Full text : Kronprinz Wilhelm. Meine Erinnerungen aus Deutschlands Heldenkampf.

Geleitwort.

n  der  Stille  meines  Aufenthalts  auf  der  kleinen  Zuiderzee-Insel

Wieringen  ist  diese  Schrift  als  ein  wesentlicher  Teil  meiner  „Wrinnerungen“
  entstanden.  Sie  will  den  getreuen  Rämpfern  der  5.  Armee  und
der  Seeresgruppe  Deutscher  Kronprlnz  ein  schlichtes  Denkmal  im  Zerzen
des  deutschen  Dolkes  und  in  der  Kiteratur  des  Weltkrieges  setzen,  ein
schlichtes,  im  Geiste  unvergänglicher  Zugehörigkeit  aufgerichtetes  Mal,  gleich
den  einfachen  Soldatengräbern  mit  dem  Sotkkreuz  und  Selmschmuck,  die
rings  um  die  Grenzen  unseres  deutschen  VDaterlandes  von  deutscher  Treue
bie  zum  letzten  Jeraschlag  zeugen.

UMenschliche  Sprache  und  Schrift  sind  freilich  ärmliche  Silfemittel,
um  den  Taten  und  Leistungen  gerecht  zu  werden,  die  in  mehr  ale
vier  Kriegejahren  unsere  Selden  an  der  Westfront  vollbracht  haben.  Ein
Maß  von  Treue,  Opfermut,  Entsagung  und  SZingabe  wurde  dort  von
deutschen  Männern  bewiesen,  wie  es  in  der  Weltgeschichte  bleher  wohl
einzig  dastebt.  Der  Deutsche  war  es  gewöhnt,  gegen  doppelte  und  drelfache
  Uberlegenheit  zu  kämpfen.  zehnfacher,  durch  die  technischen  Rriegsmittel
  der  ganzen  Welt  gerüsteter  Ubermacht  hat  sich  die  deutsche  Westfront
  durch  Jahre  erwehrt,  schließlich  zusammengeschrumpft  auf  eine  Schar
von  Zelden,  blutend  aus  tausend  Wunden,  auf  sich  allein  gestellt  und
dennoch  im  ZRampfe  unbesiegt.

Win  gewaltiges  Schaufpiel,  unvergleichlich  trotz  seines  tragischen  Endes!

Drei  Bilder  sehe  ich  in  der  Rückschau  immer  wieder  vor  meinem  Auge:

August  1914  nach  der  Schlacht  von  Longwy#:  Auf  allen  Straßen  marschieren
  die  endlosen  feldgrauen  Scharen  jubelnd  dem  geschlagenen  Feinde
nach  gegen  die  Maas.  Selbst  die  Schwerverwundeten  richten  sich  am
Wegeesrande  noch  einmal  auf  mit  dem  Ruf:  „Jurra,  es  geht  vorwärts,
wir  siegen!“

Dann  in  den  Jahren  des  Stellungskrieges  die  ernsten,  harten,  verbissenen
  Gesichter.  Wenn  ich  meine  Soldaten  sprach,  so  lautete  die
Antwort:  „Wir  halten  durch,  es  muß  ja  geschafft  werden.“  Und  so

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