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Erster Abschnitt.
Allgemeine Bestimmungen.
Zu 88. 1—11 des Reichsgesetzes.
Standesbeamte und Einrichtung der Standesämter.
S. 1.
Behörden im Sinne des Reichsgesetzes.
Die in den §§. 2—6 des Reichsgesetzes der „höheren Verwaltungsbehörde“
zugewiesenen Geschäfte werden unter der Aufsicht der Ministerien der Justiz und des
Innern, an welche in Anstandsfällen zu berichten ist, von den Civilkammern der Landgerichte
und den Kreisregierungen gemeinschaftlich erledigt.
Die „Gemeindebehörde“ im Sinne des §. 4 Abs. 2 des Reichsgesetzes bildet der
Gemeinderath und Bürgerausschuß; den „Gemeindevorstand“ im Sinne des §. 4
Abs. 2 und 4 des Reichsgesetzes bildet der Gemeinderath.
Die Vollziehung der §§. 7—9 des Reichsgesetzes liegt den Oberämtern und Kreisregierungen
als den Gemeindeaufsichtsbehörden unter der Oberaufsicht des Ministeriums
des Innern ob. Die Oberämter bilden die „untere Verwaltungsbehörde“, die Kreisregierungen
die „höhere Verwaltungsbehörde“ im Sinne des §.7 Abs. 3 des Reichsgesetzes.
Die Aufsicht über die Amtsführung der Standesbeamten wird unter der Oberaufsicht
der höheren Justizbehörden (Ausführungsgesetz zum Reichs-Gerichtsverfassungsgesetz
vom 24. Januar 1879 Art. 23, Reg. Blatt S. 3 ff.) von den Amtsgerichten
ausgeübt.
Auch sind die Amtsgerichte die Gerichte erster Instanz im Sinne des §. 11 Abs. 3,
§. 14 Abs. 2 und §. 66 Abs. 2 des Reichsgesetzes.
§. 2.
Der Ortsvorsteher als Standesbeamter.
In denjenigen Standesamtsbezirken, welche den Bezirk einer Gemeinde nicht überschreiten,
sind, wofern nicht durch die höhere Verwaltungsbehörde oder durch den Gemeinderath
auf Grund Beschlusses der bürgerlichen Kollegien und unter Genehmigung der