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Geimpft wurde am Hodensack, am Damm, an der Schenkelinnenfläche und hinteren
Bauchfläche mittelst des neuen Chalybaeus'schen Impfinstruments durch Anlegung möglichst
unblutiger Schnitte und Flächen. Vorher wurde die abrasirte Impffläche abgewaschen, mit
Sublimatwasser (1:2000 bis 3000) desinfizirt, nochmals mit abgekochtem Wasser abgespült
und mit Gaze abgetrocknet. Erfahrungsgemäß entwickelten sich die Pusteln an Hodensack
und Damm am gleichmäßigsten und besten; der Vorstand beabsichtigt daher künftig auf
Bauch und Schenkelinnenfläche zu verzichten.
Als Stammlymphe dient in Karlsruhe stets die Masse aus den schönsten Pusteln.
Sie wird in unverdünntem Glycerin konservirt und später verrieben. Sie lagert mindestens
6 Wochen in Glhcerin, ehe sie auf die Thiere weiterverimpft wird. Diese Lagerung wird
als das wichtigste Erforderniß für die animale Fortzucht bezeichnet. Geimpft wurde unter
Einhaltung des in der Anstalt bewährten seitherigen Verfahrens. Vor der Impfung wurde
zur Desinfektion des Impffeldes eine Waschung mit 2% Lysollösung mit nachfolgender gründlicher
Abspülung mittels abgekochtem Wasser vorgenommen.
In Darmstadt wurde die Reinigung des Impffeldes gegen früher insofern etwas
abgeändert, als statt des einfachen Abseifens mit nachfolgender Alkoholabwaschung die Anwendung
von Lysol in 2% Lösung neben jenen in Gebrauch kam. Bevorzugt wurden
einfache Längsschnitte; Schraffirungen und Gitterschnitte wurden nur einmal in geringem
Maße angewendet. Als Instrument diente der in einen Stahlfederhalter eingesteckte
Vaccinostyle. Die Lymphe wurde nicht besonders eingerieben, überflüssige Lymphe wurde
vom Impffelde mit sterilisirten Tupfern wieder entfernt. Unter einer gleich nach der Impfung
aufgetragenen Epidermindecke entwickelten sich die Pusteln vortrefflich.
In Schwerin vollzogen sich die Thierimpfungen am Tage nach der Impfung technisch
genau so wie in den Vorjahren.
In Weimar hat sich gegen das Vorjahr nichts geändert. Die Impfungen fanden
einen Tag nach der Einstellung statt.
In Bernburg war das Impfverfahren annähernd dem früher geübten gleich. Es
wurde die Flächenimpfung, indessen mit weniger dichter Aneinanderreihung der Impfschnitte
angewendet.
Auch in Lübeck entsprach die Methode der Impfung der in den Vorjahren geübten.
Die Impfschnitte wurden etwas weitläufiger angelegt; ihre Anzahl betrug 50 bis 108.
In Bremen wurde stets am Tage nach der Einstellung wie früher geimpft. Dabei
wurden 120 bis 140 Schnitte von 2 bis 2½ cm Länge in Abständen von 1½ em angebracht.
Aus Hamburg ist über eine Aenderung des dort bei den Thierimpfungen geübten
Verfahrens nicht berichtet.
In Straßburg i. E. ist wie früher geimpft worden.
In Metz wurden ausschließlich etwa 3 bis 4 cm lange Schnitte angelegt; diese
konnten, da die Klemmpinzette nicht mehr angewendet wurde, einander auf einen knappen
Centimeter genähert werden. Die Reinigung des am Bauch von Nabelhöhe bis auf die
Innenflächen der Oberschenkel reichenden Impffeldes sowohl vor der Impfung als auch
vor der Abnahme erfolgte ohne Anwendung von Desinfektionsmitteln mechanisch durch
Abreibung mit sterilisirtem Seifenwasser und nachfolgender Abspülung mit gekochtem Wasser.
Die Beschaffenheit der Impfpusteln.
In Königsberg i. Pr. entwickelten sich die Pusteln am schnellsten bei denjenigen
Thieren, welche mit frischer Retrovaccine geimpft waren.