9 vergrößert.
In Nordrußland gibt es kein Sommersaatgetreide.
In Südrußland sind keine Arbeiter.
Die Frühjahrsarbeiten, die Maximalleistungen
sein müßten, werden mit einem Minimum an
Kräften und Geldmitteln ausgeführt. Die Folgen
liegen auf der Hand.
Hierzu kommen noch andere schlimme Nachrichten.
Der Kriegoberickterstatter der „N. Fr.
Pr.“ meldet: Ein hoher russischer Funktionär
iprach sich gegenüber einem sehr zuverlässigen
(Pewmähromann selr pessimistisch über die Situaion
Rußlande aus. Da Explosiostoffe nicht
Rußlands TLage.
In wie furchtbarer Mise der Krieg den rufsischen
Handel lahmgelegt hat. beweisen die Einund
Auesfulerziftern, die jent uber den rusfischen
Handel fur die erite Zannarhalfte veroffent
licht wmerden. IJn der zeit vom 1. b
nuar hat Rußlands Auefuhr 25570. 5ron naut -
chcnw -l «I2()«1utlxlm. vergangenen Jahre
betragen. Die Cinfuhr lelief sich auf 3 527 11
Rubel gegen 53 35817„ Rubel im Vorjahre.
bedentet selbunerflandlich einen ungeheuc-Jolleinnahmen,
die einen we
Siaalseinnahmen
Dies
fren Auefall der
sentlichen Teil der ruffchen
audmachen.
Seitdem der Saten von Achangels! zugefroren
ist, ist Rußland fur seine Ein und Auesfuhr
fast nur noch auf die transsibirische Bahn an.
* iesen. Ueber Schneden imt allerdinge noch
eine Verbindung im Gange, die jedoch nicht di—
reften Anichlußz hat und jait nur für Poĩt und
Personenverkehr in Frage lomm. Dar Um
laden von Gutern ist auf dieser Sttede., wo
einige Stunden lang der Anichluß durch Fuhrwerk
und Scklitten aufreck erhalten werden
muß, so gul wie auegeschlossen. Die Dampfer
verbindung uber die Oilĩee von den finnischen
Häfen aus wird, abgeschen von den Eisverhöält
nissen, durch die Wack samleit der deutschen Onseeflotte
unmoglich gemackt. Rußlands Dauptartikel,
der Weizen, verfault in den Lagerraumen
und der rufsische Kredit, der auf diese Ausfuhr
angewiesen ist, sinkt immer mehr.
Die russische Zeitsckrift „Wirtschafte rofonomie“
schreibt in dem Heft 5 in einem Artikel: „„Das
Jahr in wirtschaftlicher Bezichung“: Kieg und
Mißernte lasten schwer auf dem landwirtichaftlichen
Leben. Was gedentt man zu tun, um
von der Vollswirtsckaft Rutzlands das drohende
Unheil abzuwenden? Ein düfferes Bild! Fünf
zehn bis zwanzig Prozent der Arbeiter fetlen
für die Feldbestellung. ebensoviel sehlt an Ar
beitsvich. Im Süden, Nordlaulafus und Sibirien
irat bereits eine verlurzie Feldbesiel.
lung in Wintersaaten ein. Im Gouvernement
Stawropol erreichte sie stellenwise 15 bis 20
Prozent der gewöhnlichen Anbaufläche. In dem
Ssamarashen Gouvernement blieben (nach den
Daten 38 jueator eer altun in vier Kreisen
bei 402000 Deßjatin Saatfläche 97 000 un-
der Menge hergestellt werden können,
aen der Munitionsnachschub fur die Artillerie
sehr in Frage gestellt. Vor allem sei die Finanzlage
hoffnungslos. Diese Aeuherungen fielen
nach der Rücktehr des ruffischen Finanzminiitets
aus England.
Allgemeines vom firieg
Die Aufnahmeder
Kartoffselbeslände.
##. Verlin, 5. Marz. Mit Wirkung vo#m
1. Marz ordunete der Bundesrat an: Wer Vorrate
von Kartoffeln mit Beginn vom 15. März
in Gewahrsam hat. im verpflichtet, bis zum 17.
März die vorhandenen Vorräte den zuständigen
Behorden anzuzeigen. in deren Bezirk die Vorrale
lagern. Die Anzceige über die Vorräte. die
sich an dem Erhebungslage auf dem Transport
befinden, in unverzuglich nach dem Empfang
vom Empfänger zu erstatlen. Vorräte unter 50
Kilogramm unterliegen der Anzeigepflicht nicht,
soserne nicht die Landeszentralbehörde anord
net. daß siä) die Anzeige auf solche Vorräle
crrecken soll. Der Reichskanzler wird ermächligl,
eine zmeite Erhebung der Kartoffelvorräte
im April oder Mai bei Anwendung der gleichen
Bestimmungen anzuordnen. JZ.)
QOer Zailer zu seinen Soldaten.
Berlin. „ Marz. Die Danziger Zeitung“
neroffentlicht auf (Grund eines Feldpost=Friefes
eine ÖOffiziers, der dem om 7. Februa#
in Gegenwart des Kaifere im Park des Schlosses
Rirbowo in Ruffrisch Polen abgehaoltenen Feld-Kottesdienit
beiwohnte. salgende stenographisch
aufgenomemne Rede, die der Kaiser im Anschluß
an den Gottes dienst hiell: „Soldaten
Cx i#t mir eine große Freude., daß es mir ver
onnt war, heute mil Euch unter Gottes freiem
Dimmel und an seinem Altar an diesem schlichten
Gottesdienit teilzunehmen. Fur das, was
Ihr geleistet, spreche ich Cuch meinen Dank und
meine vollsle Anertennung aus. Ueberall in
der Heima# und bei den ruppen, dic im Westen
lampfen, blickt man dankbar und stolz auf Eure
Taten. Eine schrere Aufgabe ist uns gestellt,
es gilt, die Eristenzberechtigung Deutschland
noch einmal vor der ganzen Welt zu beweisen.
Diese Aufgabe müssen und werden wer erfüllen.
Keine Ueberschätzung des Feindes, aber auch