Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1853. (30)

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für  den  Gebrauch  bei  Thieren  vorräthig  zu  halten  und  auf  Ansuchen  der  Eigenthümer  für
diejenigen  Thiere,  welche  sie  in  ihrer  Privat-Praxis  ärztlich  behandeln,  abzugeben.

8.  2.

Jeder  geprüfte  Thierarzt,  welcher  von  dem  Rechte,  einen  Arzneivorrath  halten  zu  dürsen,
  Gebrauch  machen  will,  hat  hievon  dem  Oberamt  und  Oberamts-Physikat  seines  Bezirks
Anzeige  zu  machen.  Die  Eröffnung  des  Arzneimittelvorraths  hängt  von  dem  Nachweis  einer
  von  dem  Oberamtsarzt  nach  zuvor  genommener  Einsicht  angemessen  befundenen  Einrichtung
  für  die  Aufbewahrung  und  die  Dispenstrung  der  Arzneistoffe  ab.

5S.  3.

Die  Aufbewahrung  der  Arzneistoffe  hat  in  einem  passenden  verschließbaren  Raume  zu
geschehen.  Derselbe  muß  die  erforderlichen  Schiebladen,  Gläser,  steinernen  Töpfe,  Waagen
von  Messing  und  Horn,  mit  den  nöthigen  vorschriftsmäßigen  Medicinalgewichten,  sodann  die
erforderlichen  Reibschaalen  von  Serpen#in  und  Porzellan,  Mensuren  von  Zinn,  eiserne  Spateln,
  beinerne  Löffel  rc.  enthalten.  Geräthe  und  Aufbewahrungsort  müssen  stets  in  untadelhaftem
  Zustande  sich  befinden.  "

§.4.

Die  Arzneistoffe  sind  je  nach  ihrer  Natur  theils  in  gut  schließenden  Schiebladen,  theils
in  Gläsern  mit  gläsernen  Stöpseln  oder  in  steinernen  Töpfen  mit  dergleichen  Deckeln  aufzubewahren.
  In  Einer  Schieblade  darf  nie  mehr  als  ein  Arzneistoff  sich  befinden.

8.  5.

Starkwirkende  und  giftartige  Stoffe  sind  von  den  übrigen  Arzneistoffen  abgesondert  zu
stellen.  Jedes  Arzneimittel  muß  mit  seinem  Namen  in  lateinischer  und  deutscher  Sprache
bezeichnet  seyn.

8.  6.

Die  Arzneistoffe  müssen  stets  von  guter  Qualität  vorräthig  gehalten  werden,  und  die

Quantitäten  der  einzelnen  dürfen  das  Bedürfniß  der  Praris  des  Thierarztes  nicht  überschreiten.