eugehen sei. Die Abgeordnetenlammer tritt diesem
Beschluß debattelos bei
er Antrag Oswald Gte.). u. Gen. betreffend
Mielpreissteigsrungen beschäftigt
dann das Haus. Berichterstatter Abg. Kroher
(Itr.) bemmragt Annahme des Ausschußantrages,
der bis zur bundesrallichen Regelung
im Verein mit ven drei flellv. Generalkommandos.
Hintanhaltung der? ietpreissteigerungen
uno den Erlaß einer Verfügung
verlangt, daß nur mit zuständiger behördlicher
Gemehmigng die Miete gesteigert werden darf,
daß die ? lieteinigungsämter weiter auszubauen
sind und auchi in der llebergangszeit wirlsam bleiben
sollen. Dem Antrage wird ohne Debatte
zugestimmt.
Es folgt die Beratung des Gesetzentwurfes
über die Aufwanddentschädigung der
Landtagsabgeordneten bei der Nachsession.
Abg. Spec (Ztr.) beantragt Zustimmung
in der Fassung des Ausschusses
(Monatsentschädigung für die Ausschußmitglieder
600 Mtt. Tagegeld für Vollsigungen 25
Mark.) Der Gesetzentwurf wird in namentlicher
Abstimmung mit 105 gegen 1 Stimme (Abg.
Dr. Hennemann (Ztr.) angenommen.
Der nächste Gegenstand #st der Haushalt
der Militärverwaltung sür das Rechnungsjahr
1918.19 sowie der zugehörige Gesehentwurf.
Abg .t. Dirr (lib.) derichtet
über die Ausschuhberatungen und brantragt Zustimmung
zum Hanshalt. Cinschlägig ist ein Antrag
des Abg. Lämmermann (8Sor.) beirefsend
Verteilung der sog. Kriegekontributionsgelder
an die Offitiere und Mannichaften
nach einheitlichen Grundsätzen. Der Ausschuß
beantragt Zusnmung. Eine Petition der
Techniler der mililärtechnischen Inntitule um Verbesserung
der Dienst: und Altersversorgungsverhältnisse
soll ur Würdigung hinübergegeben
werden. Abg. Lang Schwabmünchen („tr.)
spricht den lapseren Heiden und ihren Führren
Danl und Aneriem ung aus und bellagt die
verschiedenartige Behandlung der Ermenrlaubsgesur-
e, wobei eine Verfügung des lellv. Generallommandos
des 1. bayer. A. K. scharf gerügt
wicd, die Angehörige des zuletzt einbe—
rufenen Jahrgange freinden landwirtschaftlichen
Vetrieben zuweist. (Zuruf: Unerhöri!) Gesuche
mit namentlichen Anforderungen sollten unbedingt
so raich als möglich berüchi chligt werden.
Weiter behandell der Reoner die niedrigen Preise,
die den Landwirten für Pferde von der Militärbehörde
angeloten werden. Die weiteren
Ausführungen befassen sich mit der Behandlung
pon tranken und invaliden Kriegern. Abg.
Schmidt München VI (Soz.) beschäftigt
sich mit den Klagen über Urlaub, Behandlung,
Verpflegung' und Lölmung der Mannschaften,
verlangt, das " die D rũcieberger gesahht werden,
kritisiert aie Wucherpreise in den Kautinen und
Marletendereien und fordert Erhöhung der Verpilegungegelder.
Abg. Bedh (Fr. Vag.) wiederholt und ergänit
die Klagen der Vorredner und bemerlt,
dab die Behandlung der Kriegsgefangenen
viel zu mild sei angesichts der Behandlun
unserer Landeleute in Rumänien. Für die
Kriegsbeschädigten muß emsprechend gesorgt werden.
Abg. Gandorfer (B. Bbd.) spricht eingehend
über Einzelklagen.
8 ·-Os--egndperkaaglsacheuhigg«
* Künchen. 25. Juli.
Der Herzog und die Herzogin von
Braunschwei g#machten heute der königlichen
Familie in Leutiletlen einen Besuch, am Abend
sind sie nach Vraunschweig abgereist.
Der Präsident des Reichsfinanzhofes.
Zum Präsidenten am Reichefinanzhof
in München ist, wie uns aus Berlin gedrahtet
wird, der derzeitige wortpagenge Rat im Reichsschatzamt,
Geheimrat Dr. Moesle, ernannt
worden. Dr. Moesle befindet sich bereits in
WMünchen, um die Verhandlungen über die vorläusige
Unterbringung der neuen Reichsbehörde
zu führen.
Bei der Rektorswahl an der Universität
wurde das Mitglied der philosophischen
Falultät 1. Sektion Geh. Hofrat Projessor
Dr. Clemens Bacumker zum Rektor Magnisikus
für das Studienjahr 1918.19 gewählt.
Als Senatoren gingen aus der Wahl hervor:
für die theologische Falultät Dr. Göttler, für
die juristische Fakultät Dr. Kisch, für die staatswirtschaftliche
Faluilät Geh. Hofrat Dr. Endres,
für die medizinische Falultät Dr. Psaundler, für
die tierär kliche Fakultät Geh. Hofrat Dr. Voit,
für die 1. Sektion der philosophischen Falultät
Dr. Frhr. v. Bissing und für die 2. Sektion
der philosopxhischen Falultät Dr. v. Drygalski.
Als Ersatz den zum Rektor gewählten bisherigen
Senator Dr. Bacumler wurde Dr.
Sandberger gewähll.
Gu#hener Neutsteier
* München. 25. Juli.
Unfall. In der Bühnengarde robe des Deutschen
Theaters glitt dem # Opernsänger Edmund
Rern beim Nasieren dar Messer aus und durch
schnitt ihm die linke Handschlago der. Der Künstler
wurde von der Rettungegesellschaft in die
Chirurgische Klinil gebracht.
Das „Haus der Landwirte'“. Das Hotltel
„Terminus“ an der Bayerstraße, dessen Räume
von seinem Besitzer, Baumeister Schrank, für
Kriegereit an die Landesfutiermittelnelle vermiee
let wurden, geht in den Besitß einer von landwirtschaftlichen
Vereinigungen gegründeten G.N
m. b. H. über. Die Vereinigungen der Land
mirte, der Chriftliche Bauernverein usw., planen.
in dem Hause den Verlehr, soweit er sich auf
landwirtschaftliche Dige erfireckl, zusammenzu,
fassen. Derhalb haben nicht nur die Vereinigungen
in dem Haus ihr Heim, sondern auch dem
Gewerbe, das mit landwirtschaftlichen Bedarfsgegenständen
handelt, sind Räume vorbehalten.
Auch die Lande futtermittelstelle, die auf Betreiben
der Landwirte ins Leben gerusen wurde,
bleiht vorerst im Hause unlergebracht. An dem
Unternehmen sind auch forstwirtschaftliche Verbände
beteiligt.
Jagräiche Kacheigken.
Schwerer Verdacht. In Aich bei Maisach
fand die Ausgrabung der Leiche eines Kindes
slalt, da Verdacht besteht, daß das Kind
leines natürihen Todes gestorben ist. Teile der
Leiche wurden zur chemischen Untersuchung nach
München verbracht. 4
Viehdiebs stähle. Der Söldnerin Heinrich
in Acbbach bei Mallersdorf (Nob.) wurde ein
Jungrind aus dem Stalle gestohlen und sogleich
geichlachtet. Auf der Fahrt nach München wurden
die D Diebe auf dem Bahnhof Neufahrn festgenonimien.
Dem Bauern Rohnmeier wurde aus dem
Swile ein Schwein gestohlen. Am Bahnhof
Steinrain wurde die Diebsbente beschlagnahmt.
Im Tode vereint. Am Saimstag wurde
die junge ohchrte Marie Spirll in
Vinabiburg (Rdb.) zu Grabe getragen, am
Sonntag traf von der Wen fraut ein Telegramm
ein, daß ihr Gatte, der Schloßbauer Al. Spirll,
zwei Tage vor dem Alleden seiner Frau den
„Heldentod erlitten hat. So hat keines der Ehegatten
den Tod des anderen erfahren.
Zu Tod gedrückt. Auf dem Lagerplatz
des Sägew ubesitzers Gutav Loher in Kaufbeuren
urde der dort beschäftigte 60 Jahre
alle Hozzarbeiter Alcois Geßl von Rosental von de
abrollenden Langholzstämmen erdrückt und sosort
gelötet. Dem Getöteten, der eine Witwe
mit 3 Kindern hinterläßt, wurde der Kopf hierbei
derart entstellt, daß er nicht mehr erkannt
werden konnte.
Erschossen. In Wolfskosen bei Negensburg
wurde ein englischer Kriegsgefangener von
eiem Wachtposten erschossen. Untersuchung IEft
eingeleitet.
Mordversuche eines Kriegsgefangenen.
Auf dem Meierhof bei Hhrürah
der dem Landwirt Roßner gehört, ist seit einiger
Zeit der shrrrfenn Andequy beschäfligt.
Er versuchte, die 25jährige Tochter Roßner's
durch eine Schlinge auf einer Wiese zu
erdrosseln. Das kräftige Mädchen vereitelte den
Plan. Auf die gleiche Art versuchte er nun
den 16 Jahre alten Sohn NRohner's zu etwürgen.
ter konnte ein Unglück verhütet werden. Andedquy
wurde sofort verhaftet.
NRachealt vorliegen.
Grenzlande.
Salzburg, 23.7. Die Wahl des neuen
Fürstbischoss von Salzburg ist auf den 12.
August anberaumt. Die Wahl, welche dem Metropolitanlapitel
zusteht, wird vom Kapitelvilar
geleitet und fsindet in der Nupertikapelle des
Domes statt. Die Ehrendomherren, deren cs
in Salzburg drei gibt, wohnen als Zeugen
bei, ebenso auf Einladung die Stiftäbte von
St. Peter und Michaelbeuern und die Pröbste
der Kollegiatlapitel Mattsee und Seelirchen.
Bei dem Heil. Geistamt vor der Wahl, das
nach uraltem Leriomme n der Abt von St. Pe
ter zelebriert, ist der k. I. Landespräsident an.
wesend, welcher jedoch der eigentlichen Wahl
nicht heiwohnt. Durch zwei Kommissäre des
Domkapitels wird der Landespräsident später
vom Wahlergebnis ve rständigt. Als Notar des
Wahlalts fungiert der Senior der theol- fögische n
Falultät (wie 1914 auch diesmal Proj. Dr.
Abfalter).
He#wersschet Gugn.
Traunstein, 23. 7. Besihwechsel. Das
weit über Bayerns Grenzen bestens bekamte
Hotlel „Zur Post“ des verslorbenen Hrn. Magisiratsrates,
Guido Schnepf Ling durch Kauf in
den Besitz des Kaufma: s Franz Unterforsthu:
ber, Vollsbazar, über. Das Hotel wird während
des Krieges weiter belrieben und dann
zu einem modernen Kaufhaus umgebaut. Die
Vermittelung wurde von dem Handels= und
Neofionsbüro Alois Lau, Traunstein, durch:
geführt
Teisendorf, 21.7. Der Ochs und der
Radfahrer. In der Gewitternacht von
Samstag auf Sonntag näherte sich von Surberg
her ein seltsamer Transport dem friedlichen
Markt Teisendorf. Cin Radfahrer führte,
auf dem Nad sitzend, einen —15 Zentner
schweren Ochsen an cinem Strick gemächlich der
Straße enilang, hinterher trabte eine Wirtin
aus der nächsten Umgebung. Als sie zwischen
11 und 12 Uhr dem von der üblichen „Bahn-Dof-
Hamsterkontrolle“ kommenden Gendarmen
in die Hände trieben, machte der Radler schleunigst
Kehrt, schwang sich auf sein Vehikel und
ward nicht mehr gesehen. Die Wirtin, einsam
und verlassen, wurde verhört und samt dem
Ochsen über Nacht behalten. Das Prachttier
steht heute noch beim Schiller und harrt immer
noch seines Besitzers, weil das Oechslein,
trotzdem es von gelber Farbe ist, auf schwarzem
Wege wandelte.
Murnau, 24.7. Kindsmörderin. Von
der Gendarmerie wurde die 19 jähr. Dienstmagd
Nur durch das Dazwischenkommen Drit.K
Es dürfte ein
Fanny Loher, bedienstet in Riegsee, we
Mindsmord verhaftet. Sie hatte ihr zwei V
nate altes Kind, dessen Valer ein französis
Kriegsgefangener war, im Riegsee extränkl.
ie Leiche der am 4. Juli in der Ammer
trunkenen Dienstmagd ise: Hegemann von
senberg wurde am Samstag in der Nähe
Unterhausen aufgefunden.
Ruhpolding, 24. 7. Festgenomme
Ausreißer. ##f einem Dienstgang
Schwar: achental sließ gestern Grenzaufseher
Fritsch von Ruhpolding auf drei stämmige,
nahen Grenze zustrebende russische Kriegsgef
gene. Nachdem die Flüchtlinge der Festmml
Widerstand entgegenzusetzen versuchten, le
Herr Fritsch Nachdruck auf den Browning,
rauf sie sich in ihr Schicksal ergaben und ?
Nuhpolding abtransportieren ließen, wo lie
. Gendarmerie übergeben wurden. Die #
den Trostberger Karbidwerlen Entwichenen 1#
ben 9 schon seit 6 Tagen in den DBergen umh
Verchtesgaden, 24. 7. erscholl
Der Gerichtssekretär Georg Schmidt aus S0
sien, der hier auf Urlaub weilt, wollte zu?
von Königssee nach St. Bartholomä gel
Seit der Zeit ist er spurlos verschwunden. "
lem Anschein nach ist er in den König;
gestürzt.
Bas neichenhall, 24.7. Hotelverka
Das altbekannte Hotel Post hier ging di
Kauf aus den Händen der Posthalkersvv.
Luise Appelt in den Besitz des Bahnhofw
S Stefan Forster von Waging über. Als Ke
T rreis merden 280 000 Mk. genannt.
Vad Reichenhall, 24.7. Die Gemse
l Kurgarten. In den frühen Morgenstun
erschien, ein völlig ungewohntes Bild, in
DLudwigstraße plötzlich eine ausgewachsene, ei
5 jährige Gemse mit starken Krickeln und
auf der Straße vom Schiffmamnn bis zum Lui
bad kreuz und quer die wenig belebte Str
auf und ab. Die Hauemeister und andere
dem Reinigen der Lokale, Bürgersteige ##
beschäftigte dienstbare Geister waren einfach st
als sie den Gemsbock sahen. Der lümmerte
anscheinend nicht um die paar Leute und ½
suchte Einlaß ins Luisenbad zu gewinnen,
ihm aber nicht gelang. Er spaiierte dann
mächlich durch die Promenadestraße und be
sich dann in den Kurgarten Arelmannstein,
er, alsbald bemerkt und in die Enge getriel
von einem Angestellten in eine Hütie gesagt!
erschossen wurde. Der Reichenhaller (Oren:#
fügt dieser Geschichte hinzn: Der Fall,
(Gemsen sich zu Tal wagen und die seltsam
Weideplätze sich anssuchen. ist nicht felten; in
serer Gegend kam er schon wiederholt vor.
handelt sich um Tiere, die „würflig“ wurt
wie cs im Volkomund heißt. Die Gemsen
ben den Drehwurm, der ihnen zu Gehirn st
und sie des Instinlts beraubt.
Bad Reichenhall, 24. 7. Wegen A—
derstands wurde in Leopoldstal der Ar
ter Rupert Klinger sestgenommen, wobei er
Gendarmen weiteren tätlichen Widerstand
stete und über die österr. Grenze zu springen I
suchte. Der Mann hatte lürzlich in Hallt
einen schweren Zusammenstoh mit der Grenesch
wache, als drei Männer, darunter sein Bru#
Kartoffeln über die Grense bringen wollten!
angehalten wurden. Im Kampf mit dem Wa
posten gelang es ihm, diesem das Gewehr zu„15
reißen. Klinger wurde gestern ins Gefäng
eingeliefert.
Willing, 24.7. Vom Hagelwettert
schlagen. Abgesehen von den Beschädigun
in der Gemeindeflur haben die Hagelschlo
am Donnerstag noch Unheil unter dem Ge'
gel angerichtet. Dem Bauern Gröbmeier,
Hurrer, wurden 14 Stück junge Hühner und
Verwalter des Sägewerkes Gerdolle, He
-9
Peter Roseg#er in's Grab.
der hunderticufenb pPer#n so##lug in Vann m# seiner U
Aus Nemehrnommen Abschles nabm freund PFeiti kitteuleler.
Kurt vor sic fliusundsiebrigmal ihm schloñ det Rini der Jahre
erlosch fein delir# K#genpaar, ein dichter ouny zur badre.
Und banm find felne hände noch, die Heipleean, erkalnln,
Gebl schon ein RKaunen da und dort: „Der munn. er war verall#t
dle neue Zel. die normarls drangt. in pon ipm abbehommen.
Man bat shon lang im wenen Kreis ibn alcht mehr ernn geno##
mmen!“
Man lenun#t #i woyl, cic lo im Neid eln bosbalt Uruil fällen:
em Afler-U#tentum, ule Intellehnluellen“,
die schelnpoeien unf’rer zelt, hie odenden Tpantahen,
die frrnab leder Wirklichbelt, die nd's, die sicts ihn baßten.
wir andern zbft epren ihn am droßen deuischen di##t#er.
Uns sollen sic belrren nicht dGie welen Spilitterrichter
bdef bucher dene heimatdung, von waldesäkuft umwobe#.
ms Were boher menschuchken wird ne die nachwelt loben:
der aus lem vo#nn gekommen in, der für dO0# boln veschrieben.
ben „Rilen“ aus der Stelermark. ihn mird das voln noch licben
Wennmaocher der „mader ura“ lleot schon 14uI belm allen eilen
den deme sie mit ankenschall a Tapesgodben preilen.
Mllches isn Julil Isis. Jaseb Berger.
Eis Besach auf Helsolam imkriege.
1. Ankunftsgedanken.
Das lleine, schtanle Torpedoboot fiiegt über
die unruhige Nordsee. Schwanlt und wiegt
sich, macht Verbeugungen und richtet sich wieder
auf. Läßt sich von den in Luv ausbäumenden
Wellen mit einem Sprühregen von Millionen
zerstäubter Salzatome einhöüllen, eilt aber
Relbewußt weiter, durch dick und dünn, über
Wellenberg u. Wellental, Kurs nach Helgoland.
eine
Helgoland.
Reichlich ungemütlich= ist sie heute, die frühsommerliche
Nordsee. Einen balmw= vr##föhnenden
* #% uar die Sonne, die vom llaren
Himmele mossstätisch herniederblickt u. durch
ihre wärmespendende Tätiglelt vorübergehend
das Ungemütliche einer solchen unruhigen Seefahrt
auf kleinem, schlingerndem Voot vergessen
läßt.
Erwartungsvoll und sehnsüchtig blickt das
Auge voraus. Endlich wird das hoffende Späben
gestillt. Ueber dem in der bewegten See
starl verzactten, zitternden Horizont schiebt sich
em blaßrotes winziges Viereck herauf, wächst.
nimmt tiefere Farbe an und leuchtet dem herannahenden
Boot verheißungsvoll entgegen, wie
ase in der Wüste, das Felseneiland
Hafstig rattern die Maschinen. Schäumend
zerleilen sich die Wogen und treten, unwillig
ob der Störung ihres Morgenspieles, zur Seite.
Doch der Bug des Bootes bohrt sich weiter durch
die Wasser, zielwärts, nach Helgoland.
Schnell vergrößert sich die rote Felswand,
je näher wir heranlommen. Erhabener Anblic,
ein Ausfluß farbenprächtigen= Zusammenwirkens.
Blauer Himmel, grünwelße See und roter Fels.
Die grauen Molenköpfe grüßen. Gierig leckt
an den Steinmauern brandender Gischt empor,
züngeln an dem Felsen die Perlensäume schneeiger
Wogenkämme. Rollen heran, werfen sich
ungestüm in der vollen Frische ihrer unverbrauchten
Naturkrast gegen das rote steile Gestein
und fallen ermattet, zerschellt, aus tausend
r* *t blutend wieder in ihr Element zurück.
Helgoland, du bist wie die von Kriegsstürmen
umtobte Heimat. So fest und unerschütterlich,
wie sie allen Wettern trotzt, so hälist auch du,
starte Meeresburg, dem wütenden Anprall empörter
Elemente unablässig stand.
Der breite Rücken eines großen Unterseebootes
wälzt sich ebenfalls der Hafeneinfahrt zu. Eilends
gleitet unser Boot an dem Seegrauen
worbei und steuert bald darauf in das stille
Wasser des Hafens ein. Rechts und links
wuchtige Molen. Schutzdämme gegen das
schranlenlose, Toben der See. Und nun wirkt
es wie eine Erlösung, als urplötzlich die heftigen
Bewegungen des Bootes aufhören und in
Hemgschücher Ruhe der schmale schwarze Schiffsleib
in das slille Wasser des Hafens hinein-Sicn.
Hafenzeit, Ruhezeit, Wort mit köstlichstem
Zauberinhalt für den Seefahrer. Für den
abgehehten Torpedobootsmann, den müden Minensucher
und den abgespannten U-Boot-Mann.
Nuhe und Ueberlegenheit, Hafensehnsucht des
Seemanns, den draußen Stürme und Kriegsnöte
zausten, dem hier aber erauidende Stiille
beste Nervenarzuel ist.
Und welch idealer Hafen ist das Helgoland
von heute! Der Stützpunlkt für die kleinen
Streitkräfte unserer Flotte. Was hier in zäher
Arbeit erschaffen, dem Meere abgerungen ist,
das ist ein Kulturwerk ersten Ranges. Das
tünstliche, neugeshasfene Helgoland bedecktt fast
dieselbe Oberfläche wie das rote Oberland,
von dem das Banner unserer Seemacht 5
Wenn nun der Zanzibarvertrag nicht geschlosse
worden wäre und die Brittenflagge noch«
dem Eiland flattern würde? Nicht auszud
len, wie schwierig sich der Seekrieg gestal
hätte, wenn heute Albions Flotte von hier #2
unsere,Küften bedrohen könnte. Goltlob, #
die trutzige Meeresseste deutsch ist. Ihr bl
gerisches Leben will ich in den nöchsten r1
schnitten schildern.
Sonne.
Ob Tausende verschlingt des Todes Mun
Die Erde wandelt weiter in der Nund,
Die Sonne zieht wie immer ihre Bahn
Und kümmert sich um nichts. Was geht sie's
Sagt, ist in dieser unheilvollen Zeit
Nicht dies die allergrößte Grausamkeit
Wie man erzählt, im alten Bunde schon
Die Sonne stand einst still zu Gideon,
Und diese selbe Sonne scheu entwich,
Als eines Dulders. Haupt am Kreuz erblich.
Nur jetzt in dieser todestrunknen Zeit
Geht ihre Bahn in starrer Stetigkeit.
Wißt ihr waruma Sie kann nicht salt sich sel
Wie Deutschlands Söhne stolz zum Kan
Und jeder ihrer goldnen Strahlen min
Bescheint der Mannheit herzerquickend B
O mög'’ f# spenden bald in Friedenszeit
1 Dem neuen Deutschland neue Wonn r
· Eduard Hert