Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

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Kuffssser  55

Rosenheimer  Anzelger

Sounkag,  2.  März  1918

 

die  Griechen  durch  die  Dardanellen-Aktion  der
Alliierten  versezt  find;  denn  diese  Aktion  würde,
nenn  sie  ihr  Ziel  erreichte,  die  Hoffnungen
Griechenlands  auf  Konstaminopel  zunichte  machen
  auf  dem  Wege,  auf  dem  Griechenland  versuchen
  will,  seine  Ansprüche  zu  schützen.  Ob
es  den  nächstliegenden  Weg  einer  Unterstützung
der  Türkei  wählen  oder  durch  Anschluß  an  die
andere  Seite  ein  Mitbestimmungsrecht  bei  der
schließlichen  Entscheidung  anstreben  wird,  muß
abgewartet  werden.  Möglicherweise  haben  sich
die  griechischen  Staatsmänner  selbst  noch  nicht
endgültig  festgelegt.
Nach  Informationen  des  „Corriere  della  Sera“
  nimmt  Griechenland  an  der  Aktion  vor
den  Dardanellen  nicht  teil  durch  Entsendung  von
Heeresteilen,  sondern  begünstigt  sie  durch  die
Erlaubnis,  daß  die  Entente-Flotte  die  griechischen
  Häsen  als  Basis  benützt.  Das  griechische
Heer  soll  in  der  Heimat  bleiben  und  einen  Druck
auf  Bulgarien  ausüben.

Nach  einer  Meldung  aus  Athen  ordnete  der
Marineminister  die  Armierung  von  Hilfsdampsern
  mit  lleineren  Geschützen  an.  Für  die  Küstenjorts
  trafen  aus  England  16  große  Ge-###ütze
  ein.  Saloniki  gleicht  einem  Militärlager.
*5%  König  trifft  in  den  nächsten  Tagen  dort
cin.  (3.)

—  der  Serben  in  Albanien.
Wien,  5.  März.  Die  Südflavische  Korres#
  ondenz  meldet  aus  Salonichi,  daß  serbische
Truppen  in  Albanien  einmarschieren,  um  an
die  Adrialüste  vorzustoßen.  Zu  diesem  Zwecke
nerden  Meldungen  über  Einfälle  der  Albaner
auf  serbisches  Gebiet  erfunden.  Von  Uesküb
jollen  große  serbische  Truppenmassen  vorgegangen
  sein  und  schon  die  Grenzen  Albaniens
überschritlen  haben.  (Z.)

Der  Kampf  um  die  Dardauellen.

Die  englischen  Berichte  befleißigen  sich,  immer
u  ieder  Erfolge  vor  den  Dardanellen  zu  melden.
Sie  haben  damit  aber  lein  Glück;  die  türkiscen
  Berichte  folgen  ihnen  eben  auf  dem  Fuße
und  lassen  ertennen,  daß  es  um  die  Dardanellen
nesentlich  anders  bestellt  ist,  wie  die  Engländer
die  Welt  glauben  machen  möochten.  So  wurde
seinerzeit  gemeldet.  daß  die  englisch.  französische
Flotte  an  der  Spitze  der  Dardanellenhalbinsel
Truppen  gelandet  habe,  die  die  Flaggen  der
Verbündeten  aufgepflanzt  hälten.  Demgegenuler
  ist  die  „Agence  Milli“  zu  der  Erklärung
ermächtigt,  daß  die  feindliche  Flotte  bisher  nur
die  äußeren  Forts  hat  beschädigen  können,  daß
dagegen  die  inneren  Forts  vollständig  unversjehrt
  sind.  Ebenso  lonnte  der  Feind  keinen
einjigen  Mann  landen.  Die  Nachricht  ist  soit
  vollständig  erfunden.

Andererseits  meldet  das  türlische  Hauptguartier
  unter  dem  5.  Mäcz:  Gestern  abend
in  später  Stunde  versuchte  die  feindliche  Flotte
unler  verstärktem  Feuer  an  einzelnen  Teilen
der  Küste  außerhalb  des  Feuers  unserer  Arlillerie
  bei  den  Stellungen  von  Sedil  Bahr  und
Kum-Kale  in  Schaluppen  Soldaten  zu  landen.
Anfangs  ließen  wir  den  Feind  gewähren,  aber
dann  erwiderten  wir  das  Feuer.  60  feindliche
Soldaten,  welche  bei  Sedil  Bahr  ausgeschifft
nurden,  flüchteten  wieder  in  die  Schaluppen
und  zogen  sich  unter  Zurücklassung  von  20
Tolen  und  Verwundeten  zurück.  3000  feindliche
Soldaten,  die  bei  Kum  Kale  an  Land  gesetzt
naren,  wurden  vertrieben,  wobei  sie  etwa  30
Tote  verloren.  Wir  hatten  6  Tote  und  25
Verwundete  in  den  beiden  Gefechten.  Nach  dem
F#rigen  Mißerfolg  teille  sich  die  feindliche
ESlotte  in  mehrere  Teile  und  bombardierte  die
offenen  unverteidigten  Häfen  Dilili,  Sarmsat
und  Aivalik  am  Aegäischen  Meer.  Zwei  Flieger,
  die  den  Golf  von  Saros  überflogen,  stürztten
  ins  Meer.  Der  Apparat  fiel  ebenfalls
ins  Wasser  und  verschwand.

Auch  sonst  hatlen  die  Verbundeten  vor  den
dardanellen  empfindliche  Verluste.  Ein  Telegramm
  aus  Konstantinopel  meldet:  Ein  grozes
  französisches  Kriegsschiff,  das  sich  an  dem
ombardeme#t  der  Dardanellenforts  beteiligte,
in  bei  Dedeagatsch  gescheitert.  Alle  Versuche,
da:  Schiff  stott  zu  machen,  sind  mißlungen.
DTer  nach  Salonik  zurückgezogene  Kreuzer  „Saehir"
  hat  schwere  Beschädigungen  erlitten.
Kleich  nach  seinem  Eintreffen  wurden  zwei  Zinkärge
  und  Medikamente  zur  Einbalsamierung
chellt,  was  darauf  schließen  läßt.  daß  ölere
Otiziere  getötet  worden  sind.  Der  „Tanin"
ersichert,  daß  noch  zwei  andere  beschädigte
iegeschiffe,  eines  vom  Typ  „„Defence“,  Saoniti
  als  Zufluchtsort  aufgesucht  hätlen.  Die
urkische  Presse  fragt,  wie  es  mit  der  Neutraflät
  Griechenlands  vereinbar  sei,  vad’  die  feindichen
  Schiffe  länger  als  24  Stunden  in  Sa-    


 

 

soniti  verbleiben  können,  ohne  desarmiert  zu
Ferden.

 

Die#  Heschiehung  der  Dardauellen#sfotts.

Die  Tardanellen  aus  der  Aogelschau  zeigt
unser  heutiges  Bld.  Zur  besseren  Crientierung
  sind  die  interessamesten  und  bemerienswertesten
  Punkte  durch  Aummern)  usw.  bezeich
net:  1.  Adrianopel,  2.  Gallipolli,  3.  Kilid  Bahr.

Kale  Sultani,  5.  Sed  el  Babr.  6.  Kum
Kale  mit  Besellimungen.

Dao  siarl  besenigte

1

 

 

Magara  i#t  mit  be  jzeichnel.  Die  Pfeile  zeigen
den  Tampfermeg  nach  Konstantinopel  an.
Linle  der  Pfeile  liegt  zu  Europa  gehöriges
Land,  r1„  daron  Klein-Asien.  Das  zwischen
ben  Nammern  !  und  2  im  spitzen  Winkel  sich
hin#zir#easser  ist  der  Golj  von  Taros.

 

Die  englische  Admiralität  glaubt  indessen,  folgenden
  Bericht  hinausgeben  zu  dürsen:  Am
Mittwoch  wurde  der  Angriff  auf  die  Dardanellen
  fortgesehl.  Ueber  Nefullate  innerhalb
der  Meerenge  und  nichto  gemeldet.  Das  Kriegsschiff
  „Dublin“  zerstörte  einen  Beobachtunge.
posten  aus  Gallipolli.  Der  Kreuzer  „Saphir“
*7)  beschoß  mehrere  Punlte  im  Golfe  von
Adriamity.  Bein  Fort  lI)  sind  6  Hilfsgeschutze
zerstört  worden.  Zusammen  sind  jetzt  41  (#„e
schütze  zerstört  (0).  Französische  Schiffe  bombardierten
  Buloir  und  zerstörten  die  Vrücke
von  Kawaca.

Ueber  die  Slärke  der  verbündeten  Flolten
vor  den  Dardonellen  und  über  weitere  Tiuuppentransporte
  lie  gen  heute  ebensalls  Meldungen
vor.  Darnach  verfügt  die  vereinigte  Flolte  vor
den  Dardanellen  nach  einer  Mitteilung  der  „Times“
  über  28  englische  Schlachtschiffe  mit  212
Geschützen  zu  ##.5  Zentimeter  und  21  französische
  Schlachtschise  mit  105  Geschugen  desselben
Kalibers.  Dan  kommen  noch  acht  38-Zentimeter-Geschütze
  des  englischen  Ueberdreadnoughts
  „Quem  Elisabeth“.  Ueker  die  französische
  Expediion  vor  den  Dardanellen  berichtet
  die  Besogung  des  ilalienischen  Schiffes
„Patria“,  das  von  Marseille  in  Neapel  angekommen
  ist:  Am  Dienstagabend  seien  elf
große  Transportschiffe  mit  20000  Mann  von
vier  englischen  und  drei  französischen  Schlacht:
schissen  geleilet  von  Marseille  abgigangen.  Die
Expedition  wane  in  Malta  Besehle  ab.  Weitere
  20000  Mann  sollen  demnächst  von  Toulon
  abgehen.  (Z.)

4

—

Japan.

Die  japanischen  Forderungen.

Amsterdam,  5.  März.  Der  „Times“  wird
aus  Peling  berichtet,  daß  die  Konferenz  der
d.inejischen  und  japanischen  Vertreter  geslern
stattgesunden  habe.  China  bewillig'e  die  Ver
längerung  des  Pachtvertrages  für  die  Halbinsel
Liaotang,  einscließlich  Port  Arthur  und  Dolun
auf  99  Jahre.  (3S.)  Die  Meldung  stammt
aus  englischen  Quellen.

London,  5.  März.  Im  Unterhaus  er
llarte  gestern  der  Staatsselretär  des  Aeußern
Sir  Edward  Grey  auf  eine  Anfrage,  die  eng
lische  Regierung  sei  von  Japan  über  alle  an
China  gestellten  Forderungen  unterrichtel.  Er
sei  aber  gegenwärtig  nicht  in  der  Lage,  über
den  Gegenstam  Auskunft  zu  geben.  Die  bereits
erschienenen  Meldungen  seien  stark  übertrieben.
Namentlich  sei  es  unrichtig,  daß  Japan  verlange,
  China  #olle  bei  der  Anstellung  ausländischer
  Berater  Japaner  vorziehen  und  andere
Ausländer  als  Japaner  von  zuküunftigen  Konzessionen
  für  den  Eisenbahn-,  Berg=  oder  Dockbau
  ausschliehen,  wenn  nicht  Japan  seine  Zustimmung
  erteile.  (Z#.)

2

—

Die  Lage  in  Portugal.

Genf,  5.  März.  Wie  der  „Herald“  aus
Lissabon  meldet,  haben  die  aus  dem  Heere
entfernten  nonarchisischen  Offiziere  für  kommenden
  Somtag  eine  große  Vollslundgebung
für  eine  Teilsahme  Portugals  am  Krieg  an
Englands  Seite  einberufen.  Die  Regierung  verbot
  kurzerhand  die  Versammlung  und  schritt
zur  abermaligen  Verhaftung  der  entlassenen  32
Offiziere,  do  sie  ihr  Offizieropatent  noch  Ait
zurükgegeben  haben,  sondern  nur  vorläufig  be

 

urlaubt  sind.  In  Verfoll  dieser  Vorgänge  #e  ist
es  zu  den  Untuhen  in  Lissabon  gekommen.  Die
monarchistischen  Offiziere  find  dem  Kriegsgericht
überu  iesen  nu  orden.  (Z.)  Das  unglüuckliche
Land  soll  um  keinen  Preis  zur  Ruhe  kommen.

Beerschiebene  Nachrichten.

Bern,  5.  Märsf.  Von?  vermißten  Gymnasianen,
  die  beim  Schifahren  von  einer  Lawine
  erfaßt  und  jeildem  vermißt  wurden,  sind
nunmehr  vier  in  einer  Almhütte  halb  erfroren
aufgefunden  worden.  Einer  der  Verunglüctten
hatie  auch  einen  Beinbruch.

Leyland  (Westoirginia),  5.  März.  171
Vergleute  sind  infolge  einer  Gasexplosion  in
ceine  Grube  eingeschloisen  worden.  Ausbrechendes
  Feuer  hinderte  das  Rettungswerk.  Nur
zwei  schmerverletzte  Arbeiter  wurden  geborgen,
für  die  übrigen  wird  das  schlimmste  befürchtet.

Hünchener  Neuiskeilen.

München,  5.  Marz.  Auf  Veranlassung  der
biesigen  Polizeidircttion  wurde  am  Donnerstag
in  Landshut  der  Schlosser  Simon  Osterrieder
aus  Ingolstadt,  ein  langgesuchter  Betrüger  und
Heiratsschwindler  im  großen  Stile,  verhaftet.
Ern  vor  kurzem  war  er  wiederum  in  Munchen
aufgetaucht,  nachdem  er  im  Dezember  in  Frankfurt
  am  Main  einer  beiratslustigen  Dame  4000
Mark  herausgeschwindelt  hatte.  Hier  lockte  er
einer  Arztenswitwe  Pfandbriefe  im  Werte  von
6000  Marl  heraus,  die  er  sosort  verkaufte.  Von
hier  aus  hatte  sich  der  Verhaftete,  der  auch  wegen
  Münzverbrechens  sleckbrieflich  verfolgt  wird,
nach  Landshut  gewandt,  wo  dessen  Fang  gelang.

Sanerische  Nachrichtev.

Augsburg,  5.  März.  Aus  Eisersucht  brachte
der  frühere  Ganmirt  Angele  seiner  früheren

 

 

 

Geliebten,  der  geschiedenen  Gastmwirtin  Harlacher,
  in  ihrer  Wohnung  sieben  Messerstiche
bei.  Zaeii  davon  sind  lebensgefährlich.  Alsdie

  Frau  durch  den  itarten  Blutverlust  ohnmächtig
  geworden  warr.  glaubte  der  Täter,  sie
sei  kot.  Er  griff  zum  Strice  und  erhängte  sich
an  der  Bettlade.  Als  die  Frau  frühmorgens
aus  ihrer  Beuusttloktigleit  erwachte,  rief  sie  um
Hilse;  sie  wurde  in  das  Krankenhaus  gebracht.

Grenzlande.

Kufstein,  März.  Die  Beiirkehauptemanne
schaft  Kufftein  hat  in  Erwägung,  daß  jede  unnoturndige
  Ausgabe  seitens  der  Bevolkerung
vermieden  und  jede  uber  das  gewöhnliche  Bedursnis
  hinausgel  ende  Verwendung  von  Lebenemitteln
  hintangelalten  wird,  für  die  Kriegsdauer
  die  Abhaltung  sogenannter  Totenmahle
eingestellt.

Saserisches  Obeclens.

Endorf,  5.  März.  Beim  Postamt  in  Endorf
uren  seit  Kriegebeginn  120  000  Mark  umgewechselt.


Bad  Aibling,  5.  März.  Die  Nachrilt  d.
der  Kriegsfreiwillige  Jos.  Wollschlager  gefallen
sei,  bestätigt  sich  erfreulicherweise  nicht.  Nach
Mitteilung  des  Feldwebels  seiner  Kompagnie
liegt  An-  Verwechslung  vor.

Aibling,  5.  März.  An  Stelle  des  an
die  8  Versicherungskammer  berufenen  Bezirkstierarztes
  Karl  Kurschner  wurde  der  im  K.

 

 

 

Staalsministerium  des  Innern  verwendete  Beiirkelierarzt
  Dr.  Oskar  Wucher  al#  Bezirkztierarzt
  in  Bad  Aibling  berufen.

Schliersee,  5.  März.  Jn  Kramsach  im  Unterinntal
  verschied  der  Tausenden  von  Touristen
bekannte,  viele  Tahre  im  Hospiz  Erzherzog-Jo-Uhann-Klause
  und  Kaiserhaus  stationiert  gewesene
  k.  k.  Förster  Michael  Zingerle.  Der  Verstor-Lene
  verstand  es  vorzüglich,  seine  Gäste  durch
schnurrige  Erzähkungen,  auch  saftiges  Jägerlalatein,
  zu  unterhalten.

Tegernsec,  5.  März.  Ein  in  Nordfrankreich
verwundeter  biesiger  Holzarbeiter,  las  in  Zeitungen,
  daß  es  Pflicht  jedes  Deutschen  sei,  das
(old  zur  Reichsbanl  zu  bringen.  Da  erinnerte
sich  der  Brave,  daß  er  vor  dem  Einrücken  seine
Ersparnisse  im  Betrage  von  110  Mark  in  Gold
im  Walde  verborgen  hatie  und  schrieb  deslb
  einem  Belkannten,  er  möchte  das  Geld  auszgraben
  und  der  Reichsbank  zur  Einlieferung
ringen.  Der  Vertrauenemann,  der  ebenfalle
seine  Goldflücke  einlieferte,  hat  das  vergrabene
(beld  trot  einer  Schnechohe  von  30  Zim.  auf
(ôPbrund  der  genauen  Besch  reibung  leicht  gesunden
und  abgeliefert.

Traunstein,  5.  März.  Vorgestern  wurde  die
Fran  des  ehem.  Violinlehrers  Haberlander  von
der  An  im  Alter  von  86  Jahren  zur  letzten  Ruhe
Geleitet.  Sie  hinterlaßt  eine  im  92.  Jahre  steende

  Schweiler.

 

Orlssammelstelle  für  Llebesgaben
(Magistrat,  Zimmer  Nr.  16.)

Ruch  in  der  abgelaufenen  Wode  wurden  verschiedene
  Liebesgalen,  insbesondere  62  Mk.  in
Geld  an  die  Ortssammelftelle  gespendet,  wofür
den  Gebern  der  herzlichste  Dank  zum  Aucsdruck
gebracht  merden  möckte.  Fur  die  kommende
Woche  wären  wiederum  sehr  erwünscht:  Taschentücher,
  Seife,  Salicyltalg.  Briefpapier,  Bleiiste,
  Löffel.  Mundharmonikas.  Spielkarten,
ZSuppenwürfel,  Zwieback,  Dörrobst,  Zigarren.
Zigarctten,  Tabak,  Holzofeiferln.  Welche  Freude
wir  mit  unseren  Sendungen  den  Soldaten  bereiten,
  ist  aus  einer  an  die  Ortssammelstelle
gerichteten  Karie  aus  dem  Kriegslazarett  in
Douai  vom  24.  Februar  zu  entnehmen,  wonach
insbesondere  auch  die  Sackhen,  in  welchen  die
(bHaben  verradt  waren,  ungeleilten  Beifall  fanden,
  und  den  jeweilig  als  geheilt  zur  Truppe
entlassenen  Soldaten,  meist  Bayern,  mitgegeben
wurden.  Da  die  Ortssammelieelle  beabiichtigt,
auch  die  diesmalige  Sendung  wieder  in  kleinen
Säckchen  zlU  verpacken,  möchten  wir  auch  noch
um  Stooffrete  von  farbigem  Satin  oder  sonsligen
  Stoffen  bitten.

colalnachticten.
Rosenheim,  s.  Marz.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen
Fritz  Wolf,  Sohn  des  Tapeziers  Ludwi  j
in  Bad  Wibling.  Inf.  im  2.
Hosef  Kögl,  Rothenbauerssoh  von  7  6
Feilubach.  Crs.  Res.  im  16.  Res.-Inf..Rig.;  Paul
Rieder,  Maurerpalier  ron  Bruckmühl,  Unteriffizier
  im  16.  Res.  Juf.  Rgt.:  Jose:  Blieninger,
  Hausbesiyer  und  Feloanger  er.  Gütler  in
Westerhbam,  Landwehrmann  im  1.  Inf.“Rgt.;
Stefan  Bauer.  Sohn  des  Taglöhners  und
Nachtmäch  ters  Bauer  in  Feldlirchen,  zulegt  Kuticher
  in  Müncken:  Jakob  Nieder  aus  Vachendorf.
  Inf.  im  19.  Reĩ.  Inj.  Rgt.

Auszeichnungen  im  Felde.  Der  bisherige
  Bezirtskommandeur  von  Rosenbeim,  Herr
Maior  Hagen,  welcher  jent  Bahnboskommandant
  von  Courkrai  in  Belgien  ist,  wurde  jüngit.
wie  bereits  berichtet,  mit  dem  Eisernen  Kreuz
ausgezeichunet.  Wie  wir  erfahren.  ist  ihm  jetzt
auch  der  Militärverdienirorden  J.  Kl.  mil  Krone
und  Schmertern  verliehen  norden.  Wir  beglücku
  ünschen  ihn  zu  dieser  abermaligen  ebrenvollen
Auszeichuung.  Der  Einjährige-Gefreite  Jojef
Müller  aus  Traunstein  im  Garde  Grenadier.
Regiment  Nr.  1,  erhielt  das  Eiserne  RKreuz.
cbenso  der  Infanterist  Anton  Gallinger  von
Trucktladbing.  Der  Obergendarm  Johann
Kreithanner  aus  Mating  welcher  bei  der  Feld.
gendarmerie  der  v.  Res.  Div.  steht,  wurde  mit
dem  Militärverdienstkreuz  3.  Klaise  mit  Krone
und  Schmertern  ausgezeichnet.

Eine  brave  Soldatenfamilie.  Wie
lereits  bekannt,  sichen  von  den  Söhnen  des
Herrn  Messerschmiedmeisters  Mareny  sieben  im
Felde,  zum  Teil  schon  seit  Beginn  des  Krieges.
Bei  der  heute  stattgehabten  Landsturmmu'e—
rung  itst  jetzt  auch  der  achte  Sohn  zur  Infan
lerie  ausgehoben  worden.  Von  den  im  Felde
sltehenden  Brüdern  Marey  haben  sich  drei  schon
das  Eiserne  Kreuz  erworben.  Der  vierte  ist
jetzt  ebenfolls  ausgezeichnet  worden.  E;  ist  der
Korpeführer  und  Vizefeldwebel  Hans  Maren
im  120.  Inf.-Reg.  in  Ulm,  welcher  die  wurt
temlergische  silberne  Militärverdienstmedaille
am  gelt  schwarzen  Band  erhalten  hat.  Wir  beglückwunschen
  sie  alle  zu  ihren  tapferen  Taten,

 

mit  dem  Wunsche,  daß  alle  gesund  zu  den  Ihr.=gen
  zurudtehren  mogen.
Beforderung.  Herr  Ingenieur  Schuberth

bei  der  Firma  Stumbeck  in  Rosenheim,  ist  bei
Ausbruch  des  Krieges  im  1.  Res.=  Inf.-Agt.  qls
Unteroffizier  eingerückt.  Jetzt  ist  er  zum  Kom-