Full text : Lehrpläne und Lehraufgaben für die höheren Schulen in Preußen von 1901.

28  Lateinisch.

U.  4  Stunden  wöchentlich.

Lektüre  2  Stunden:  Cäsars  Bellum  Gallicum  ober  ausgewählte
  Abschnitte  aus  dem  Bellum  civile  (vergl.  Gymnasium  OIII);
Ovids  Metamorphosen  in  planmäßiger  Auswahl.  Anleitung  usw.  wie
in  U  III.  Einführung  in  die  poetische  Lektüre:  Erklärung  und  Einübung
  des  daktylischen  Hexameters;  prosodische  Belehrungen;  Auswendiglernen
  einzelner  Stellen  aus  Opid.

Grammatik  2  Stunden:  Wiederholung  der  Kasuslehre.  Wiederholung
  und  Ergänzung  der  Tempus=  und  Moduslehre.

Ubungsbuch  und  schriftliche  Arbeiten  wie  in  U  III.

0  II.  4  Stunden  wöchentlich.

Lektüre  3  Stunden  wie  in  Ull,  unter  Umständen  auch  ausgewählte
  Abschnitte  aus  Curtius  oder  aus  Livius  oder  eine  leichtere
Rede  Ciceros.  4

Grammatik  1  Stunde  wie  in  Ull;  ein  Ubungsbuch  wird
nicht  gebraucht.  4

Alle  14  Tage  eine  schriftliche  Ubersetzung  in  das  Deutsche  als
Klassenarbeit.

U  und  OI.  Je  4  Stunden  woöchentlich.

Lektüre:  Leichtere  Reden  Ciceros  (z.  B.  pro  Sex.  Roscio,  in
Catilinam,  de  imperio  Cn.  Pompei);  ausgewählte  Abschnitte  aus  Livius;
Stellen  aus  Virgils  Aneide  in  einer  Auswahl,  die  in  sich  abgeschlossene
Bilder  bietet  und  einen  Durchblick  durch  das  ganze  Werk  ermöglicht:
in  O01  auch  leichtere  Oden  des  Horaz  und  Abschnitte  aus  Tacitus'
Germania.

Grammatik,  wo  ihre  Behandlung  bei  der  Lektüre  notwendig  wird.

Alle  3  bis  4  Wochen  eine  schriftliche  Ubersetzung  in  das  Deutsche.

Miethodische  Hemerkungen  für  das  Tateinische.

Für  die  Methode  des  lateinischen  Unterrichts  gelten  im  wesentlichen
  dieselben  Vemerkungen  für  Gymnasium  und  Realgymnasium,
selbstredend  unter  Beachtung  des  beschränkteren  Lehrzieles  und  der
beschränkteren  Lehraufgaben  des  Realgymnasiums.

1.  Grammatik,  Wortschatz  und  schriftliche  übungen.  Entsprechend
  dem  allgemeinen  Lehrziele  ist  eine  gründliche  grammatische
Schulung  und  ein  sicheres  Verständnis  der  Schriftsteller  stets  im  Auge
zu  behalten.  Danach  ist  von  VI  an  die  Auswahl  dessen,  was  gelernt
  und  eingeübt  werden  soll,  zu  bemessen.  Sie  ist  überall  auf  das
Wichtigste  d.  h.  auf  das  häufig  Vorkommende  und  Charakteristische
zu  beschränken,  so  daß  eine  sorgfältige  Scheidung  notwendig  wird