645 sommern — sonder.
lieh gekleid#et Keller Nachl. 23; mit Umlaut: in
reizender sömmerlieher lage Heinse Ardingh. 2, 281.
— sommern, sömmern, sommermäßig sein oder machen,
mhd. sumeren, sumern; 1) intrauf., vom Wetter: estibadre,
sumeren, sumern, summern, sommerng, summer
werden Dies.; es sommert drauszen, anns calesit, et
resoretur ealdore Stieler; auch: summeren, sich 20
summerzeit an cim ort enthalten, deskivars Maaler;
die schafo in eine fruchtbare gegend treiben, dasz sie
ubersommero Steinbach; sommerlichen Schatten geben:
bäumo sömmern, schatten, so daß nichts unter ihnen
auskommt Adelung; die linde sömmert am stürksten
ebd. 2) traus., in technischer eingeengter Spr.; in der
Landwirtschaft, Vieh den Sommer über erhalten: was
ein ieder nachbanr . . in berg und thal erwintern
mag. dusz soll er auch mögen sömmern (Kühe und
Pserde) Weist. 5,211 (aus der Schweiz); refl.: sobald
sich das schuf sömmern kann (seine Sommernahrung
suchen) Adelung; seld sömmern, mit Sommerfrucht
bestellen; bei Gärtnern einen daum, ausschneiden, damit
die Sonnenstrahlen durch die Aste können; bair.
geschlagenes holz sumern, es in Blöcken liegen und
den Sommer durch austrocknen lassen Schmeller;
in der Hauswirtschaft betten sommern oder sömmern,
in die Sommersonne legen; die huhner sömmern sich,
wärmen sich in den Sonnenstrahlen.
Sonde, k. Senkblei und Senknadel der Wundärzte;
französisches Wort, in beiden Bed. herübergenommen,
im 18. Ih. vorhanden (Nehring 1112); soode, senkblei,
loth Jacobsfon; soade, untersucher, ein werkzeug.
womit der wundarzt die wunde untersucht ebd.;
bildlich: eine sonde, wie tief das wasser finanziell ist,
in das wir staat und land vorschlagen, bincinzutrelen
Bismarck Red. 11, 155; die sonde in eine herzenswunde
legen. — sonder, für sich bestehend, nicht allgemein;
1) als Adv. gemeingermanisch, dunller Herkunft,
altnord. sundr, altengl. sundor, altsächs. sundar,
ahd. sunlar, mhd. sunder, goth. mit anderer Endung
sundro; in der Bed. für sich, abgetrennt, geschieden:
er saz sunter Genes. in den Fundgr. 2, 66, 43; Kriemhilt
din vronwe si (die Boten) sunder sprechen began
Nib. 1319; auch noch im ältern Nhd.: da nun der
hauszbalter diese klumpen baar und woll sonder liegen
sahe Simpl. 3, 85; sonst noch in Zusammensetzungen,
die gerade in der neueren Spr. aufgelommen sind,
s. unten; als Conjunction ein gegensätzliches Verhältnis
ausdrückend, — im Gegenteile, aber, vielmehr: ni haben
ih then diusal suntar Eren ubar al minan fater
Otfrid 3, 18, 17; selten noch nhd.: sunder, aber, verum
Maaler; sunder auch die hundt kamen und leckten
im sein geschwer Luther krit. Ausg. 12, 591; was
nit anheimsch, sonder was nuten im kloster Wickram
Nollw. 9, 21; dasz mein herr vatter an vielen schiflen
. nioht ullein part (Anteil), sonder auch in unsrer
beimat anf seinen gutern jährlich 4 bisz 5000 schaale
zu schüren hat Simpl. 2, 156; später vor sondern (s. d.)
gewichen nur, als: kein volk aussgenommen sunder
ic Teutschen Wickram Nollw. 173, 6; als Präposition
mit dem Acc., = ausgeschlossen, ohne, erst im Mhd.
erscheinend (früher schon altniederfränkisch: sundir unreht
Ps. 58, 5): rôse sunder dorn Walther 7, 23;
auch durch äve verstärkt: sunder äno mine scholt
fremecket er mich Minnes. Frühl. 31, 13; im älteren
Nhd. noch häufig, neuer in gehobener oder altertümelnder
Spr. oder in Formeln: sunder allen anslosz
Wickram Rollw., Titel; sonder falsch Homburg
Clio J 5b; ein leben sonder tot, ein heute sonder
morgen, ein ehre sonder neid, ein wallen sonder sorgen
Albinus jüngst. Gericht C 36 sonder alle müngel
Hölty 20; sonder kunde Uhland 299, schranke
Geibel 3, 117, roh Strachwitz Ged. 88, abnen
Schesfsel Tromp. 268, zweisel Freytag Bild. 339,
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u. a.; o harnisch sonder gleichen! Arndt 501; ausnahmsweise
mit Dat.: sonder dir Opitz bei Adelung;
sonder einer solohen flasche Lessing d, 237. 2) Verwendung
als Adj. zeigt sich erst mhd. (auch in der Form
besunder, vgl. besonder); — für sich, ohne Zusammenhang
oder Verbindung mit anderem: den juneberren
er d0 bat an ein sunder sohis sant im gän Flore
3529; es samlo sich das wasser . an sonderc orier
1. Mos. 1, 9; ein sondre losung mil jm macht B Waldis
Es. 4, 81; = hervorstechend, sich auszeichnend: ein
sunder blie git sundern muot Minnes. 3, 1215; sundero
liebe un einen legen, einen vast lieben Maaler;
durch sondero gottes gnade Luther 6, 6.; elwas
sonders B Waldis Esop 1, 5; ohn sondero unkosten
Simpl. t, 356; in neuerer Spr. nur noch selten: (das
Geschickh nimmt tiguren dieser art in scinen sondern
schulz Wieland Perv. 1, 89; — ungewöhnlich, eigenartig:
mit sondrem namen ward er dort belegt Uhland
175; doch liebt sio sondre Uvrei 336; herbstsonne
giobt gar sondern schein Keller Werke 9, 90. — Zusammensetzungen
zu 1: Sonderabdruck, m. besonderer Abdruck
eines in einer Zeitschrist erschienenen Artilels. —
Sonderbund, m. besonderer Bund im Gegensatz zu einem
allgemeinen. — Sondererklärung, f. besondere, von einer
allgemeinen abweichende Erklärung: jede sondererklärung
zu dem gedachten protokolle Preußen i. B. 4, 138. —
Sondergruppc, k. besondere, für sich bestehende Gruppe
Peschel Völkerk. 515.— Sonderinteresse, u. besonderes
Interesse im Gegensatz zu einem allgemeinen Häusser
d. Gesch. 3, 97. — Sondername, m. besonderer Name im
Gegensatz zu einem allgemeinen: sondernamcn einzelner
zweige oder gaue des volkes Freytag Bild. 1, 114.—
sondersiech, in älterer Spr. der abgesonderte Aussätzige:
sundersicoh, 7%rosus Maaler. — Sonderzug, m. besonderer,
außerhalb der fahrplanmäßigen abgelassener
Eisenbahnzug.
Sonderbar, vom Allgemeinen sich abtrennend, mhd.
sunderb###re; in der älteren Spr. wie sonder 2, — für
sich, ohne Verbindung mit anderem: sunterbär azzen
(die Juden, nicht mit den Heiden) Gencf. in den Fundgr.
2, 67, 3; sunderbar, sunderlich, eigen, das underen nit
gemein ist, sunder eim allein züschörig, spertalis,
privaltus, praechuns, seine sunderbarc sachen, dic jm
allein und nit der gemeind zü gehorlend, res quae
ipsius erant privatae. mit sunderbarer freiheit begaabet,
nrivilegiarius Maalerz; in die Bed. des Ungewöhnlichen,
Eigenartigen, Hervorragenden übergegangen:
mit sonderbarer dapferkeit Zinkgref 1, 20; wann
er einen solchen orl . dem gegentbeil ohn sonderbare
noth einhündigte Simpl. 1, 283; der fursl ist ihm
mit sonderbarer kundo beigetahn Stieler; in neuerer
Spr. dazu das Befremdende hervorhebend: deine wege
sind sonderbar Schiller Fiesko 3, 4; dunkt das lhre
majestüt so sonderbar?7 Karl. 4, 3; sonderbarer schwürmer!
3, 10; es fich ihnen sonderbar auf. dasz auch das
reieh anspruche an sio machen wollte Ranke Werke
1, 88; mit tadelndem Beisinne: er beuimmt sich sonderbar;
mag er selber doch empfangen seinen sonderbaren
gast Grillparzer 3, 31; wenn er nuch munches
sonderbare an sich hat Benedix Wespe 1, 2; — Weiterbildung:
dieser theil des naturstudiums war somterbarlich
angeregt worden Goethe Tagh. 1790. Dazu
Sonderbarleit, I##ing #u#larstaos. auetoritas. prarstautiao,
duritia, Morosskas u. a. Stieler; dio sonderbarkeit
in scinem churnkter Schiller 1, 265; sonderbarkeiten
in sitten, gebrünchen und gevohohciten Goethe
46, 90. — Sonderheit, s. Abgesondertheit, besondere
Art, mhd. sunderheit; in der Zufammenrückung iosonderbeit.
(s. d.). — sonderlich, besonders geartet, uhd.
sunderlich, Weiterbildung des Adi. sonder; als Adi.
und Adv. in älterer Spr. — für sich, besonder, nicht
allgemein: angularf#, #pecsals, sunderlich, sonderlich
41“
Sonderabdruck — sonderlich.