32 Das Volk.
loh mit 97,0, Unter-Lengenhardt mit 51,6, im O. A. Calw Schmieh mit 52,9, im
O. A. Freudenstadt Durrweiler 64,5, Wörnersberg 81,0, O. A. Oberndorf Betzweiler
mit 64,9, O. A. Rottweil Locherhof 52,7, O. A. Balingen Stockenhausen mit 60.8;
Jagstkreis: O. A. Mergentheim Harthausen 57,1, O. A. Künzelsau Ober-Günsbach
62,8, Weisbach 54,2, O. A. Oehringen Westernach 54,4, O. A. Ellwangen Benzenzimmern
54,5, O. A. Gaildorf Ober-Gröningen 60,4, O. A. Gmünd Reichenbach 54,5,
O. A. Schorndorf Hebsack 61,4; Donaukreis: O.A. Geislingen Gingen mit 57,7,
Klein-Süßen mit 55,2, Kuchen mit 56,6, O.A. Münsingen Emeringen 50,4 O. A.
Blaubeuren Markbronn 52,1, Nellingen 51,3, O. A. Ulm Luizhausen 65,3, Setzingen
64,1, O. A. Riedlingen Heiligkreuzthal 52,2, O. A. Tettnang Liebenau 51,5.
Vergleicht man die seither dargestellten Thatsachen mit den von der
wirklichen Geschichte überlieferten, so stimmen beide vollkommen überein.
Das Fehlen des rätosarmatischen Typus vor der römischen Periode und
sein massenhaftes Auftreten mit ihr stimmt mit den Nachrichten der klassischen
Schriftsteller. Der Auszug der gesammten markomannischen Bevölkerung
unter Marbod ließ den römischen Einwanderern nach der Besitzergreifung
freien Raum. Das erstmalige Auftreten des turanischen Typus
während der Völkerwanderung und die relative Seltenheit desselben stimmt
vollständig mit dem ersten Zug der Hunnen durch unser Land und dem
Umstand, daß während der darauffolgenden Kriege niemals eine größere
Menge Hunnen, Avaren oder Magyaren zu Kriegsgefangenen gemacht
wurden. Die Verstärkung der brachycephalen Elemente im Hohenlohischen,
aber auch in einigen andern Gegenden des Landes, erklärt sich durch
die historisch nachzuweisende Uebersiedlung wendischer Gefangenen durch
den Deutschorden. Diese mußten ja in den Nordseeländern deutschen Einwanderern
Platz machen. Die Funde in den Grabhügeln mit ihren germanischen
Schädeln weisen zum Theil auf die Sueven-Markomannen hin,
und nur die etymologisch-historische Hypothese, daß die frühesten Einwohner
wie in Europa, so auch in unserem Lande aus einer den heutigen Gälen
(Kelten) verwandten Bevölkerung bestanden haben, hat keine Bestätigung
gefunden, ganz entsprechend den Nachrichten der Schriftsteller des Alterthums,
welche den Kelten und Galliern dieselben Eigenschaften des Körpers
und Geistes zuschreiben wie den späteren Germanen.
Die Bevölkerung unseres Landes stammt also in ihren germanischen
Theilen von den Alemannen und Franken, in ihren übrigen, der Hauptmasse
nach, von der nach der Eroberung zurückgebliebenen römischen Bevölkerung
sowie von den, während der Kriege gegen die Slaven, von Karl
dem Großen an bis auf die Deutschordensritter, hereingebrachten und
bleibend angesiedelten slavisch-wendischen Kriegsgefangenen.
H. Hölder.