Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1863. (40)

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Deutschland.

Eifer  für  den  heiligen  Glauben  und  seine  Liebe  zur  Kirche  und  zur  Freiheit
offenbart;  sie  fordert  deshalb  alle  Mitglieder  der  katholischen  Vereine  auf,
in  der  Leistung  des  Peterspfennigs  nicht  nur  selbst  fortzufahren,  sondern
auch  dafür  bei  Anderen  nach  Möglichkeit  zu  wirken.“

11.  Sept.  (Nassau)  lehnt  wie  Hannover  den  Handelsvertrag  mit










Frankreich  indirecte  ab.

Depesche  an  Preußen:  „Die  herzogl.  Regierung  erklärt  sich  vollkommen

geneigt,  sich  dem  preuß.-französ.  Handelsvertrage  anzuschließen,  wenn  sämmtliche
Zollvereinsregierungen  ihren  Beitritt  zu  diesem  Vertrage  erklären  werden.  Unverkennbar
  würden  die  in  dieser  Sache  noch  obwaltenden  Schwierigkeiten  vermieden
  worden  sein,  wenn  vor  Abschluß  des  in  Rede  stehenden  Handelsvertrags
  einer  Zollconferenz  der  Inhalt  desselben  zur  Berathung  und  eingehenden
  Erwägung  aller  Detailbestimmungen  vorgelegt  worden  wäre.  Noch
jetzt  bin  ich  der  Ueberzeugung,  daß  ohne  eine  solche  nachträgliche  Conferenz
eine  allseinige  Uebereinstimmung  kaum  zu  erzielen  sein  dürfte.  In  dieser
Conferenz  würde  alsdann  auch  die  nothwendige  und  ersehnte  Regelung  der
handelspolitischen  Beziehungen  zu  Oesterreich,  anschließend  an  die  Stipu—
lationen  des  Vertrags  von  1853,  welchen  die  herzogl.  Regierung  als  in
voller  Gültigkeit  bestehend  betrachtet,  zum  Austrag  gebracht  werden  können.“

13.„  Versammlung  der  deutschen  Forst=  und  Landwirthe  in  Würzburg.

15.„  (Bundestag).  Die  Bundescommission  für  eine  gemeinschaftliche
  Civilproceßordnung  tritt  in  Hannover  zusammen.

18.„  (Hannover),  von  Preußen  zu  einer  in  die  Sache  selbst  eingehenden
  Rückäußerung  über  den  Handelsvertrag  mit  Frankreich
aufgefordert,  lehnt  es  ab,  glaubt  dagegen  die  Ansicht  aussprechen
zu  sollen,  „daß  die  erstrebte  Einigung  der  Zollvereinsstaaten  am
sichersten  durch  ein  Eingehen  auf  Verhandlungen  mit  Oesterreich
über  dessen  bekannte  Propositionen  zu  erreichen  sein  dürfte.“

„  Versammlung  der  deutschen  Naturforscher  und  Aerzte  in  Karlsbad.

19.„  (Preußen)  lehnt  die  Aufforderung  Oesterreich's,  den  Handelsvertrag
  durch  die  Ablehnung  Bayern's  und  Württemberg's  als
gescheitert  zu  betrachten  und  mit  ihm  über  eine  Zolleinigung  einzutreten,
  ab.

Die  Depesche  an  Oesterr.  führt  aus,  daß  Preußen  die  Verträge  v.  2.  Aug.
keineswegs  als  gescheitert  betrachte,  da  das  Hervortreten  einer  Meinungsverschiedenheit
  über  eine  große  handelspolitische  Maßregel  nicht  sofort  als  gleichbedeutend
  mit  der  Verwerfung  derselben  aufgefaßt  werden  könne,  es  vielmehr
in  ähnlichen  Fällen  schon  öfter  gelungen  sei,  anfängliche  Meinungsverschiedenheiten
  im  Wege  weiterer  Verhandlung  auszugleichen.  Eine  andere  Auffassung
  würde  die  Möglichkeit  jeder  Entwickelung  in  der  Gesetzgebung  des
Zollvereins  ausschließen,  weshalb  man  auch  ferner  den  durch  die  Rückäußerungen
  nach  München  und  Stuttgart  eingeschlagenen  Weg  innehalten  müsse,
einen  Weg,  der  sich  als  dem  Interesse  des  Zollvereins  entsprechend  bewährt
habe;  die  Gründe,  aus  denen  man  früher  den  Zeitpunkt  für  Eröffnung  der
Verhandlungen  mit  Oesterreich  noch  nicht  für  eingetreten  erachtet,  seien  also
auch  heute  noch  vorhanden,  und  da  Oesterreich  selbst  zugestanden,  daß  es
das  Recht,  diesen  Zeitpunkt  zu  bestimmen,  nicht  ausschließlich  in  Anspruch
nehmen  könne,  so  könne  es  nicht  überraschend  sein,  wenn  Preußen  an  seinen
Bedenken  festhalte.