Full text : Kriegsgeschichte von Bayern unter König Maximilian Joseph I. Zweiter Band. (2)

—  281  —

bruck.  Noch  war  man  nicht  weit  von  Rattenberg,  als
man  seitwaͤrts  Arco's  und  Oberndorf's  baierische
Schaaren  aus  dem  Achenthal  hervortreten  sah,  die  jetzt
unter  dem  Oberbefehl  des  franzbsischen  Generals  Montmarie
  standen.

Sie  hatten  sich,  am  27sten  Juli  des  Abends  spät,
vor  dem  Eingange  des  Achenthals  bei  St.  Leonhard  oder
Kreith  vereinigt;  nur  waren  vom  Obersten  Arco  einige
Abtheilungen  in  Tolz,  Rottach  und  Miesbach  zurückgelassen
  worden,  die  erst  später  nachkommen  sollten,  wie
auch  einige  schwache  Reiterposten  auf  den  Straßen  von
Mittenwald  und  Partenkirch.  Man  sah  nun  auf  allen
Bergen  umher  des  Nachts  die  Lärm-Feuer  brennen.  Das
bewog  die  Anführer  der  Baiern,  die  Schützen  von  den
Fägercompagnien,  auch  die  Gebirgsschützen,  am  folgenden
  Tage  (28sten  Juli)  voraus  zu  senden,  um  über  den
Sagbach,  so  wie  längs  der  Hofweisach  und  dem  Klambach
  über  die  Schildensteiner-Alpen,  den  Bergpaß,
Kaiserwacht  geheißen,  zu  umgehen.  Doch  als  die  Kriegeshaufen,
  Arco  voran,  zu  demselben  gelangten,  fand
man  ihn  von  allen  Aufständischen  verlassen,  und  man
konnte  ohne  Widerstand,  doch  nicht  ohne  Hinderniß,  bis
vor  das  Dorf  Achenthal  weiter  ziehen.  Die  Tiroler  hatten,
  beim  Rückzug,  zwar  alle  Stellungen,  sogar  auch
den  wichtigen  Paß  Klamm,  oder  den  Schanzkopf,  geräumt,
  aber  hingegen  alle  Brücken  auf  dem  Wege  zum
Achensee,  die  über  den  Pißbach,  die  bei  Mühleck,  die
beim  sogenannten  Wirthshaus  über  die  Walchen  oder
den  Achenbach,  und  die  über  den  Schweinau-Bach,
zerstdrt.  Ihre  Herstellungen  verschlangen  die  Zeit  eines
ganzen  Tages.  Erst  am  folgenden  Morgen  (Vosten  Juli),
wie  man  durch  das  beinahe  menschenlose  Dorf  Achenthal