Volltext : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1915. (42)

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diesem  Vermögen  ein  Eigentumsübergang,  wie  er  sonst  unter  Privaten  in  größeren  oder
kleineren  Zwischenräumen  einzutreten  pflegt,  nicht  eingetreten  und  infolgedessen  ein  Grundstücksübertragungsstempel
  nicht  angefallen  ist.  Die  Stempelersatzabgabe  des  Art.  19  entspricht
  der  Besitzveränderungsgebühr  des  Art.  252,  die  Stempelersatzabgabe  des  Art.  20  dem
Gebührenäquivalent  des  Art.  258  a,  die  Stempelersatzabgabe  des  Art.  21  dem  Gebührenäquivalent
  des  Art.  258  GG.

8.  Die  allgemeinen  Bestimmungen  des  III.  Abschnitts  des  Stempelgesetzes  beziehen
sich,  wie  schon  ihre  Stellung  im  Gesetz  ergibt,  sowohl  auf  den  Stempel  als  auf  die  Stempelersatzabgabe.


9.  1  Da  das  Stempelgesetz  am  1.  Januar  1915  in  Kraft  getreten  ist,  sind  alle  im
Tarif  als  stempelpflichtig  aufgeführten  Urkunden  zu  versteuern,  die  nach  dem  31.  Dezember
1914  errichtet  sind  (Art.  7  Abs.  I  St  G.).  Auf  Urkunden,  die  vor  dem  1.  Januar  1915
ausgestellt  sind,  erstreckt  sich  die  Stempelpflicht  nach  dem  Stempelgesetze  nicht.  Eine  Ausnahme
  besteht  nur  für  Vollmachten  der  in  der  Tarifstelle  43  bezeichneten  Art,  die  vor  dem
1.  Januar  1915  ausgestellt  sind;  solche  Vollmachten  werden  stempelpflichtig,  wenn  von
ihnen  nach  diesem  Zeitpunkte  Gebrauch  gemacht  wird  (Art.  3  Abs.  III  des  Gesetzes  vom
21.  August  1914  über  Anderungen  im  Gebührenwesen).  Wegen  des  Begriffes  „Gebrauch“
vgl.  Ziff.  11  Abs.  III  unten.

II  Nach  dem  Stempelgesetze  tritt  bei  zweiseitigen  Rechtsgeschäften,  soweit  der  Tarif  nicht
etwas  anderes  bestimmt,  die  Stempelpflicht  dann  ein,  wenn  die  beiderseitigen  Parteierklärungen
beurkundet  sind;  erst  in  diesem  Zeitpunkt  ist  eine  Urkunde  im  Sinne  des  Stempelgesetzes
über  das  Rechtsgeschäft  errichtet.  Auch  tritt  in  Fällen,  in  denen  die  Wirksamkeit  eines
Rechtsgeschäfts  von  der  Genehmigung  oder  dem  Beitritt  einer  Behörde  oder  eines  Dritten
abhängt,  die  Stempelpflicht  nicht  vor  der  Erteilung  der  Genehmigung  oder  der  Erklärung
des  Beitritts  ein  (Art.  7  Abs.  II  StG.).  Sind  die  Parteierklärungen  oder  ist  das  Rechtsgeschäft
  einerseits  und  die  Erteilung  der  Genehmigung  oder  die  Erklärung  des  Beitritts
anderseits  in  verschiedenen  Urkunden  niedergelegt,  so  gelten  die  mehreren  Urkunden  für  die
Erhebung  des  Geschäftsstempels  als  eine  Urkunde  (Art.  6  Abs  I  St  G.).  Diese  Regelung
weicht  etwas  von  dem  früheren  Rechte  ab  (Art.  178  Abs.  I,  Art.  180  GG.).  Ist  die  eine
der  mehreren  zusammengehörenden  Urkunden  vor  dem  1.  Januar  1915,  die  andere  erst  nach
diesem  Zeitpunkt  errichtet,  so  hat  es  hinsichtlich  der  Besteuerung  mit  verhältnismäßigen  Abgaben
  bei  der  Anwendung  des  Gebührengesetzes  zu  bewenden,  wenn  die  Urkunde  bereits
unter  der  Herrschaft  des  Gebührengesetzes  nach  dessen  Vorschriften  gebührenpflichtig  geworden
ist.  Dies  gilt  auch  hinsichtlich  einer  allenfallsigen  Erstattung  (Art.  178  Abs.  III,  Art.  179
Abs.  III,  180  GG.).