1040 A. Die Feld-Lasarethe.
event. Abänderung am Tage vor der Entlassung Morgens dem Lazareth-Sekretär
zur Fertigung der Entlassungsscheine nach Schema Nr. 54 überiebt,
auch den Train-Kommandeur, den Lazareth-Inspektor und den
ndanten davon in Kenntniss setzt, damit jeder in seinem Geschäftszweige
die erforderlichen Vorbereitungen treffen kann. — Bei dem Abgange
erhält jeder Rekonvalescent seinen Entlassungsschein und sämmtliche
von ihm in das Lazareth mitgebrachten Königlichen und Privat-Effekten
gegen Rückgabe der Depositenquittung der Lazarethkasse, resp.
Quittung unter dem im Lazarethe verbleibenden Eingangs-Begleitscheine
zurück. — Die Begleitscheine sind nach dem Abgange der Patienten nach
der Nr. des Hauptkrankenbuchs geordnet im Aufnahme-Bureau aufzubewahren.
6 68. Nöthige Reparaturen der Bekleidungs-Gegenstände der Rekonvalescenten
mus der Lazareth-Train-Kommandeur vor der Entlassung
ausführen lassen, so dass der Marsch in vollständig brauchbarer Bekleidung,
insbesondere auch guter Fussbekleidung angetreten wird.
$ 69. Die Absendung der Genesenen soll nicht einzeln, sondern in
Abtbeilungen unter Aufsicht eines Kommandoführers (bei kleineren Abtheilungen
ein Unterofficier oder Gefreiter, bei grössern Transporten ein
Officier) erfolgen. — Wenn der Kommandoführer nicht aus den Genesenen
gewählt werden kann, hat das Lazareth die Kommandirung eines
solchen bei der Kommandantur oder dem Befehlshaber des zunächst stehenden
Truppentheils zu beantragen.
$ 70. Die abgehenden Rel 1 ten-Abtheilungen erhalten eine
Marschroute, welche nebst den für den Marsch erforderlichen Geldmitteln
dem Kommandoführer zu übergeben ist, cfr. $ 209 des Reglements über
die Geldverpflegung der Armee im Kriege und $$ 36-39 des Rglts. über
die Natural-Verpflegung der Armee im Kriege. - Wenn nichts Anderes
bestimmt wird, sind die Rekonvalescenten vom Lazareth nach deın nächsten
Hauptquartier zu instradiren, und erfolgt von dort aus ihre Weitersendung,
) Entlassung der Invaliden.
$ 71. Die nach dem Urtheile der ordinirenden Stabs-Aerzte als
halb- oder ganzinvalide, resp. dienstunbrauchbar zu entlassenden Leute
sind dem Chef-Arzte zur Feststellung des Grades der Invalidität, resp.
der Dienstunbrauchbarkeit nach Massgabe der Instruktion vom 9. December
1858 vorzustellen. — Ueber den Befund hat der Chef-Arzt ein
Protokoll aufnehmen zu lassen, und ein besonderes Attest auszustellen.
Letzteres ist dem Invaliden, resp. Dienstunbrauchbaren auszuhändigen,
ersteres aber mit der aufzustellenden Invalidenliste direkt per Post demjenigen
stellvertretenden General-Kommando zu übersenden, in dessen
Bezirk der zu Entlassende seinen Wohnsitz nehmen wird. — In Betreff
der Entlassung der Invaliden, der Vereinigung derselben in Abtheilungen,
der Ertheilung von Entlassungsscheinen und der Geldmittel für den
Marsch, sowie der Rückgabe der in das Lazareth mitgebrachten Privat-Effekten
gilt das vorstehend ad a Bestimmte. — Von den Königlichen
Bekleidungsstücken ist den Invaliden dasjenige in brauchbarem Zustande
auszuhändigen, was für den Marsch in die Heimath zur anständigen Bekleidung
und zum Schutze gegen die Witterung erforderlich ist. — Auch
Mäntel und Tornister dürfen den Invaliden mitgegeben werden, sind aber
in der Heimath an das betreffende Landwehr-Bataillon abzuliefern, und
von letzterem an das nächste Ersatz-Bataillon zu befördern. — Alle