Full text : Volkswirtschaftslehre VII. Band: Das Verkehrswesen. (7)

eugehen  sei.  Die  Abgeordnetenlammer  tritt  diesem
  Beschluß  debattelos  bei

er  Antrag  Oswald  Gte.).  u.  Gen.  betreffend
  Mielpreissteigsrungen  beschäftigt
  dann  das  Haus.  Berichterstatter  Abg.  Kroher
  (Itr.)  bemmragt  Annahme  des  Ausschußantrages,
  der  bis  zur  bundesrallichen  Regelung
im  Verein  mit  ven  drei  flellv.  Generalkommandos.
  Hintanhaltung  der?  ietpreissteigerungen
  uno  den  Erlaß  einer  Verfügung
verlangt,  daß  nur  mit  zuständiger  behördlicher
Gemehmigng  die  Miete  gesteigert  werden  darf,
daß  die  ?  lieteinigungsämter  weiter  auszubauen
sind  und  auchi  in  der  llebergangszeit  wirlsam  bleiben
  sollen.  Dem  Antrage  wird  ohne  Debatte
zugestimmt.

Es  folgt  die  Beratung  des  Gesetzentwurfes
über  die  Aufwanddentschädigung  der
Landtagsabgeordneten  bei  der  Nachsession.
  Abg.  Spec  (Ztr.)  beantragt  Zustimmung
  in  der  Fassung  des  Ausschusses
(Monatsentschädigung  für  die  Ausschußmitglieder
  600  Mtt.  Tagegeld  für  Vollsigungen  25
Mark.)  Der  Gesetzentwurf  wird  in  namentlicher
Abstimmung  mit  105  gegen  1  Stimme  (Abg.
Dr.  Hennemann  (Ztr.)  angenommen.

Der  nächste  Gegenstand  #st  der  Haushalt
der  Militärverwaltung  sür  das  Rechnungsjahr
  1918.19  sowie  der  zugehörige  Gesehentwurf.
  Abg  .t.  Dirr  (lib.)  derichtet
über  die  Ausschuhberatungen  und  brantragt  Zustimmung
  zum  Hanshalt.  Cinschlägig  ist  ein  Antrag
  des  Abg.  Lämmermann  (8Sor.)  beirefsend
  Verteilung  der  sog.  Kriegekontributionsgelder
  an  die  Offitiere  und  Mannichaften
  nach  einheitlichen  Grundsätzen.  Der  Ausschuß
  beantragt  Zusnmung.  Eine  Petition  der
Techniler  der  mililärtechnischen  Inntitule  um  Verbesserung
  der  Dienst:  und  Altersversorgungsverhältnisse
  soll  ur  Würdigung  hinübergegeben
werden.  Abg.  Lang  Schwabmünchen  („tr.)
spricht  den  lapseren  Heiden  und  ihren  Führren
  Danl  und  Aneriem  ung  aus  und  bellagt  die

verschiedenartige  Behandlung  der  Ermenrlaubsgesur-
  e,  wobei  eine  Verfügung  des  lellv.  Generallommandos
  des  1.  bayer.  A.  K.  scharf  gerügt
  wicd,  die  Angehörige  des  zuletzt  einbe—
rufenen  Jahrgange  freinden  landwirtschaftlichen
Vetrieben  zuweist.  (Zuruf:  Unerhöri!)  Gesuche
mit  namentlichen  Anforderungen  sollten  unbedingt
  so  raich  als  möglich  berüchi  chligt  werden.
Weiter  behandell  der  Reoner  die  niedrigen  Preise,
  die  den  Landwirten  für  Pferde  von  der  Militärbehörde
  angeloten  werden.  Die  weiteren
Ausführungen  befassen  sich  mit  der  Behandlung
pon  tranken  und  invaliden  Kriegern.  Abg.
Schmidt  München  VI  (Soz.)  beschäftigt
sich  mit  den  Klagen  über  Urlaub,  Behandlung,
Verpflegung'  und  Lölmung  der  Mannschaften,
verlangt,  das  "  die  D  rũcieberger  gesahht  werden,
kritisiert  aie  Wucherpreise  in  den  Kautinen  und
Marletendereien  und  fordert  Erhöhung  der  Verpilegungegelder.


Abg.  Bedh  (Fr.  Vag.)  wiederholt  und  ergänit
  die  Klagen  der  Vorredner  und  bemerlt,
dab  die  Behandlung  der  Kriegsgefangenen
  viel  zu  mild  sei  angesichts  der  Behandlun
  unserer  Landeleute  in  Rumänien.  Für  die

Kriegsbeschädigten  muß  emsprechend  gesorgt  werden.
  Abg.  Gandorfer  (B.  Bbd.)  spricht  eingehend
  über  Einzelklagen.

8  ·-Os--egndperkaaglsacheuhigg«

*  Künchen.  25.  Juli.
Der  Herzog  und  die  Herzogin  von
Braunschwei  g#machten  heute  der  königlichen
Familie  in  Leutiletlen  einen  Besuch,  am  Abend
sind  sie  nach  Vraunschweig  abgereist.
Der  Präsident  des  Reichsfinanzhofes.
  Zum  Präsidenten  am  Reichefinanzhof
in  München  ist,  wie  uns  aus  Berlin  gedrahtet

 

 

wird,  der  derzeitige  wortpagenge  Rat  im  Reichsschatzamt,
  Geheimrat  Dr.  Moesle,  ernannt
worden.  Dr.  Moesle  befindet  sich  bereits  in
WMünchen,  um  die  Verhandlungen  über  die  vorläusige
  Unterbringung  der  neuen  Reichsbehörde
zu  führen.

Bei  der  Rektorswahl  an  der  Universität
  wurde  das  Mitglied  der  philosophischen
  Falultät  1.  Sektion  Geh.  Hofrat  Projessor
  Dr.  Clemens  Bacumker  zum  Rektor  Magnisikus
  für  das  Studienjahr  1918.19  gewählt.
Als  Senatoren  gingen  aus  der  Wahl  hervor:
für  die  theologische  Falultät  Dr.  Göttler,  für
die  juristische  Fakultät  Dr.  Kisch,  für  die  staatswirtschaftliche
  Faluilät  Geh.  Hofrat  Dr.  Endres,
für  die  medizinische  Falultät  Dr.  Psaundler,  für
die  tierär  kliche  Fakultät  Geh.  Hofrat  Dr.  Voit,
für  die  1.  Sektion  der  philosophischen  Falultät
  Dr.  Frhr.  v.  Bissing  und  für  die  2.  Sektion
der  philosopxhischen  Falultät  Dr.  v.  Drygalski.
Als  Ersatz  den  zum  Rektor  gewählten  bisherigen
  Senator  Dr.  Bacumler  wurde  Dr.
Sandberger  gewähll.

Gu#hener  Neutsteier
*  München.  25.  Juli.

Unfall.  In  der  Bühnengarde  robe  des  Deutschen
  Theaters  glitt  dem  #  Opernsänger  Edmund
Rern  beim  Nasieren  dar  Messer  aus  und  durch
schnitt  ihm  die  linke  Handschlago  der.  Der  Künstler
  wurde  von  der  Rettungegesellschaft  in  die
Chirurgische  Klinil  gebracht.

Das  „Haus  der  Landwirte'“.  Das  Hotltel
  „Terminus“  an  der  Bayerstraße,  dessen  Räume
  von  seinem  Besitzer,  Baumeister  Schrank,  für
Kriegereit  an  die  Landesfutiermittelnelle  vermiee
let  wurden,  geht  in  den  Besitß  einer  von  landwirtschaftlichen
  Vereinigungen  gegründeten  G.N
m.  b.  H.  über.  Die  Vereinigungen  der  Land
mirte,  der  Chriftliche  Bauernverein  usw.,  planen.
in  dem  Hause  den  Verlehr,  soweit  er  sich  auf
landwirtschaftliche  Dige  erfireckl,  zusammenzu,
fassen.  Derhalb  haben  nicht  nur  die  Vereinigungen
  in  dem  Haus  ihr  Heim,  sondern  auch  dem

 

 

Gewerbe,  das  mit  landwirtschaftlichen  Bedarfsgegenständen

  handelt,  sind  Räume  vorbehalten.
Auch  die  Lande  futtermittelstelle,  die  auf  Betreiben
  der  Landwirte  ins  Leben  gerusen  wurde,
bleiht  vorerst  im  Hause  unlergebracht.  An  dem
Unternehmen  sind  auch  forstwirtschaftliche  Verbände
  beteiligt.

Jagräiche  Kacheigken.

Schwerer  Verdacht.  In  Aich  bei  Maisach
  fand  die  Ausgrabung  der  Leiche  eines  Kindes
  slalt,  da  Verdacht  besteht,  daß  das  Kind
leines  natürihen  Todes  gestorben  ist.  Teile  der
Leiche  wurden  zur  chemischen  Untersuchung  nach
München  verbracht.  4

Viehdiebs  stähle.  Der  Söldnerin  Heinrich
in  Acbbach  bei  Mallersdorf  (Nob.)  wurde  ein
Jungrind  aus  dem  Stalle  gestohlen  und  sogleich
geichlachtet.  Auf  der  Fahrt  nach  München  wurden
die  D  Diebe  auf  dem  Bahnhof  Neufahrn  festgenonimien.
  Dem  Bauern  Rohnmeier  wurde  aus  dem
Swile  ein  Schwein  gestohlen.  Am  Bahnhof
Steinrain  wurde  die  Diebsbente  beschlagnahmt.

Im  Tode  vereint.  Am  Saimstag  wurde
  die  junge  ohchrte  Marie  Spirll  in
Vinabiburg  (Rdb.)  zu  Grabe  getragen,  am
Sonntag  traf  von  der  Wen  fraut  ein  Telegramm
ein,  daß  ihr  Gatte,  der  Schloßbauer  Al.  Spirll,
zwei  Tage  vor  dem  Alleden  seiner  Frau  den
„Heldentod  erlitten  hat.  So  hat  keines  der  Ehegatten
  den  Tod  des  anderen  erfahren.

Zu  Tod  gedrückt.  Auf  dem  Lagerplatz
des  Sägew  ubesitzers  Gutav  Loher  in  Kaufbeuren
  urde  der  dort  beschäftigte  60  Jahre
alle  Hozzarbeiter  Alcois  Geßl  von  Rosental  von  de

abrollenden  Langholzstämmen  erdrückt  und  sosort
  gelötet.  Dem  Getöteten,  der  eine  Witwe
mit  3  Kindern  hinterläßt,  wurde  der  Kopf  hierbei
  derart  entstellt,  daß  er  nicht  mehr  erkannt
werden  konnte.

Erschossen.  In  Wolfskosen  bei  Negensburg
  wurde  ein  englischer  Kriegsgefangener  von
eiem  Wachtposten  erschossen.  Untersuchung  IEft
eingeleitet.

Mordversuche  eines  Kriegsgefangenen.
  Auf  dem  Meierhof  bei  Hhrürah
der  dem  Landwirt  Roßner  gehört,  ist  seit  einiger
  Zeit  der  shrrrfenn  Andequy  beschäfligt.
  Er  versuchte,  die  25jährige  Tochter  Roßner's
  durch  eine  Schlinge  auf  einer  Wiese  zu
erdrosseln.  Das  kräftige  Mädchen  vereitelte  den
Plan.  Auf  die  gleiche  Art  versuchte  er  nun
den  16  Jahre  alten  Sohn  NRohner's  zu  etwürgen.

ter  konnte  ein  Unglück  verhütet  werden.  Andedquy
  wurde  sofort  verhaftet.
NRachealt  vorliegen.

Grenzlande.

Salzburg,  23.7.  Die  Wahl  des  neuen
Fürstbischoss  von  Salzburg  ist  auf  den  12.
August  anberaumt.  Die  Wahl,  welche  dem  Metropolitanlapitel
  zusteht,  wird  vom  Kapitelvilar
geleitet  und  fsindet  in  der  Nupertikapelle  des
Domes  statt.  Die  Ehrendomherren,  deren  cs
in  Salzburg  drei  gibt,  wohnen  als  Zeugen
bei,  ebenso  auf  Einladung  die  Stiftäbte  von
St.  Peter  und  Michaelbeuern  und  die  Pröbste
der  Kollegiatlapitel  Mattsee  und  Seelirchen.
Bei  dem  Heil.  Geistamt  vor  der  Wahl,  das
nach  uraltem  Leriomme  n  der  Abt  von  St.  Pe
ter  zelebriert,  ist  der  k.  I.  Landespräsident  an.
wesend,  welcher  jedoch  der  eigentlichen  Wahl
nicht  heiwohnt.  Durch  zwei  Kommissäre  des

Domkapitels  wird  der  Landespräsident  später
vom  Wahlergebnis  ve  rständigt.  Als  Notar  des
Wahlalts  fungiert  der  Senior  der  theol-  fögische  n

 

 

Falultät  (wie  1914  auch  diesmal  Proj.  Dr.
Abfalter).
He#wersschet  Gugn.
Traunstein,  23.  7.  Besihwechsel.  Das

weit  über  Bayerns  Grenzen  bestens  bekamte
Hotlel  „Zur  Post“  des  verslorbenen  Hrn.  Magisiratsrates,
  Guido  Schnepf  Ling  durch  Kauf  in
den  Besitz  des  Kaufma:  s  Franz  Unterforsthu:
ber,  Vollsbazar,  über.  Das  Hotel  wird  während
  des  Krieges  weiter  belrieben  und  dann
zu  einem  modernen  Kaufhaus  umgebaut.  Die
Vermittelung  wurde  von  dem  Handels=  und
Neofionsbüro  Alois  Lau,  Traunstein,  durch:
geführt

Teisendorf,  21.7.  Der  Ochs  und  der
Radfahrer.  In  der  Gewitternacht  von
Samstag  auf  Sonntag  näherte  sich  von  Surberg
  her  ein  seltsamer  Transport  dem  friedlichen
  Markt  Teisendorf.  Cin  Radfahrer  führte,
auf  dem  Nad  sitzend,  einen  —15  Zentner
schweren  Ochsen  an  cinem  Strick  gemächlich  der
Straße  enilang,  hinterher  trabte  eine  Wirtin
aus  der  nächsten  Umgebung.  Als  sie  zwischen
11  und  12  Uhr  dem  von  der  üblichen  „Bahn-Dof-
  Hamsterkontrolle“  kommenden  Gendarmen
in  die  Hände  trieben,  machte  der  Radler  schleunigst
  Kehrt,  schwang  sich  auf  sein  Vehikel  und
ward  nicht  mehr  gesehen.  Die  Wirtin,  einsam
und  verlassen,  wurde  verhört  und  samt  dem
Ochsen  über  Nacht  behalten.  Das  Prachttier
steht  heute  noch  beim  Schiller  und  harrt  immer
  noch  seines  Besitzers,  weil  das  Oechslein,
trotzdem  es  von  gelber  Farbe  ist,  auf  schwarzem
Wege  wandelte.

Murnau,  24.7.  Kindsmörderin.  Von
der  Gendarmerie  wurde  die  19  jähr.  Dienstmagd

Nur  durch  das  Dazwischenkommen  Drit.K

Es  dürfte  ein

Fanny  Loher,  bedienstet  in  Riegsee,  we
Mindsmord  verhaftet.  Sie  hatte  ihr  zwei  V
nate  altes  Kind,  dessen  Valer  ein  französis
Kriegsgefangener  war,  im  Riegsee  extränkl.

ie  Leiche  der  am  4.  Juli  in  der  Ammer
trunkenen  Dienstmagd  ise:  Hegemann  von
senberg  wurde  am  Samstag  in  der  Nähe
Unterhausen  aufgefunden.

Ruhpolding,  24.  7.  Festgenomme
Ausreißer.  ##f  einem  Dienstgang
Schwar:  achental  sließ  gestern  Grenzaufseher
Fritsch  von  Ruhpolding  auf  drei  stämmige,
nahen  Grenze  zustrebende  russische  Kriegsgef
gene.  Nachdem  die  Flüchtlinge  der  Festmml
Widerstand  entgegenzusetzen  versuchten,  le
Herr  Fritsch  Nachdruck  auf  den  Browning,
rauf  sie  sich  in  ihr  Schicksal  ergaben  und  ?
Nuhpolding  abtransportieren  ließen,  wo  lie
.  Gendarmerie  übergeben  wurden.  Die  #
den  Trostberger  Karbidwerlen  Entwichenen  1#
ben  9  schon  seit  6  Tagen  in  den  DBergen  umh

Verchtesgaden,  24.  7.  erscholl
Der  Gerichtssekretär  Georg  Schmidt  aus  S0
sien,  der  hier  auf  Urlaub  weilt,  wollte  zu?
von  Königssee  nach  St.  Bartholomä  gel
Seit  der  Zeit  ist  er  spurlos  verschwunden.  "
lem  Anschein  nach  ist  er  in  den  König;

 

gestürzt.

Bas  neichenhall,  24.7.  Hotelverka
Das  altbekannte  Hotel  Post  hier  ging  di
Kauf  aus  den  Händen  der  Posthalkersvv.
Luise  Appelt  in  den  Besitz  des  Bahnhofw
S  Stefan  Forster  von  Waging  über.  Als  Ke
T  rreis  merden  280  000  Mk.  genannt.

Vad  Reichenhall,  24.7.  Die  Gemse
l  Kurgarten.  In  den  frühen  Morgenstun
erschien,  ein  völlig  ungewohntes  Bild,  in
DLudwigstraße  plötzlich  eine  ausgewachsene,  ei
5  jährige  Gemse  mit  starken  Krickeln  und
auf  der  Straße  vom  Schiffmamnn  bis  zum  Lui
bad  kreuz  und  quer  die  wenig  belebte  Str
auf  und  ab.  Die  Hauemeister  und  andere
dem  Reinigen  der  Lokale,  Bürgersteige  ##
beschäftigte  dienstbare  Geister  waren  einfach  st
als  sie  den  Gemsbock  sahen.  Der  lümmerte
anscheinend  nicht  um  die  paar  Leute  und  ½
suchte  Einlaß  ins  Luisenbad  zu  gewinnen,
ihm  aber  nicht  gelang.  Er  spaiierte  dann
mächlich  durch  die  Promenadestraße  und  be
sich  dann  in  den  Kurgarten  Arelmannstein,
er,  alsbald  bemerkt  und  in  die  Enge  getriel
von  einem  Angestellten  in  eine  Hütie  gesagt!
erschossen  wurde.  Der  Reichenhaller  (Oren:#
fügt  dieser  Geschichte  hinzn:  Der  Fall,
(Gemsen  sich  zu  Tal  wagen  und  die  seltsam
Weideplätze  sich  anssuchen.  ist  nicht  felten;  in
serer  Gegend  kam  er  schon  wiederholt  vor.
handelt  sich  um  Tiere,  die  „würflig“  wurt
wie  cs  im  Volkomund  heißt.  Die  Gemsen
ben  den  Drehwurm,  der  ihnen  zu  Gehirn  st
und  sie  des  Instinlts  beraubt.

Bad  Reichenhall,  24.  7.  Wegen  A—
derstands  wurde  in  Leopoldstal  der  Ar
ter  Rupert  Klinger  sestgenommen,  wobei  er
Gendarmen  weiteren  tätlichen  Widerstand
stete  und  über  die  österr.  Grenze  zu  springen  I
suchte.  Der  Mann  hatte  lürzlich  in  Hallt
einen  schweren  Zusammenstoh  mit  der  Grenesch
wache,  als  drei  Männer,  darunter  sein  Bru#
Kartoffeln  über  die  Grense  bringen  wollten!
angehalten  wurden.  Im  Kampf  mit  dem  Wa
posten  gelang  es  ihm,  diesem  das  Gewehr  zu„15
reißen.  Klinger  wurde  gestern  ins  Gefäng
eingeliefert.

Willing,  24.7.  Vom  Hagelwettert
schlagen.  Abgesehen  von  den  Beschädigun
in  der  Gemeindeflur  haben  die  Hagelschlo
am  Donnerstag  noch  Unheil  unter  dem  Ge'
gel  angerichtet.  Dem  Bauern  Gröbmeier,
Hurrer,  wurden  14  Stück  junge  Hühner  und
Verwalter  des  Sägewerkes  Gerdolle,  He

 

 

 

-9
Peter  Roseg#er  in's  Grab.

der  hunderticufenb  pPer#n  so##lug  in  Vann  m#  seiner  U
Aus  Nemehrnommen  Abschles  nabm  freund  PFeiti  kitteuleler.
Kurt  vor  sic  fliusundsiebrigmal  ihm  schloñ  det  Rini  der  Jahre
erlosch  fein  delir#  K#genpaar,  ein  dichter  ouny  zur  badre.
Und  banm  find  felne  hände  noch,  die  Heipleean,  erkalnln,
Gebl  schon  ein  RKaunen  da  und  dort:  „Der  munn.  er  war  verall#t
dle  neue  Zel.  die  normarls  drangt.  in  pon  ipm  abbehommen.
Man  bat  shon  lang  im  wenen  Kreis  ibn  alcht  mehr  ernn  geno##

mmen!“

Man  lenun#t  #i  woyl,  cic  lo  im  Neid  eln  bosbalt  Uruil  fällen:
em  Afler-U#tentum,  ule  Intellehnluellen“,

die  schelnpoeien  unf’rer  zelt,  hie  odenden  Tpantahen,

die  frrnab  leder  Wirklichbelt,  die  nd's,  die  sicts  ihn  baßten.
wir  andern  zbft  epren  ihn  am  droßen  deuischen  di##t#er.

Uns  sollen  sic  belrren  nicht  dGie  welen  Spilitterrichter

bdef  bucher  dene  heimatdung,  von  waldesäkuft  umwobe#.

ms  Were  boher  menschuchken  wird  ne  die  nachwelt  loben:
der  aus  lem  vo#nn  gekommen  in,  der  für  dO0#  boln  veschrieben.
ben  „Rilen“  aus  der  Stelermark.  ihn  mird  das  voln  noch  licben
Wennmaocher  der  „mader  ura“  lleot  schon  14uI  belm  allen  eilen
den  deme  sie  mit  ankenschall  a  Tapesgodben  preilen.
Mllches  isn  Julil  Isis.  Jaseb  Berger.

Eis  Besach  auf  Helsolam  imkriege.
1.  Ankunftsgedanken.

Das  lleine,  schtanle  Torpedoboot  fiiegt  über
die  unruhige  Nordsee.  Schwanlt  und  wiegt
sich,  macht  Verbeugungen  und  richtet  sich  wieder
  auf.  Läßt  sich  von  den  in  Luv  ausbäumenden
  Wellen  mit  einem  Sprühregen  von  Millionen
  zerstäubter  Salzatome  einhöüllen,  eilt  aber
Relbewußt  weiter,  durch  dick  und  dünn,  über
Wellenberg  u.  Wellental,  Kurs  nach  Helgoland.

eine
Helgoland.

 

Reichlich  ungemütlich=  ist  sie  heute,  die  frühsommerliche
  Nordsee.  Einen  balmw=  vr##föhnenden

*  #%  uar  die  Sonne,  die  vom  llaren
  Himmele  mossstätisch  herniederblickt  u.  durch
ihre  wärmespendende  Tätiglelt  vorübergehend
das  Ungemütliche  einer  solchen  unruhigen  Seefahrt
  auf  kleinem,  schlingerndem  Voot  vergessen
  läßt.

Erwartungsvoll  und  sehnsüchtig  blickt  das
Auge  voraus.  Endlich  wird  das  hoffende  Späben
  gestillt.  Ueber  dem  in  der  bewegten  See
starl  verzactten,  zitternden  Horizont  schiebt  sich
em  blaßrotes  winziges  Viereck  herauf,  wächst.
nimmt  tiefere  Farbe  an  und  leuchtet  dem  herannahenden
  Boot  verheißungsvoll  entgegen,  wie
ase  in  der  Wüste,  das  Felseneiland

Hafstig  rattern  die  Maschinen.  Schäumend
zerleilen  sich  die  Wogen  und  treten,  unwillig
ob  der  Störung  ihres  Morgenspieles,  zur  Seite.
Doch  der  Bug  des  Bootes  bohrt  sich  weiter  durch
die  Wasser,  zielwärts,  nach  Helgoland.

Schnell  vergrößert  sich  die  rote  Felswand,
je  näher  wir  heranlommen.  Erhabener  Anblic,
ein  Ausfluß  farbenprächtigen=  Zusammenwirkens.
Blauer  Himmel,  grünwelße  See  und  roter  Fels.
Die  grauen  Molenköpfe  grüßen.  Gierig  leckt
an  den  Steinmauern  brandender  Gischt  empor,
züngeln  an  dem  Felsen  die  Perlensäume  schneeiger
  Wogenkämme.  Rollen  heran,  werfen  sich
ungestüm  in  der  vollen  Frische  ihrer  unverbrauchten
  Naturkrast  gegen  das  rote  steile  Gestein
  und  fallen  ermattet,  zerschellt,  aus  tausend

 

r*  *t  blutend  wieder  in  ihr  Element  zurück.
Helgoland,  du  bist  wie  die  von  Kriegsstürmen
umtobte  Heimat.  So  fest  und  unerschütterlich,
wie  sie  allen  Wettern  trotzt,  so  hälist  auch  du,
starte  Meeresburg,  dem  wütenden  Anprall  empörter
  Elemente  unablässig  stand.

Der  breite  Rücken  eines  großen  Unterseebootes
wälzt  sich  ebenfalls  der  Hafeneinfahrt  zu.  Eilends
  gleitet  unser  Boot  an  dem  Seegrauen
worbei  und  steuert  bald  darauf  in  das  stille
Wasser  des  Hafens  ein.  Rechts  und  links
wuchtige  Molen.  Schutzdämme  gegen  das
schranlenlose,  Toben  der  See.  Und  nun  wirkt
es  wie  eine  Erlösung,  als  urplötzlich  die  heftigen

  Bewegungen  des  Bootes  aufhören  und  in
Hemgschücher  Ruhe  der  schmale  schwarze  Schiffsleib

  in  das  slille  Wasser  des  Hafens  hinein-Sicn.
  Hafenzeit,  Ruhezeit,  Wort  mit  köstlichstem
  Zauberinhalt  für  den  Seefahrer.  Für  den
abgehehten  Torpedobootsmann,  den  müden  Minensucher
  und  den  abgespannten  U-Boot-Mann.
Nuhe  und  Ueberlegenheit,  Hafensehnsucht  des
Seemanns,  den  draußen  Stürme  und  Kriegsnöte
  zausten,  dem  hier  aber  erauidende  Stiille
beste  Nervenarzuel  ist.

Und  welch  idealer  Hafen  ist  das  Helgoland
von  heute!  Der  Stützpunlkt  für  die  kleinen
Streitkräfte  unserer  Flotte.  Was  hier  in  zäher
Arbeit  erschaffen,  dem  Meere  abgerungen  ist,
das  ist  ein  Kulturwerk  ersten  Ranges.  Das
tünstliche,  neugeshasfene  Helgoland  bedecktt  fast
dieselbe  Oberfläche  wie  das  rote  Oberland,
von  dem  das  Banner  unserer  Seemacht  5
Wenn  nun  der  Zanzibarvertrag  nicht  geschlosse

 

worden  wäre  und  die  Brittenflagge  noch«
dem  Eiland  flattern  würde?  Nicht  auszud
len,  wie  schwierig  sich  der  Seekrieg  gestal
hätte,  wenn  heute  Albions  Flotte  von  hier  #2
unsere,Küften  bedrohen  könnte.  Goltlob,  #
die  trutzige  Meeresseste  deutsch  ist.  Ihr  bl
gerisches  Leben  will  ich  in  den  nöchsten  r1
schnitten  schildern.

 

Sonne.

Ob  Tausende  verschlingt  des  Todes  Mun
Die  Erde  wandelt  weiter  in  der  Nund,
Die  Sonne  zieht  wie  immer  ihre  Bahn
Und  kümmert  sich  um  nichts.  Was  geht  sie's
Sagt,  ist  in  dieser  unheilvollen  Zeit

Nicht  dies  die  allergrößte  Grausamkeit

Wie  man  erzählt,  im  alten  Bunde  schon
Die  Sonne  stand  einst  still  zu  Gideon,
Und  diese  selbe  Sonne  scheu  entwich,
Als  eines  Dulders.  Haupt  am  Kreuz  erblich.
Nur  jetzt  in  dieser  todestrunknen  Zeit
Geht  ihre  Bahn  in  starrer  Stetigkeit.

Wißt  ihr  waruma  Sie  kann  nicht  salt  sich  sel
Wie  Deutschlands  Söhne  stolz  zum  Kan

Und  jeder  ihrer  goldnen  Strahlen  min

Bescheint  der  Mannheit  herzerquickend  B
O  mög'’  f#  spenden  bald  in  Friedenszeit
1  Dem  neuen  Deutschland  neue  Wonn  r

·  Eduard  Hert