Full text : Geschichte des Königreichs Bayern.

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Von  Otto  I.,  dem  ersten  Herzog,  bis  zu  seinem  Nachkommen
  Maximilian  I.,  dem  ersten  Könige  Bayerns,  sind
18  Generationen  ins  Grab  gesunken.

VI.  Rudwig  der  Bayer.

Dadurch,  daß  die  Nachkommen  Ottos  I.  Teilungen
ihres  Erbes  vornahmen,  wurden  die  Vorteile  der  Gebietserwerbungen,
  die  unter  den  ersten  drei  Herzogen  stattfanden,
  wieder  preisgegeben.  Auch  die  beiden  Söhne
Ludwigs  des  Strengen,  Rudolf  und  Ludwig,  später
der  Bayer  genannt,  teilten  ihr  Land.  Anfangs  hatte
Rudolf  allein  regiert,  da  Ludwig  noch  sehr  jung  war.
Später  von  1302  bis  1310  regierten  sie  gemeinsam.  In
diese  Zeit  fällt  die  Abfassung  eines  Freiheitsbriefès  (1302),
durch  welchen  die  Edlen  und  Freien  des  Herzogtums  gegen
ihre  Anerkennung  der  Verpflichtung  zu  den  bestehenden
Steuern  ausdrücklich  und  urkundlich  die  Berechtigung  zugesichert
  erhielten,  sich  zur  Selbsthilfe  gegen  jede  neue  ohne
ihre  ausdrückliche  Zustimmung  erhobene  Steuer  zu  verbünden.
  Diese  Urkunde  ist  der  Anfang  der  späteren  landständischen
  Verfassung  in  Bayern.  Einige  Jahre  später
erhielten  zu  München  1307  die  Prälaten  und  Bürger  einen
ähnlichen  Freiheitsbrief.  Wegen  der  Vormundschaft  über
die  unmündigen  Erben  Heinrichs  XIII.  von  Niederbayern
geriet  Ludwig  in  Krieg  mit  dem  österreichischen  Herzog
Friedrich  dem  Schönen,  der  auch  sein  Nebenbuhler  war,
als  die  Kaiserwürde  sich  erledigte.  Die  Anerkennung  des
Testamentes  Heinrichs  XIII.,  nach  welchem  Ludwig  die